Romantische Landschaft mit Menschenopfer

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Weißt Du wieviel Wolken gehen weithin über alle Welt...
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Donnerstag, 5. Mai 2011

Wir MÜSSEN jetzt nach vorn sehen!

 

Ausblicke

 

(Denn wir müssen (!) nach vorne sehen).

 

5. Mai 2011

Nun sind alle Unterscheidungen aufgelöst ins nichts des nackten, entschlossenen Willens zur Macht. Man kann sich dabei an Nietzsche erinnern, sich aber auf die Erfahrung beziehen, die der Anblick der öffentlich werdenden Selbstdarstellung der Macht ohnehin derart formiert, dass man sich an Nietzsche erinnert fühlt, vorausgesetzt, man hatte die Lektüre vergessen.

Immer reiner, unverstellter zeichnet sich auf dem Grund der Geschichte der alles verdunkelnde Schatten der furchtbarsten Bestie ab, die jemals aus dem Staub der Sonnen der vierten Generation, aus dem Staub der Materie der vergangenen Sterne sich in der Form der Protuberanz des Lebens über ihr als deren bewegtes, lebendes Abbild, als ihre Allegorie ausformte um sich sich selbst zu präsentieren in dieser Spiegelung.

Wer, bei Sinnen, wollte dies miterleben oder überleben, wenn sich nicht von selbst versteht, dass die Identität mit der Bestie oder wenigstens die Identifikation mit ihr das Natürliche ist. Plotin jedenfalls wäre unter diesen Bedingungen so wenig verständlich wie die Gnosis, die, je auf ihre Weise, durchaus bereits erschöpfend verstanden hatten, was die Griechische Tragödie noch als Personifikation in der Gestalt des Ödipus, also noch immer im Umkreis des Menschlichen, und damit im Bereich des dem Menschen verständlichen, zugänglich aus seinem Zauberkreis, situieren zu können meinte, und was erst die Gnosis auf einen universalen Begriff zu bringen wusste, der das Grauen auf den Begriff brachte, das die Epoche durchdrang angesichts einer Morgendämmerung des Bewusstseins, die das Gesicht des aberwitzigen Ungeheuers sichtbar werden ließ, das sich auch den harmlosen Kinderbildchen der alten hebräischen Überlieferung entzog und eine keinem Menschen mehr zugängliches, weil keinem menschlichen Maß mehr sich fügende Ungestalt annahm, vor der Plotin meinte fliehen zu können, während die sich durchsetzende Staatsdoktrin der imperialen Gewalt sie hinter einem Paravent verbarg und das Ausharren bis zu einem angeblich nahen Termin anordnete, bis der Vorhang endlich fadenscheinig wurde und zu dem Staub zerfiel, aus dem die Ideen der technisch-wissenschaftlichen Neuzeit ihren technologischen Golem formten, dessen Riesengestalt Risse zu zeigen beginnt in seinem tönernen, auf die thermodynamischen Gesetze gebauten Fundament, während sich das Ungeheuer mit dem Namen Homo sapiens, die triumphierende Bestie brüllend aufrichtet über der Biomasse der geknechteten und versklavten Herde der Schlachttiere, und unter der leuchtenden Gloriole ihrer nuklearen Superwaffe, die ihre ungeheure Riesenstirn mit der Krone der Gerechtigkeit nach ihrem Selbstverständnis krönt, die sie sich im Augenblick der Auslösung ihres Zünders vor der versammelten Biomasse der ihr unterworfenen Kreaturen aufsetzte.

Die Geistesgeschichte ist damit zugleich als Verfallsgeschichte im Zeichen der Sozialtechnologie zu erkennen, die das Ausharren dekretiert, unter der Gestalt des untermenschlichen Krüppels, auf dessen Form die um seinen kulturellen Halt gebrachte Biomasse der als Nutztiere verwerteten Tiergattung Homo sapiens lange herabgebracht wurde von der organisierten Gewalt der über ihr als Gute Hirten herrschenden größenwahnsinnigen Bestien und ihrer Hütehunde, lange bevor Descartes in den Tieren die Maschine, und La Mettrie die Maschine im Menschen, und d'Holbach die Maschine in der Materie, und endlich Darwin im Menschen ein Tier auch bewusst erkannten, definierten und bejahten, während in Spinoza noch die Identifikation von Gott und Substanz nachhallte, indem er noch einmal zu einer Einheit zu formen versuchte, was von der Supernova der Implosion der ausgehenden Scholastik geblieben war.

Wir wissen jetzt, wovon die sozialen Aufsteiger aus dem Proletariat, die ‘befreiten Neger’, die ‘emanzipierten Frauen’, die Arbeitsemi- oder -immigranten träumten, alle die im Zeichen der Freiheit, der Humanität und der Brüderlichkeit an ‘die Menschlichkeit’ eines pädagogischen, eines elterlichen Impulses appelliert hatten, denn wir können sehen, was sie tun und für den ganz zwanglos natürlichen Ausdruck ihrer Ansprüche halten, indem sie in die Höhen der Hierarchien der organisierten Gewalt aufgestiegen sind.

