Romantische Landschaft mit Menschenopfer

Romantische Landschaft mit Menschenopfer
Weißt Du wieviel Wolken gehen weithin über alle Welt...

Samstag, 28. Mai 2011

Afghanistan News

 

 

Afghanistan und ein erwartbares  Ende.  

     

Samstag, 28. Mai 2011

 

Die Blauäugigkeit deutscher Politiker wird angesichts der neuesten Entwicklung in Afghanistan immer deutlicher. Nicht, dass sie nicht schon impertinent genug wäre. Aber die Anklagen und das weinerliche von Gewalttätern bzw. ihren Auftraggebern, die ihrerseits gerade noch auf Menschenmengen scharf geschossen haben bzw. schießen ließen, und über die dabei Getöteten kaum ein Wort zu verlieren haben jenseits der bloßen Angabe einer Zahl, die gewöhnlich im wenigstens zweistelligen Bereich liegen, dann aber weinend zusammenbrechen, wenn die Population, bzw. wenigstens ein Teil davon, ihnen deutlich auf den großen Zeh tritt, und der dabei ein wenig gequetscht wird, wenn man den Zeh als das Ende der Militärmaschine betrachtet, die dabei angegriffen wird, sind zumal dann geradezu blödsinnig, wenn man sich, getreu einer Selbstsicherheit, die sich der freien polizeilichen Verfügung über die 'eigene Population', verstanden als eine Herde von zahmen Nutztieren, die sich brav durch alle – mittels der jeweils neuesten, auf einen ausgedachten Paradigmenwechsel zurückgeführten Reform – aufgestellten Gatter zum Schlachthof treiben lassen, über die Zähne und Klauen der Angegriffenen meint aufregen zu können, indem man sie als 'kriminell' und 'mörderisch' abfertigt, während sich das doch nur machen lässt, wenn auch die Machtapparatur sich der Angegriffenen per Verhaftung zu versichern vermag, wenn, anders gesagt, das hilflose polizistische Denken, das keinen einzigen Zahn im Mund hat, und dessen Klauen jeweils gerade wieder einmal demonstrativ gekappt wurden, indem man der Maschine auf den Zeh trat, sein Hoheitsgebiet auch auszudehnen vermag auf den Lebensbereich der mit Krieg Überzogenen, die sich das – mindestens in einer Teilpopulation – nicht gefallen lassen und zurückschlagen mit den Mitteln, die ihnen jeweils zur Verfügung stehen.

Man kann sich schon lange fragen, was eine reguläre Armee, von dessen Soldaten es heißt, sie verpflichteten sich für Afghanistan 'um sich ein neues Auto oder (ihrer treuen Ehefrau) eine neue Küche kaufen zu können' (Originalton Phoenix), einer sich bewaffnenden Teilpopulation entgegen zu setzen hat, deren Kombattanten bei ihrem eigenen Einsatz ihr Leben ganz bewusst und entschieden opfern, um dem Gegner auch damit den fundamentalen (!) Unterschied zwischen seinem halbherzigen Opportunismus, der fest mit dem Überleben, also mit der Feigheit und der Impotenz des Antagonisten rechnet, und wie eine Art Tourist ins Land einreist um sich auf einem schaurigen Abenteuerspielplatz ein wenig zu verlustieren auf Kosten der Bevölkerung und der Kultur, die er überfällt, und der Entschlossenheit einer Selbstverteidigung einer alten Kultur, die es gewohnt ist, mit kargen Lebensbedingungen zurecht zu kommen und die nicht zum ersten Mal einen Gegner nach mit eingezogenem Schwanz wieder nach Hause schickt, der sich angesichts seiner vermeintlichen Überlegenheit über ein Volk von kaum der Steinzeit entwachsenen Bauern meint mokieren zu können, indem er da hereinschneit und sich aufbläst, mit 'Modernisierungsversprechen' nach einer Art, die sich niemals, solange diese Erde existiert, auf dieses Terrain wird übertragen lassen, so dass sie dort Wurzeln schlagen könnte.

Letztlich genügt der einfachst zu handhabende Import der Bewaffnung, über die der Heuschreckenschwarm der Invasoren verfügt, um ihn schließlich wieder nach Hause zu schicken. Es ist keine Tragödie, die sich hier abspielt, denn dazu hat der Eindringling nicht einmal das Format und das Bewusstsein. Das zeigt zur Genüge die blödsinnige und ebenso zahnlose wie hilflose Kriminalisierung derselben Mentalität, die vor nicht langer Zeit als heldenhaft gepriesen und nur zu gern benutzt wurde, solange es darum ging, einen anderen Eindringling zu vertreiben mit all den Mitteln, die ihm von denselben größenwahnsinnigen Entscheidertypen zur Verfügung gestellt wurden, die nun am liebsten Steckbriefe an allen Straßenecken der Welt aushängen würden mit dem Versprechen von Kopfgeldern für die Festnahme (tot oder lebendig) ganzer Teile der angegriffenen Bevölkerung, von der zu vermuten ist, dass selbst die, die mit den Eindringlingen kooperieren und kollaborieren, sich die Option offen halten, nicht auch mit ihnen zu kollabieren, wenn es so weit ist, und dieser Tag ist nicht mehr weit.