Sie träumten den Alptraum, den die, die die Folgen der Entscheidungen zu tragen haben, die sie im Interesse ihrer Selbsterhaltung täglich fällen, als überlegene Primaten in Übereinstimmung mit den ‘sozialen Hierarchien’, in deren Positionensystem sie unter kluger, ‘intelligenter’ Anpassung an deren Imperative eingewandert sind – denn dies ist das Ziel all dieser Einwanderungen, die unter dem Titel der ‘Chancengleichheit’ Chancenungleichheit generieren, und diese Anpassung definiert den Inbegriff von ‘Bildung’ – nunmehr die ihnen Unterlegenen tagtäglich mit offenen und mit geschlossen Augen zu träumen zwingen. Sie träumten den Traum ihres auf wessen Kosten auch immer endlich errungenen Triumphs über Ihresgleichen und auf deren Kosten.

Es war der Traum von der Selbstbefreiung der Bestie, die darin besteht, dass die die sich endlich frei sich zu sich selbst bekennende Bestialität keine Sanktion mehr zu fürchten haben würde, indem sie die Heucheleien ihrer demütigen Unterwürfigkeit abschüttelt und endlich straflos triumphiert über diejenigen, die sich von der bekundeten Demut täuschen ließen, und nun die Rechnungen für die Kosten dieser Demut zu bezahlen haben, hinter deren Damm sich die Schlammflut des Ressentiments aufstauen mussten, die sich nun über die ergießen und die verschlingen, die im sozialen Tiefland unterhalb des gebrochenen Damms zu leben gezwungen sind, deren Gefilde der Aufsteiger verlassen hat, um seinen Palast oberhalb der von ihm ausgehenden Gefahr zu befestigen, während die Exkremente seines Ressentiments und der Angstschweiß angesichts der Möglichkeit des erneuten Abstiegs, der ihn die Nähe und die Angleichung an das Rudel der Taubtiere suchen lässt, die stets beflissenere Anpassung an das Rudel der Carnivoren, in deren Gruppe er Aufnahme fand, die Ebenen unterhalb seiner Position überfluten. Denn nichts wäre riskanter als wenn die Bestien in ihm das Opfer, die Beute wieder erkennen könnten, dessen Rolle und Schicksal er glücklich entkommen ist.

Und nur nebenbei ist z. B. ganz natürlich, dass ‘die emanzipierte Frau’, als Typus noch nie auf den Gedanken gekommen sein kann, dass es ihre Aufgabe sein könnte, eine Repräsentation ihrer Kinder im politischen System zu erkämpfen, als deren Mutter, und während sie Kinder sind. Und nicht einmal als ‘FamilienministerIn’ kommt sie, sozusagen positione, auch nur in die Nähe des Gedankens. Die emanzipierte Frau ist wie alle diese ‘Emanzipationen’ erfüllt von der Anstrengung sich der Funktion anzupassen, in die sie ‘aufsteigen’ will, als Büttel der sich mittels ihrer über der Biomasse des Homo sapiens zum Verhängnis seines Daseins zusammenballenden organisierten Gewalt. Der Traum des ‘sozialen Aufsteigers’ ist der Traum von seiner Kooptation durch die organisierte Gewalt als deren Funktionär.

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Was da zu sich selbst kam um sich zu bekennen ist im Großen, was heute an jeder sich zu sich selbst bekennenden Perversion, an jeder sich zu sich selbst bekennenden Gewaltsamkeit, an jedem sich zu seiner Verwahrlosung und Asozialität zu seiner Erleichterung mit Unterstützung des ihnen getreulich nachlaufenden Gesetzes und der Rechtsprechung bekennenden kriminellen Impuls imponiert, als Entlastungsgewinn, der sofort ausgezahlt wird in der Form der Befreiung von den Hemmungen der Aktionsbereitschaft durch die Rücksichtnahmezwänge, die eine soziokulturelle Identität auferlegen müsste.

In seiner letzten Konsequenz findet sich stets, dass diese zunächst privaten, und sanktionierten Motive einen ‘sozialen Aufstieg’, eine ‘Diffusion nach oben’ – wenn das, wo das anlangt denn ‘Oben’ ist --  durchmachen und endlich zum Element der Definition und der Praktiken des beherrschenden Apparats der organisierten Gewalt werden, bis die Diffusion des Ensembles dieser 'Motive' in das Bekenntnis der organisierten Gewalt zu sich selbst als absoluter eingeht und sie dann auch offen beherrscht, indem ihre 'Selbstreflexion' ihr selbst klar macht, dass alles andere eine nicht länger notwendige Heuchelei ist, die sich auch mit dem Maß der aus der eigenen Praxis gezogenen Einsicht in die Wahrheit dieser Praxis nicht vereinbaren lässt und damit der derart gewendeten ‘Selbsterkenntnis’ als Selbsttäuschung im Wege steht, und den Umstehenden als Unehrlichkeit erscheinen muss, von der sich zu verabschieden ein Gewinn an Authentizität ist, auf den man nicht länger verzichten will. Denn schließlich ist das ein Gewinn.