Man weiß nicht, was man dazu sagen soll, dass es wirklich Leute geben soll, die sich wegen eines neuen Autos oder einer neuen Küche (nebst Kühltruhe und Waschmaschine) dazu verpflichten, ohne jede weitere Frage sich dazu herzugeben, die 'Arbeit' zu übernehmen, dort jeden Widerstand gegen die Angreifer, die sie sind, auf Kosten der angegriffenen soziokulturellen Formen und der Bevölkerung zu brechen um was eigentlich durchzusetzen? Denn man muss doch auch vermuten, dass Leuten, die solche Motive haben, dort u. U. Menschen zu töten, für eine Küche oder ein Auto, sich nicht die mindesten Gedanken darüber machen, was dies alles, ihre bloße Anwesenheit, für die dortige Bevölkerung, diese Menschen alle also bedeutet, ganz unabhängig davon, wer sich zunächst zu was entschließt angesichts des Auftauchens der Eindringlinge, die doch erfahrungsgemäß immer wieder vertreiben wurden, mit dem Ergebnis, dass die Afghanen selbst sich miteinander zu verständigen hatten, und so wird es ja wiederum sein.

Man kann sich darüber hinaus nur darüber wundern, wenn die Redakteure einer Fernsehsendung sich die Ungeheuerlichkeit erlauben, ganz unbefangen an den Traum des britischen Imperiums von der erfolgreichen Unterwerfung Afghanistans anzuschließen, indem sie die Hoffnung aussprechen, dass dieser Traum doch noch wahr werden könnte (wenn man sich nur genug bemüht, die Bevölkerung zu unterstützen, also alle fortschrittlichen Kräfte usw., also indem man die Population spaltet und den einen Teil gegen den anderen derart in Stellung bringt, dass sich diese Absicht endlich doch noch durchsetzen lässt. Der imperiale Traum wird damit nicht nur direkt als Motiv artikuliert, sondern auch das dazu vorauszusetzende Imperium wird einfach als gegeben betrachtet.

Was sich verändert hat, ist, dass man sich nunmehr selbst als ein Teil dieses Imperiums betrachtet und betrachten darf, als Gefolgschaft dieser Herren an der Stelle anderer Gehorsamsadressen bei unveränderter Mentalität, so dass man sich nun endlich guten Gewissens auf der richtigen Seite befindet., eine Gewissheit, die sich am deutlichsten und unverblümtesten darin ausdrückt, dass man den Gegner einfach als 'Verbrecher', als 'Kriminellen' und als 'Mörder' abfertigt, und die eigenen Opfer 'betrauert', während man sich gerade noch über die, die man erfolgreich, wegen ihrer Massenmorde, getötet hat, öffentlich gefreut hat. Wie gesagt, die Größe des Tragischen ist hier so weit unterboten wie das gute Gewissen die Gewissenlosigkeit verdeckt dadurch, dass das Mörderische, das man jeweils selbst verkörpert, auf den Gegner projiziert wird.

Die Niedrigkeit dieser Gesinnung ist das Erbe just des christlichen Defizits an Fähigkeit zur Selbstkritik, die die Intoleranz mit dem Mäntelchen der eigenen 'guten Absichten' behängt, immer in der vermeintlich sicheren Gewissheit der Möglichkeit der problemlosen Inanspruchnahme des Ressentiments von Blondie, die ihre neue Küche oder das neue Auto will (das der in den Krieg ziehende Mann ja ohnehin nicht braucht. Er hat seinen Panzerwagen.) und dafür auch die Weltherrschaft nicht verachtet, wenn es nur ihr Mann ist, der dafür, ihr einen Gefallen zu tun, den Kopf hin hält, während sie ihre Emanzipation und Gleichberechtigung zu Hause politisch derart voran treibt, dass sie die Möglichkeit erhält, nicht nur über das in ihrem Leib heranwachsende Leben (bzw. seinen Tod) nach Maßgabe ihrer Haushaltsplanung souverän zu entscheiden, sondern auch ggf. mittels eines Anrufs den nicht mehr in ihr Lebenskonzept passenden Ehemann zu entsorgen, indem sie ihn als 'gewalttätigen Randalierer' bei der Polizei denunziert, die ihn dann entfernt, während das Scheidungsgericht ihn dann noch enteignet, wenn er dann noch lebt und nicht 'suizidal geworden' ist und sich umbringt, weil ihn 'seine Frau nicht versteht', denn die war ja nicht dabei, als die neue Küche verdient wurde und das neue Auto, das sie nun fährt, natürlich, weil die Kinder in die Schule müssen und zum Einkaufen usw.

Und dies alles vertritt die Wertegemeinschaft, die Afghanistan überfällt, und seine Bevölkerung über eine Dekade terrorisiert, weil sich dort 'Bin Laden verbirgt'. Nun ist Bin Laden aber in Pakistan aufgefunden worden, wo er seit Jahren unbehelligt lebte, während die Bevölkerung Afghanistans gnadenlos terrorisiert wurde, immer obendrein mit dem Hinweis auf ihren Widerstand, der natürlich nur der der 'kriminellen Elemente' war und ist, also derer, die das nicht hinzunehmen bereit waren und sind, von einem Trupp von Amerikanern getötet worden, und zwar erfolgreich, wie sie noch meinen.

Tatsächlich ist damit aber ganz anderes geschehen als die Beteiligten sich und anderen einzureden versuchen. Denn vielmehr ist nun der gesamte Einsatz in Afghanistan ein für allemal vollständig delegitimiert, und da nicht alle Bevölkerungen dieser Welt sich von den sie lenkenden 'Massenmedien' dazu überreden lassen, 'nun nach vorne zu sehen', läuft die Auffindung des ganz falsch in Afghanistan Gesuchten in Pakistan auf die gesamte Ereigniskette zurück und macht den ungeheuerlichen Gewaltakt der Vergewaltigung dieser Bevölkerung und Kultur ebenso unverkennbar sichtbar, wie das angesichts des Vietnamkonflikts schon einmal der Fall war, wenn man von anderen Ungeheuerlichkeiten absieht, und auch diesen Vergleich nicht zu ernst nimmt, denn auch der Fall Afghanistan ist singulär. Was all dies indessen gemeinsam hat ist der systematische Angriff des imperialen Willens auf alle Kulturen dieser Welt.

Es handelt sich also in keiner Weise um einen Kampf der Kulturen, wie das der Ideologe Huntington behauptet. Denn dazu fehlt, wie schon gesagt, die Mindestkondition, die Anerkennung auch eines als Todfeind designierten Anderen als im Prinzip gleichwertig, also das Schema der Betrachtung der menschlichen Lebenswelt weder nach dem Muster des polizistischen Denkens noch nach dem des Kammerjägers, sondern das der Tragödie. Aber dazu ist gerade diejenige Barbarei nicht fähig, die sich im Schema Huntingtons als eine Kultur unter anderen eingekleidet sieht, und das ist die imperiale Zivilisation unter Führung der organisierten Gewalt, die von den USA ausgeht, diesem 'modernsten' aller Formen der gegen den Menschen organisierten Gewalt im planetarischen Maßstab.

Was stattfindet ist ein Kampf der organisierten technologisch hochgerüsteten Barbarei zur Vernichtung aller Kultur(en). Und das polizistische Denken, das Steckbriefe aushängt und in Kommandoaktionen Menschen liquidiert und sich darüber öffentlich freut, ex catedra der politischen Bühne, ist ein Vorgelschmack auf das, was die Weltpopulation der verwerteten Nutztiere der Tiergattung Homo sapiens als Ganze zu erwarten hat, wenn erst einmal tatsächlich der imperiale Traum von der Einheit der Weltherrschaft mit den Mitteln des ‘modernen Staates’ globale Realität geworden ist, und der noch imponierende und gern zur Unterstützung von ‘Freiheitsbewegungen’ der ‘richtigen’ Sorte genutzte Gegensatz miteinander um die Verwertung je ihrer Nutztierherde erledigt ist zugunsten der Realität einer globalen Innenpolitik, die endlich den imperialen Traum Wirklichkeit werden lässt, der sich modern zuerst im Gehirn eines Mörders auf einem britischen Thron formte: Heinrich VIII. Und in dem gegenwärtigen Krieg werden Grenzen verteidigt, die der britische Imperialismus vor einem Jahrhundert dort hinterlassen hat wie ein langsam wirkendes letales Gift, mit dem die gesamte Region infiltriert wurde, und die gegen die internationale Vertragslage aufrecht erhalten werden sollen.

Es ist also zu erwarten, dass der gesamte Raum, weit über das als 'Afghanistan' hinaus, ein Staatsschemen, das dem Land übergestülpt wurde und mit Pakistan durch die imperiale Durant-Line verzahnt ist aufgrund eines lange ausgelaufenen, den Afghanen von den britischen Invasoren vor mehr als hundert Jahren aufgezwungenen Grenzverlaufs mitten durch Gebiete, die von einer Bevölkerungsgruppe bewohnt werden seit mehr als einem halben Jahrtausend, aufgrund eines 'Vertrages', der ausgelaufen ist während von dem nunmehrigen Grenzverlauf die Existenz Pakistans vollständig abhängt, ohne dass Pakistan einen Anspruch darauf hätte, auf diesem Grenzverlauf zu bestehen und ohne dass wer auch immer die 'Macht' in Afghanistan jetzt oder später innehat, der von Pakistan verlangten Prolongierung der gar nicht (mehr) 'Staatengrenze' zwischen Pakistan und Afghanistan jemals zustimmen könnte, da die betroffenen Bevölkerungen das nicht hinzunehmen bereit sind, dass also der gesamte Raum bzw. Teile der respektiven Bevölkerungen, unter Einschluss einiger angrenzender Staaten, die aus dem Zerfall der Sowjetunion hervorgegangen sind, in Bewegung gerät, um die nun eindeutig delegitimierten Eindringlinge, deren Anwesenheit in der Region in jedem Fall desaströser ist als ihre Abwesenheit und die Kosten ihrer Vertreibung, nach Hause zu schicken.