Anzupassen sind dann nur noch die bisher verwendeten, längst von der politisierten Rhetorik des Opportunismus verschlissenen Begriffe, die noch Reste des verblichenen Gewebes des Paravents enthalten, von denen sie nunmehr 'gereinigt' erscheinen, was ihnen einen neuen, stählernen Glanz verleiht – den des Schimmers von Waffen - das eigentümliche Finish der gänzlichen Undurchdringlichkeit einer unangreifbaren Panzerung, die sich der endlich zu sich selbst kommenden Identifikation von Macht, Gewalt, Recht und Gesetz, Gerechtigkeit und Erfolg zu einem Monismus ausformt, der die Stadt und den Weltkreis – urbi et orbi -- restlos erfüllt in dem Augenblick, in dem sich das Ungeheuer die aus den Bestandstücken der zu Beutestücken und Trophäen der Kultur- und Geistesgeschichte geformte Krone aufsetze, die aus den symbolischen Formen der Überlieferung geflochten ist, und endlich durch ein technisches Artefakt aus eigener industrieller Herstellung ersetzt werden kann, an dem nichts mehr interessiert als das Funktionieren zum definierten Zweck der globale Verwertung der Biomasse der Tierart Homo sapiens.

Und da ist kein Gott mehr, an den ich mich – oder wer immer sonst sich -- wenden könnte, um ihn zu bitten: ‘Nimm' mich aus dieser Schöpfung, dieser Gestalt gewordenen materiellen Form der Phantasien eines umnachteten niederen und niederträchtigen Geistes und lass' mich einkehren in Dein Haus, mein Heim.’

Und da ich das Monster nicht gereizt habe kann ich nicht einmal erwarten, dass es in der Nacht seine Knechte schickt, um mich hinzurichten, damit der Gerechtigkeit in seinem Sinne Genüge getan sei.

So harre ich aus und beneide die Ungeborenen und die Toten, alle, die den Diktatoren ein Dorn im Auge sind, denn sie dürfen hoffen, dass er sie erschlägt und damit von dem Leben unter ihnen erlöst.

Wer jetzt keine Beziehung zur Gewalt hat, in welchem Sinne auch immer, ist es, der verloren ist.

Hegel noch konnte meinen, dieses Gefüge sei richtig gekennzeichnet als

‘Geistiges Tierreich’.

Das ist zeitgemäß, entsprechend dem seither erzielten Fortschritt der sich zu sich selbst stets vorbehaltloser bekennenden hochtechnologisch organisierten Bestie zu korrigieren: Es ist ein bloßes Tierreich ganz ohne Geist, in dem der Behaviorismus, die zur Wissenschaft erhobene Perversion der Gewalt als bloßes Verhalten zu sich selbst als Wahrheit seiner Praxis gekommen ist.

Der Fortschritt besteht darin, dass sich angesichts dieser Faktizität auf kurze Sicht als nächstes auf Erklärung, Explikation und auf Interpretation (Hermeneutik), kurz: auf Wissenschaft verzichten lässt. Denn Verhalten bedarf ihrer nicht und schließt sie auch aus, als überflüssig und widersinnig.

Rückkehr zur Unmittelbarkeit bedeutet hier nicht mehr ein Verständnis, das sich zwischen Naivetät und Sentimentalität entfaltet als Rückkehr zum Menschen im Modus einer Heimkehr ereignet, sondern eine Rückkehr zur Unmittelbarkeit der sich zu sich selbst bekennenden siegreichen Bestie, die ihren einzigen möglichen Konkurrenten, den Menschen erfolgreich vernichtet und aus der Geschichte des Homo sapiens eliminiert hat, und sich im Bekenntnis zu sich selbst endlich auch der Reflexion entledigen kann, die stets die Reste der Möglichkeit der Wiederkehr des Verdrängten mit sich führte. Konsequent ist daher das Ende der Wissenschaft durch ihre Überführung in Technik und politische Rhetorik, mittels deren die Faktizität der organisierten Gewalt sich selbst legitimiert, indem sie sich darin spiegelt und realisiert zugleich, ohne dass sich sagen ließe, was das ‘Urbild’ und was das ‘Abbild’ sei.

Das wäre dann der letzte aller Paradigmenwechsel, der alle Paradigmen hinter sich lassen kann.

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