Und wie kommt man eigentlich auf den Gedanken, dass das, was ein für einen Augenblick eingereistes amerikanisches Heldenkommando möglich war um den Preis sofortiger Ausreise unter Hinterlassung eines Haufens Schrott, dessen Preis, von dem des gesamten Einsatzes abgesehen, den dort en masse als Einheimische lebenden jungen Männern nicht viel leichter gelingen sollte, zumal sie anschließend keineswegs ausreisen müssten, sondern sich von der einheimischen Bevölkerung – Ihresgleichen – als Helden gefeiert sehen können, die sich nach den Maßstäben eines an den Kampf gewöhnten, sich im Kampf bewährenden Mannes in einer Tradition bewegen, die sich von der erfolgreichen Aktion ihrer vermeintlich überlegenen Gegner zu einem sportlichen Wettkampf herausgefordert sehen, in dem sich die Männlichkeit des Kämpfers nach dem nunmehr gesetzten neuen Maßstab bewähren kann vor aller Augen.

Es geht nicht in den Kopf des deutschen Bürokraten in Uniform, der sich über die Runden hilft mit einem autoritären Staatsverständnis, das auf dem Bild des mit Wasserwerfern und Knüppelgarden leicht zusammen zu schlagenden oder vor dem gehorsamen Bürger denunzieren lässt als 'Revoluzzer' und 'Chaot', dass sich hier ganze Bevölkerungen entlang einer Tradition herausgefordert und zu einem kriegerischen Wettkampf geradezu ermutigt sehen angesichts der stolzen Standards der US-Army, die sich als eine Welle über den Köpfen der in ihre Verschanzungen zurückgetriebenen Besatzer brechen und sie verschlingen wird, wenn sie sich nicht schleunigst in Sicherheit bringen. Wer von den tapferen Kämpfern für Küche und Auto seine Küche und sein neues Auto wenigstens noch so lange selbst genießen und in Gebrauch nehmen will, bis die treue emanzipierte Gattin sein ihr gänzlich unnachvollziehbares Trauma nicht mehr erträgt und ihn entsorgt, kurz gesagt, seine unter dem Eindruck der Erfahrung einer Respekt gebietenden, keineswegs – wie seine eigene - wehrlosen alten und noch immer intakten und auch noch lange weiter bestehenden Kultur in einem entfernten Land veränderte seelisch-geistige Haltung und Erfahrung so befremdlich findet, dass sie ihn so oder so los zu werden versucht, der sollte sich nun langsam daran machen zu packen. Sonst gilt der Satz: „Wer sich in Gefahr begibt, zumal aus solchen Motiven und für solche Zwecke, der kommt darin um.“

Und das gilt umso mehr, je mehr die eigenen Motive nur mit dem bequemen Überleben vereinbar sind, während die des Gegners, dem man sich gegenüber sieht, einer Entschlossenheit einer Verteidigung zugrunde liegt, die über das Überlegen des Opportunisten weit hinaus geht und der Selbsterhaltung nicht in einem auf das Individuum bezogenen Sinn dient, sondern der Erhaltung einer Identität, die gerade auch durch das Opfer des eigenen individuellen Lebens erhalten wird.

Es mag daran liegen, dass eine solche Form der Selbstverteidigung angesichts des Schicksals Europas und vor allem auch Deutschlands und seiner Kultur absurd erscheint, weil sie angesichts des Ausgangs der Kriege des Zwanzigsten Jahrhunderts in Deutschland vor allem unsinnig erscheint. Anderswo auch in Europa kann das indessen ganz anders sein. Ich weiß darüber zu wenig. Aber die Vorgänge in Europa sind vielleicht keine global verbindliche Erfahrung.

In jedem Fall scheint zu gelten: Es könnte sein, dass es andere Weltgegenden gibt, in der der Opportunismus, der das je eigene Überleben auf Kosten von wem auch immer und um welchen Preis auch immer noch nicht zur Normalform der Individuation und zur personalen Identität des für seine Rente sparenden Sachbearbeiters organisierter Großinteressen geworden ist, und es kann sein, dass man diesen Sachverhalt leichtfertig als überholte Vorstellung von Ehre und Männlichkeit unterschätzt, als auslaufendes Modell ohne Zukunft.

Angesichts einer mindestens auch erwartbaren möglichen Zukunft einer Welt, deren Verfügung über Ressourcen vielleicht viel enger ist als die Gegenwart vermuten lässt, vor allem wenn man immer so 'nach vorn sieht' wie das öffentlich angeraten wird, von Hosenscheißern und Hosenscheißerinnen in vollklimatisierten Bunkern und ihren Sprechpuppen, und dass deshalb vielleicht umgekehrt gilt, wie das auch vorausgesehen wird, von anderen als denen, die sich durchhelfen mit dieser ewigen präkoitalen Euphorie der Produktwerbung und den Maulhelden der Imagepflegerlegionen, dass die Zukunft womöglich denen gehört, die mit wenig auskommen, wenig Technik, wenig Komfort, wenig Futter, kargen Mahlzeiten und wenig Prothesen und Medikamenten und moderne Medizin. Das lässt die Fähigkeit zum Verzicht, bzw. die Bescheidenheit der Lebensführung der alten Kulturen, die in karger Landschaft ihre Qualitäten erwerben mussten um zu überleben im Einklang mit den nicht beliebig wandelbaren, im Wesentlichen stabilen Lebensbedingungen, die von den Importen aus den Industrieländern nicht auf Dauer verändert werden können, aus strukturellen Bedingungen heraus, langfristig in einem anderen Licht erscheinen.

Und vielleicht ist es deshalb auch ein (Selbst-)Missverständnis, die Veränderung,die die Erfahrung in der sei es auch antagonistischen Konfrontation mit der fremden Kultur nach der Rückkehr in eine nun vielleicht keineswegs mehr als gewohnte Umgebung, sondern als eigenartig ungewohnte Umgebung erlebte Herkunftswelt mit einem Trauma gleichzusetzen, das die Ehefrau und die Kinder schlecht vertragen und das deshalb therapi8ert werden muss, sondern so zu verstehen, dass auf einmal, unversehens klar wird, dass vielmehr diese der Therapie bedürften, die sie von ihrer nun unversehens sichtbar werdenden Verblendung heilt.

Nur wer sollte das machen, wenn nicht ausgerechnet wieder die 'Therapeuten', die das ihnen angemessene Maß des 'Menschen' an Maßstäben messen, die ihnen lediglich blind andressiert wurden und die ihnen als solche nicht in einer darauf gerichteten Reflexion zugänglich sind?

Da hilft dann am Ende nur der Ausgang des Menschen aus der nun, wenn er unterbleibt, selbst verschuldeten Scheinselbständigkeit, um die Formel Kants zu modernisieren. Eine Hilfestellung könnte die Betrachtung des alten Films von Stanley Kubrick sein: Clockwork Orange!

Bis dahin Alles Gute.

Im Übrigen sind die nun zu hörenden Erklärungen, man wolle in Treue fest zu den Freunden in Afghanistan stehen usw. nicht nur deshalb blödsinnig, weil Freund und Feind und der Unterschied zwischen ihnen den Leuten, die dieses Zeugs faseln gar nicht zugänglich ist, angesichts einer Kultur und Bevölkerung, die sich nicht zum ersten Mal mit einer derartigen Lage auseinandersetzt und sich intern die Optionen offen zu halten weiß, sondern auch deswegen, weil die Entscheidungen, die über dem Fortgang der Dinge walten, gar nicht in der Reichweite der Politik in Deutschland liegen, und die Erklärungen des Präsidenten der USA, wenn auch verhalten, erkennen lassen, dass nach dem Tod des erklärten Erzfeindes Osama Bin Laden eine Bereitschaft erkennbar ist, die Verständigung mit den Taliban zu suchen, ‘who lay down arms’, und da das eine Definitionssache ist, wird es wohl darauf hinauslaufen, dass hier ein Arrangement gesucht werden wird, das die absehbar nicht zu verhindernde Machtbeteiligung bzw. die Rückkehr der ‘Taliban’ als mit bestimmende Formation toleriert, wenn man auf diese Weise einen halbwegs haltbaren Grund für den Rückzug des Militärs der Eindringlinge aus der Region erhält, der sicher nicht auf die Verwirklichung der britischen imperialen Traums hinauslaufen wird, sondern auf die knappe Vermeidung des amerikanischen Alptraums nach dem Muster der Traumgedankens, der den Zerfall des Sowjetimperiums begleitet hat, das viel kürzere logistische Wege hatte zu dem okkupierten Gelände und eine ähnliche aberwitzige Verschuldung wie die USA. 

Das sinnlose Gerede, dass diese Durchhalteparolen ausgibt, hat indessen einen innenpolitisch plausiblen Grund. es soll vorerst noch übertäuben, dass die Rode, die Soldaten der Armee, die Deutschland am Hindukusch zu verteidigen ausgezogen war, einen gänzlich sinnlosen Rod gestorben sind.  Es bleibt zu hoffen, dass dem Gesindel, das diese Opfer verlangt und zu verantworten hat, von Souverän Bescheid gestoßen wird. Wo nicht, hat der dann  auch verdient was er sich eingehandelt hat und eventuell och einhandelt,  indem er seine Souveränität dazu benutzte, sich diese Vertreter als Repräsentanten seines Willens vorzusetzen oder vorsetzen zu lassen. 

Und es ist ganz unangemessen, mit einem Souverän, der von seiner Souveränität souveränen Gebrauch macht Mitleid zu haben angesichts der Folgen die das für ihn hat, es sei denn man hat doch einen Sinn für die Eigenart der Tragischen Form. Das fällt allerdings dann schwer, wenn sich der Gebrauch der Souveränität der Lächerlichkeit so weit ausliefert, dass man sich für die kaum zu bemeisternde Schadenfreude schämen muss, die sich hinter dem Rücken der eigenen Verantwortlichkeit einzuschleichen versucht. So vertrackt sind die Verhältnisse. Der Souverän, ein tragischer ohnmächtiger Clown? Was für ein entsetzlicher Anblick!

----------------------------------

Sonntag, 29. Mai 2011

Nachtrag:

Am Morgen des Sonntag läuft in der Unterzeile eines Bildschirms die schriftliche Nachricht, dass in der Nacht ein Nato-Angriff (?!) in der Provinz Helmand in Afghanistan den Tod von fünf Mädchen, sieben Jungen und zwei Frauen ‘bewirkt’ hat. Das ist kaum mehr wert als die dürrste Form der ‘Information’. Dem entspricht dann auch die Berichterstattung: Zunächst eine Soldatin (!) der Bundeswehr, die irgendwo im Inland befragt wird, keine Kampuniform trägt, sondern dieses in Blau gehaltene modische Design mit blassblauem Hemd und Krawatte sowie einem Schiffchen auf dem Kopf, und zurückgebundenem Pferdeschwanz.

Sie spricht treuherzig über Schmerz, Trauer und Ohnmacht, Mitgefühl mit den Kameraden und ihren Angehörigen usw. Alles durchaus nachvollziehbar. Dann werden unvermittelt Menschen in Afghanistan gezeigt, in den üblichen falben Kaftanen, meist Männer mit Turbanen; aus einem Haus mit abblätterndem Putz in denselben Farben wie die Kleidung der Menschen wird auf einer Bahre offenbar einer der in der Nacht Getöteten getragen, aber da es Tag ist, ist das unsicher. Niemand spricht mit den Menschen oder versucht sie zu Wort kommen zu lassen. Keiner der Menschen sieht in die Kamera, die meisten wenden ihr den Rücken zu, der Beobachter gehört offenbar nicht zu ihnen. Keiner wird angesprochen, keiner wendet sich der Kamera zu. Alle bleiben mit der Situation beschäftigt, als gäbe es die Beobachter gar nicht.

Der Mensch auf der Bahre – oder was es sonst ist -- bleibt verdeckt durch die Rücken von Menschen, die zwischen ihr und der Kamera stehen oder sich hin und her bewegen. Der Kommentar wiederholt die dürren Fakten der Nacht, aber weiter abstrahiert als zuvor der Text der Laufzeile. es wurden vierzehn Menschen getötet, davon zwei Erwachsene, heißt es jetzt. Dazu wird erwähnt, oder suggeriert, dass der Beobachter mit der Kamera sich in der Provinz Helmand befindet, die ‘als Hochburg der Taliban’ gilt, aber der Zusammenhang ist in keiner Weise offensichtlich, denn niemand stellt einen ausdrücklichen Zusammenhang her zwischen dem, was man sieht und dem, was man hört.  es gibt kein Wort der Anteilnahme, des Mitleidens; eher wird unauffällig betont, dass die Angreifer der ‘NATO’ daneben getroffen haben, denn ‘es wurden Wohnhäuser getroffen’. Man möchte fragen: “…anstatt…? Aber da blendet das Bild ab und es folgt das Wetter, oder war es etwas anderes?

Dieser Beobachtung der Berichterstattung entspricht eine andere, die mit der ersten in direktem Widerspruch steht: Auf der einen Seite förmliche, formelhafte, einem Kommuniqué entsprechende Darstellung politisch und diplomatischer Klischees, alles ist von der Form einer ‘öffentlichen Verlautbarung’, die Mienen sind unbewegt, die Aufmachung ist ‘make-up’ für die Kamera und die ‘Presseerklärung’, an anonyme Adressaten gerichtet.

Auf der anderen Seite sieht man Menschen, deren Erregung und Versammlung auf das Geschehene gerichtet ist, eine Katastrophe hat sich für sie ereignet, sie sind nich tim Mindesten damit beschäftigt, Erklärungen für andere abzugeben, ihre Aufmerksamkeit ist auf den Zeugen (Martyr) der Katastrophe gerichtet, ihre Erregung entspricht dem Geschehenen, niemand denkt an die ‘angemessene Darstellung’ der vorgeschriebenen Gefühle der Anteilnahme, das Geschehen steht vor Augen, während – wiederum im ersten Fall – jeder Einblick in das Geschehene vermieden wird, die Erklärungen werden tausende von Kilometern von dem Geschehen abgegeben, die die Erklärungen abgeben, haben mit Sicherheit nichts zu tun mit den dabei zu Schaden Gekommenen, der Zusammenhang ist abstrakt-organisatorischer und bürokratischer Art und so sind auch die wirklichen Beziehungen zwischen den zu Schaden Gekommenen und denen, die in ihrem Namen Erklärungen abgeben zu dem, was ihnen und den Angehörigen der zu Schaden Gekommenen – von denen wiederum keiner selbst, als Betroffener auftritt und gegenwärtig ist und sich äußert – widerfuhr in Wahrheit gänzlich unwirkliche, rein formelle, Beziehungen von organisierten Menschen, die sich untereinander gar nicht kennen und von denen keiner am wirklichen Leben der anderen teilnimmt – wiederum abgesehen von dem ‘hochrangigen Offizier und Kommandeur, von dem es dann zusätzlich heißt, dass es ein Glück sei, dass es nicht gelungen sei ihn zu töten - denn er wurde ‘nur’ schwer verletzt – denn sonst könnten ‘die Taliban’ sich damit brüsten, dass sie Rache für Osama Bin Ladens Tötung genommen hätten, über deren Gelingen sich die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland vor ein paar Tagen noch ausdrücklich ‘gefreut’ hat! Es wird mit Sicherheit noch genügend Gelegenheit geben für das Gegenteil (Abscheu und Entsetzen usw.).

Und der glücklich davon gekommene Kommandeur kann von Glück sagen, dass er für derart nützlich gehalten wird. Das wird sich nicht von jedem Soldaten der Bundeswehr sagen lassen, der in Afghanistan noch fallen wird, nicht in einer Polizeiaktion, wie immer suggeriert wird, die gegen ‘Kriminelle’ und ‘Mörder’ antritt um die öffentliche Ordnung herzustellen oder wieder herzustellen – denn sie war ja zuvor schon immer vorhanden – sondern, wie dann ja auch je nach Bedarf wiederum erklärt wird bei anderen Gelegenheiten, in einem Krieg, den diese Truppe von Eindringlingen ebenso verlieren wird wie ihre Vorgänger, inklusive des britischen Imperiums, dessen ‘Hoffnung’  auf die Unterwerfung Afghanistans mit so viel hoffnungsvoller Bewunderung zitiert wird. Da sieht man also doch hin und wieder ganz gern auch mal nach ‘hinten’.

So ist das also. Unter diesen Umständen ergreift meine Seele Partei für die derart Missachteten, die offenbar ‘zweiter Klasse’ sind, wenn sie überhaupt mehr sind als ‘Indianer’. Wer im Ernst behauptet, diesen Menschen solle geholfen werden, es sei denn ihnen soll zum Tode verholfen werden – der sollte besser einmal zum Arzt gehen. Es kann vermutet werden, dass hier kalten Blutes eine Revancheaktion an der Bevölkerung begangen wurde, das als Kriegsverbrechen bewertet werden müsste, und dafür wird die angesetzte ‘Untersuchung’ sicher sorgen :-) . Aber darauf kommt es nicht mehr an, sondern darauf, dass dem Gesindel so heimgeleuchtet wird, dass es den Schwanz einzieht und sich vom Acker macht, ganz egal wie. Wer Wind sät wird Sturm ernten. Man kann sich zurücklehnen und abwarten.

Wenn man nach vorne schaut, wie unablässig angeraten, kann man erkennen, dass längst viel Schlimmeres am Horizont heraufzieht, etwas, das mit Sicherheit so noch nie da war und eine echte Innovation darstellt, die ganz andere Opfer kosten wird und diese nach ungewöhnlichen Kriterien auswählen dürfte. Die Bevölkerung Afghanistans wird dann wieder bessere Zeiten erleben, wenn die westliche Welt ihre besten hinter sich haben wird. Und so lange hin ist das nicht.

-----------------------------

Zusatz Freitag, 3. Juni 2011:

Es war erwartbar, dass der kriminalisierte Kriegsgegner aus der Mitte der zu befriedenden Population nicht einfach zusieht und höflich beiseite steht, während er befriedet wird. Also tut er was, mit seinen Mitteln. Selbstverständlich ist das feige und hinterhältig, nach den Kriterien von Bewaffneten, die den Widerstand gegen ihre offene und ehrliche Form des Kampfes selbstverständlich für einen Skandal halten, der nur Verbrechern zugerechnet werden kann. Zudem ist dieses hinterhältige Leben von Bombenfallen natürlich ein deutliches Zeichen der Schwäche, nach Ansicht der hilfreichen Rechtschaffenheit in Waffen, die in ein Land einfällt um es über eine Dekade im Namen einer Person zu verwüsten, die dann in einem anderen entdeckt wird. Das jedenfalls ist die Ansicht des Verteidigungsministers der BRD. der wie seine Vorgänger nicht sagen kann, was dort verteidigt wird und das auch niemals sagen können wird, von der promovierten Hebephrenie des Vorgängers abgesehen, der in demselben Amt meinte, sagen zu können, dort werde ‘unsere’ Freiheit verteidigt.

Ein Detail ist dabei von Bedeutung. Wenn der Verteidigungsminister sagt, dass die erfolgreiche Tötung von Soldaten der Bundeswehr, die dort Dienst tun, ein Zeichen der Schwäche des Gegners ist, dann bedeutet das logisch, dass, je mehr Soldaten der Bundeswehr die ‘Taliban’ erfolgreich töten, desto schwächer sind sie. Am Ende müsste also die Tötung oder – was dasselbe ist, de facto, in Bezug auf das Ziel eines Krieges – die erfolgreiche Tötung aller Soldaten der Bundewehr in Afghanistan mit der Niederlage der Taliban gleichbedeutend sein, denn dann müsste der äußerste Punkt ihrer ‘Schwäche’ erreicht sein. Und man könnte sie dann noch weiter schwächen, indem man alle erfolgreich Getöteten durch ‘neue’ ersetzt, um durch deren erfolgreiche Tötung durch die Taliban deren äußerste Schwäche noch weiter zu vertiefen usw.

Um das klar zustellen. es geht hier nicht darum, dass der Tod von Soldaten der Bundewehr hier nicht Anlass wäre zu Trauer, denn das Gesagte kann durchaus einschließen, dass man in einem mehr oder weniger weiten Sinn  eigene Familienangehörige der Gefahr ihres Todes ausgesetzt sehen kann, und das ist ein Anlass zu äußersten Befürchtungen.

Aber die hier besprochene Logik des Krieges, so wie sie der Verteidigungsminister sieht, ist doch geradezu blödsinnig, und dass diese Soldaten eine derartige Intelligenz als Vorstand zu ertragen hat, ist ein Grund zur Verstärkung der ohnehin schon nicht erträglichen Befürchtungen, denn, wie schon gesagt, diese Soldaten werden nicht nur einen gänzlich sinnlosen Tod gestorben sein, sondern werden zuvor noch dazu verhalten, sich einer derartigen Logik zuversichtlich unterzuordnen. Bekanntlich ist die Vernichtung oder Vertreibung des auf Leben und Tod bekämpften Gegners in jedem Kamp auf Leben und Tod das Kriterium für dessen Niederlage, ganz ohne Rücksicht auf die Frage, ob der, der sie erleidet bzw. dem sie zugefügt wird, das anerkennt oder nicht. Im Kampf auf Leben und Tod gilt bisher der Überlebende als Sieger und der Getötete als der Verlierer. Man sollte, wenn man sich schon in die Gefahr dieses Kampfes begibt, wenigstens sich auf eine Führung verlassen können, die das weiß und nicht ins Gegenteil verkehrt und dafür auch noch Gefolgschaft verlangt.

Das Gefährlichste, das den Soldaten der Bundeswehr der BRD dort als tödliche Gefahr begegnet ist die entsetzliche Dummheit ihrer Befehlshaber in den höchsten Positionen, die den Vorgang nicht historisch einzuordnen verstehen und sich auf das Denken in den Kategorien einer Verwaltungslehre verlegen, die dort, wo die Gefahr ist, nicht gerade als das Rettende wächst, sondern die Gefährdung erhöht, angesichts des Zwangs zur Rechtfertigung und ‘Begründung’ des nicht zu Rechtfertigenden und nicht zu Begründenden, das derart horrend rationalisiert wird, im Sinne der psychoanalytischen Einsicht in die Nähe von Rationalisierung und Begründung, die in der gegenwärtigen Politik und Ausredenkultur längst zur Identität geraten ist. Es ist ganz sicher, dass diese Gefahr für das Gemeinwesen BRD nicht am Hindukusch verteidigt werden kann, sondern nur durch eine innerhalb ihrer Grenzen erfolgreich operierende Urteilskraft, die sich den Blödsinn nicht bieten lässt von einer von allen guten Geistern verlassenen ‘Elite’ von pervertierten Repräsentanten der von ihnen organisierten Gewalt, die als Verhängnis vor allem auch über der von ihr als Herde zum Schlachthof getriebenen ‘Bevölkerung’ waltet.

So sind die Todesopfer zuzurechnen und zu verstehen, um die hier so hypokrit getrauert wird, in diesen standardisierten Sentenzen, die für solche ‘Anlässe’ als Formeln ohne jede Spur von wirklicher menschlicher Anteilnahme zur Verfügung stehen. Die Funktionäre dieser Veranstaltungen sind gar nicht fähig zu den Emotionen und Gemütsbewegungen, von denen sie reden in einer standardisierten Rhetorik, die aus dem Handbuch für Trauerfeiern stammt und als das Passende zu jeder entsprechend rubrizierten Gelegenheit gilt.

Was Trauer ist weiß nur der/die, die den Verlust des/der Geliebten als hinzunehmende Wirklichkeit erfahren hat. Das ist keine Sache für Funktionäre, und jeder, der anderes behauptet, lügt, auch wenn er nur sich selbst belügt. Der Verteidigungsminister hat nicht einmal den Namen eines der Getöteten korrekt aussprechen können (Er sagte, sich verstotternd: Langenstein statt Lagenstein).

Nicht Gott ist der Herr. Der Tod ist der absolute Herr, auch der aller Götter.

Lektüreempfehlung: Gaius Julius Caesar, Bellum Gallicum (Der Gallische Krieg).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen