Romantische Landschaft mit Menschenopfer

Romantische Landschaft mit Menschenopfer
Weißt Du wieviel Wolken gehen weithin über alle Welt...
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Freitag, 1. Mai 2015

 Kultur, Erinnerung und Innovation in Deutschland (mit Blick auf Europa)

Montag, den 20. April 2015

Monatsabrechnung für den Kulturkalender.




Dichter-Fürst

Es kann, nach allem, was sich aus den nicht ausgesprochenen Mitteilungen, dem vorsichtigen Herumeiern mit den Formulierungen, die ausgearbeitet werden, als bewegten sich die Redenden, vor allem in den politischen Positionen, in einem Minenfeld, also anhand der kursierenden Ansichten über das Land schließen lässt, dass sich die meisten Menschen des Umstands mehr oder weniger bewusst sind, dass sie in einer sterbenden, zum Untergang verurteilten Kultur leben, in der Nachkommen zu haben, um deretwillen man noch zu leben versucht, kaum mehr mit dem eigenen Gewissen zu verantworten ist, indem die Eltern sich einem grauen Vorhang gegenüber sehen, auf dem die Zukunft wie in einen undurchdringlichen Nebel gehüllt verhangen ist. Sogleich sind die zu allem bereiten Schwätzer da und erklären witzig, das Problem mit den Prognosen sei eben, dass sie die Zukunft betreffen, die niemand kennt. Nebenbei sind sie bekennende Science Fiction Fans und kennen H. G. Wells (oder ist es G.B. Clarke oder D. J. Bobo?) Krieg der Welten, der dann ja auch ungefähr so stattfand oder befürchtet wurde, mit Grund, so dass, wenn er (noch) nicht stattfand, das nicht daran liegt, das die Klugscheißer das tunlichst nicht vorausgesehen hätten.

Denn die haben mit ihrem Spiel auf der Klaviatur, nein, dem ganz großen Orchester der Angst reichlich verdient, indem sie der Welt die echt volldemokratischen Mores des 'Duck and Cover'* beibogen, alles wegen der Prävention und um der Menschen willen, versteht sich. Es ging immer um ihre Rettung vor den Folgen dessen, was die Politik mit ihnen inszenierte, in ihrem eigenen Interesse, wie das in einer Demokratie so ist.

Deutschland, als Land, in dem Menschen mit einer kollektiven Zukunft leben, ist ein untergehendes Land, eine zum Tode verurteilte, in den letzten Zügen liegende Kultur. Auf die kommt nichts mehr an, wenn es je darum ging, solange das jemand bezahlte, also etwa eine Klasse von Menschen, an der man mit Kultur verdienen konnte und die Produkte unter einem bestimmten Niveau nicht abgenommen hätte. Das ist inzwischen anders.

Die Deutsche Kultur ist out.



Man muss das endlich mal so offen aussprechen. Das ermutigt, ja berechtigt zu einer Bestandsaufnahme des Vergangenen vor dem Hintergrund der Generation Wiki-Freaks. Da ergibt sich etwa Folgendes:

Kultur lohnt nur noch als Randgeschäft, zumal ohnehin niemand mehr sie hat, die Bestände schrumpfen, es ist noch was auf Lager, aber das Verfallsdatum ist nicht mehr weit und die Hersteller sind abgewandert, in Gräber meist, während zugleich der Markt kongenial schrumpft. Aus der heute lebenden Jugend kommt zumeist schon erhebliches Unverständnis, kaum einer versteht mehr worum es eigentlich ging, man hatte das in der Schule, ja, aber das blieb alles unklar, der Lehrer wirkte verwirrt, irgendwie hatte es was mit Stalingrad zu tun, und Konzentrationslagern, vor allem in Weimar, wo ein gewisser Goethe als Lagerkommandant arbeitete, und sich in seiner Freizeit aus der abgezogenen Haut von ihm selbst in mühevoller Handarbeit und Eigenleistung vergaster Holocaustopfer Lampenschirme bastelte, wenn er nicht gerade Säuglinge grillte, gewöhnlich Zwillinge, und immer Mädchen, er fand das Fleisch sei zarter, räumte aber später auf Vorhaltungen hin ein, dass man das als Geschmackssache betrachten konnte, und er lud zu den Grillparties immer Gäste ein – das Verhör ergab, dass er zwei allein nicht schaffte und es sollte andererseits nichts verderben. Zwillinge wählte er aus ästhetischen, genauer aus Symmetrie-gründen, nach eigener Auskunft – ja, und der und dann den Faust schrieb, zuerst den linken, oder war er der rechte, er soll Rechtsausleger gewesen sein, oder es war der zweite Teil, den sowieso keiner versteht, das ist wegen der vorausschauenden Geheimhaltung unter den alten Kadern, die meinten, am geheimsten bleibt, was gar nicht erst gelesen wird, weil es sowieso keiner versteht, während sein Kammerdiener, ein Undercoveragent der Symbion Freedom Fighters und Lover von Patty Hearst (mit dem Tarnnamen: The Bitch), in einem heimlichen Labor zusammen mit einem gewissen Alpha Edison und einem anderen Typen mit dem obszönen pornographischen und in den Kreisen von Huren, die in safer sex geschult waren gefürchteten Spitznamen 'Max Planck' immer aus irgendwelchen obskuren Chemikalien aus Braunkohlgruben im Harz zunächst zur Unterhaltung der Weimarer Hofgesellschaft Feuerwerkskörper gebaut hatte, echte Knaller, die großen Anklang fanden bei Festen an einem Ort mit dem geheimnisvollen Namen Peenemünde, das war aber ein Tarnname, die Spione der Gegenseite, die unerkannt bleiben wollten, undeclassified, und nicht zum Interview bereit standen, sollten glauben, der Ort läge in den Alpen, bei Oberammergau, man wollte sie zu den Festspielen locken um sie dann zu bekehren, dabei lief die ganze Sache im Teutoburger Wald haha, das hat die ganz schön aufgehalten, aber sie kamen dann doch dahinter, sie suchten sogar in Thüringen, aber dann hatten sie diese genialen Entzifferer von Chiffriermaschinen, und kamen, wie schon gesagt, schließlich doch dahinter, sie konnten jedes Enigma dekodieren, bis sich dann herausgestellt hat, dass der Hauptentschlüsseler schwul war, so kam der immer durch jede Hintertür an alle Geheimnisse, trotzdem bekam der dann Hormonspritzen, die sollten seine in den langen Nächten seiner Entschlüsselungspraxis offenbar stark abgeknickte Männlichkeit stützen, man bestand darauf, irgendwie war klar, dass das so enden musste, tragisch halt, wie immer, sonst gäb's ja auch nix zu erzählen, aber da war die Arbeit auch schon getan und es kam nicht mehr darauf an, dass er sich umbrachte – also dieser Diener, um den ging es ja, hieß der nicht Braun, von Braun, wegen der Hemden dieser SA oder so? - der dann später Raketen für die Amerikaner gebaut hat, nachdem die ihn in einer Höhle, oder in einem Wirtshaus im Spessart aufgespürt hatten, wo er sich versteckt hatte, mit Dollarbündeln und Devisen und mehreren Goldbarren, und einem Vollbart, der als Fluchthelfer darauf bestanden hatte getragen zu werden, dieser Typ oder ein anderer mit demselben oder einem anderen Namen, der war dann letzten Endes dafür verantwortlich, dass Gretchen oder Grettken Fraulein, wie sie sich dann nach ihrer Emigration nach den USA nannte, wohin sie auf vielen Umwegen gelangte, indem sie unter anderem mit einer vorübergehenden Tarnexistenz unter dem harmlos und absolut unauffällig, sozusagen betont alltagsgrau, wie die Mäntel, die man damals trug, klingenden Namen 'Anne Frank' lebte und zur Tarnung ein Tagebuch schrieb, das sie selbst fälschte mit einem Kugelschreiber, den es erst zwanzig Jahre später im Handel gab - er war ihr von einem eigens zu diesem Zweck angereisten Zeitreisenden, der seinen Namen nicht nennen wollte, an einem geheimen Treffpunkt übergeben worden unter dem Siegel strengster Diskretion, so dass sie ihren Aufenthalt in realtime wirksam verbergen konnte, denn jeder Agent, dem das Tagebuch zufällig in die Hände hätte fallen können, wäre aufgrund seiner unbestechlichen Schulung sofort darauf gekommen, dass die Schreiberin niemals mit ihm im selben Zeitrahmen existieren konnte aufgrund des Kugelschreibers, von der der Agent sofort erkannt haben würde, dass es ihn erst zwanzig Jahren später im Handel geben würde, eine Tarnung, mit deren Hilfe es ihr endlich gelang in die USA zu gelangen, mit einem in Holland in einer kleinen unterirdischen Untergrundwerkstatt, die als Würstchenbude getarnt war, mit einem selbst gebauten knallroten Gummiboot mit Hilfsmotor, für alle Fälle, und mit einer Ausnahmegenehmigung und nach einem Empfehlungsschreiben von Albert Einstein, der in ergreifenden, aber betont schlicht gehaltenen Worten auf die allgemeine Relativität ihres Daseins in der kosmischen Raumzeit eines seinerzeit jedenfalls zwar einerseits gekrümmten, im Wesentlichen aber flachen, damals noch um die später zurückgezogene kosmische Konstante bereicherten Universum aufmerksam gemacht hatte in einem bewegenden Schreiben an den Präsidenten der USA, einen gewissen Roosevelt so dass sie in das gelobte Land der opportunities einreisen durfte, wo sie unter Wahrung ihrer Tarnung kurzzeitig als Freiheitsstatue einsprang, jetzt unter dem Tarnnamen Fraulein Wunder, als Wiedergutmachung für die Einreiseerlaubnis sozusagen, als diese wegen einem umweltbedingten Korrosionsschaden vorübergehend vom Amt für Denkmalschutz vom Podest genommen werden musste, es war halt Krieg, was wollte man machen, D-Day war angesagt, und sie, das muss ich noch sagen, Grettken jezz wieder, war auf der Flucht vor einem gewissen Mephisto, der rechten Hand von Adolf Hitler, einem üblen Typen aus so einem Heilen Milieu in den Alpen, der typischen Frucht der Heilen Welt und der Heilen Familie - wo es damals standardmäßig Mütter gab, man mache sich das einmal klar, was das heißen musste für die armen Kinder, und der Kinderschutzbund war noch nicht einmal als Idee aufgetaucht, es gab also niemanden, der für sie, die hilflos ihren erbarmungslosen Peinigern ausgelieferten Kinder eintreten konnte angesichts dieser Situation, und alles vollzog sich im Geheimen, hinter verschlossenen Tüten, unter dem Vorwand des Privatlebens, es müssen sich schreckliche, unfassbare Szenen abgespielt haben, das war noch echte Erziehungsgewalt und hieß auch so, heute heißt es anders, ist aber dasselbe, wird indessen jetzt professionell verübt, also genauer gezielt und mit höherer Trefferquote, auch sachlicher, überlegter, wissenschaftlich angeleitet und begleitet - und dann noch anderen Einrichtungen dieser Art – das war also dieser Hitler, der eigentlich genau 'TheFuhrer' hieß, eigentlich ein ehemaliger Schauspieler aus Groß Britannien namens Karl Chaplin, und man musste immer die Hacken zusammen schlagen, dass es nur so knallte und dabei brüllen: 'JawollMeinFuhrer' denn er war etwas schwerhörig, und weil die auch kein Ü auf ihren Schreibmaschinen oder in ihren Setzkästen hatten - und vor den anderen Nazis, vor denen floh sie auch, Grettken, das ging dann alles in einem Aufwaschen, weil sie schon einmal dabei war flüchtete sie gleich vor allen, es waren sowieso alles dieselben, alles eine Bande, und auch weil die sich immer mit diesem 'Heil' begrüßten, ekelig, das, irgendwie – Grettken in einem von ihr unter dem Pseudonym 'Madonna' verfassten Brief an einen in Deutschland verbliebenen Jugendfreund, der uns das Schreiben freundlicher Weise einsehen ließ: „Das nervte echt voll total, jezz ma ohne Scherz!“ - Heil also immerfort, morgens beim Aufstehen, nach dem Zähneputzen, dann am Frühstückstisch, immer dieses 'Heil', dann im Büro, in der Pause, das ging den ganzen Tag immer Heil, Heil, Heil, es war eine Art von Folter, subtil und hinterhältig, eins ständige Gehirnwäsche, damit jedem klar war, dass von ihnen, den Unholden, kein Unheil ausgehen konnte, sondern nur von den Anderen, aber hier verliert sich die Spur, sie hat dann später in Memphis, irgendwo in Ägypten glaube ich, wohin sie als Botschaftsangehörige ging, einen gewissen Mike Prestley geheiratet, einen Mitarbeiter der Botschaft, der Standesbeamte soll ein gewisser Ramses gewesen sein, die waren irgendwie durchnumeriert, der Erste, der Zweite usw. ad infinitum, abzählbar unendlich, das war der Urururgroßvater der Goua 'Ult, die dann später in den USA zu landen versuchten, mit pyramidenförmigen Raumschiffen, und aus dieser Verbindung ist nach ihrer Rückkehr in die USA ein Sohn hervorgegangen, ein ferngesteuerter Parasit, oder vielmehr der Körper wurde ferngesteuert von dem eingenisteten Parasiten, der später in anderen Zusammenhängen noch eine Rolle spielen sollte und sehr bekannt wurde, weil er immer mit den Hüften wackelte, besonders wenn Frauen in der Nähe waren, das war der Effekt der Fernsteuerung durch den Parasiten, und höllisch genervt war, wenn jemand auf seine blauen Wildlederschuhe trat, aber abwärts ging es mit ihm vor allem wegen der Baguette-Burger, die er immer in großen Mengen zu sich nahm, neben den Tabletten, alles mit viel Coke, aber die Todessursache waren diese Schinkenbaguettes, das ist amtlich festgestellt worden.



Er sollte eigentlich noch eine Rolle im Zweiten Teil des Faust spielen, es kam aber leider nicht mehr dazu, er kam nur bis Bad Nauheim und dann auch Friedberg in Hessen, Weimar hat er nie erreicht, da hatte diese sich als unheilbar erweisende schwere polytoxikomane Baguettesucht schon ihren Tribut gefordert, es kam, wie es kommen musste, und so endet dies alles in der Tragödie des furchtbaren Verlusts, den dieser eigenartige und bizarre Verlauf des Deutschen Dramas par excellence und kat exochen nehmen musste, den furchtbaren Weg in das Dunkel, die Finsternis, den abgrundtiefen unauslotbaren Abyssus der ultimativen Katastrophe, mit der Folge des nun zu beklagenden, aber auch schon lange zurück liegenden Zusammenbruchs der Kultur Deutschlands, die sich aufgrund dieses Verlaufs der Ereignisse nicht mehr aufhalten ließ, aber das liegt alles schon so lange zurück, dass selbst von den Leuten, die aus Stalingrad zurückgekommen sind, und die immer alles wussten über die deutsche Kultur und stundenlang von ihren erschütternden Erlebnissen und voll auf Ekstasy in der 'Hölle von Stalingrad' (einer in Szenekreisen berühmten Disco), die damals an diesem Ort ihre berühmten Pforten geöffnet hielt für die Schlange stehenden Bewerber, also sogar die sich kaum noch einer daran erinnern können, wie das damals wirklich war, wenn sie überhaupt noch leben.

Und viele kamen ja auch gar nicht rein, wegen der türkischstämmigen Türsteher.



Man bedient eine Weile noch die zurückgehende Nachfrage, und konzentriert sich stattdessen auf die expandierenden Segmente des Technologiemarktes und der Dienstleistungen, etwa den Verkauf von Nutzungsrechten für Leitungen zur Abwicklung kapitalisierter Kommunikation, deren Löwenanteil wiederum dem internen Businessbetrieb zuzurechnen ist, nach dem der Leitungskonsum der Plapperköpfe und der voneinander durch die Daseinsbedingungen räumlich getrennten Menschen bedient werden. Zugleich ist die Kompensation für die sterbende Population in der entschlossenen Redefinition des Selbstverständnisses des Landes durch die Orientierung an den kompensatorischen Möglichkeiten des Bevölkerungsimports entsprechend dem Arbeitskräftebedarf, aber auch zur Auffüllung der abnehmenden Zahl der Konsumenten der Produkte der heimischen Wirtschaft aus einem globalen Reservoir von Bereitwilligen und mobilen Menschen vollkommen problemlos zu realisieren.

Die eher zunehmende Attraktivität des Landes für Menschen aus allen Teilen der weniger entwickelten Welt sorgt sogar für einen nicht eigens zu ermutigenden osmotischen Überdruck von außerhalb der Grenzen des Landes, der zu einer bequemen, wenn auch nicht immer leicht zu realisierenden Steuerung und Kontrolle durch die bedarfsgerechte Selektion der Immigrantenwellen ermutigt, auch wenn es dabei mangels einer ausreichenden Kontrollmöglichkeit und Übersicht zu Nebenerscheinungen kommen kann, die man sich nicht unbedingt wünscht, aber hinnehmen kann angesichts der Alternative: Dass die einheimische Population die ihr gebotenen Daseinsbedingungen nicht so günstig annimmt, dass ihre Reproduktionsrate die wirtschaftlich wünschenswert erscheinende Populationsdichte aufrecht erhält und garantiert.



Zwar wird von Kritikern und Beobachtern darauf hingewiesen, dass die langfristigen Folgen dieser kompensatorischen Maßnahmen, die aufgrund der kurzfristigen Bedarfslagen alternativenlos erscheinen, zumal die Kritik keine glaubwürdigen, mit der Wirtschaftsentwicklung kompatiblen anderen Möglichkeiten zu benennen imstande ist, schwer zu übersehen sind, aber man muss ohnehin die Probleme der Zukunft dieser und den dann in den Entscheiderpositionen befindlichen Menschen und Generationen überlassen, da eine präventive Einflussnahme auf das Unabsehbare und aus der heutigen Sicht Unzugängliche außerhalb der Reichweite des Handelns in der Gegenwart liegt. Man kann das die postnihilistische zynische Bekräftigung und Ermutigung der zynischen Vernunft nennen, aber letzten Endes werden selbst die schärfsten Kritiker der gegenwärtigen Politik nicht anders können als die sei es auch ad hoc, aus Verlegenheit bessere Lösungen wenigstens hinzunehmen angesichts ihrer eigenen, nur allzu offensichtlichen Ratlosigkeit.



Schließlich ist vom Untergang einer Kultur zu reden selbst höchst problematisch. Die Generationen, die nach diesem postulierten Untergang leben, empfinden das womöglich ganz anders, als Gewinn neuer Möglichkeiten. Sie leben mit den sich entlang der jeweiligen Gegebenheiten sich einspielenden Bewusstseinsverfassungen, die ihrerseits ein Produkt und eine Resultante dieser Gegebenheiten sind, von denen sie wiederum ein Teil sind, jeder für sich, so dass sich ein automatisch sich einspielendes Gleichgewicht ergibt, das zwischen den ‚Gegebenheiten’ als den Rahmenbedingungen des Daseins und dem Bewusstsein der Menschen, die sich darin einrichten, von selbst einspielt, meist ohne dass das einer weiteren oder ausdrücklicheren Kontrolle und Regelung bedürfte, über deren Notwendigkeit und Sinn man sich dennoch jeweils vor Ort und zur Zeit dann Gedanken machen kann, wenn sich ein ausdrücklicher Anlass dazu ergibt, und die sich immerhin als Prävention in Reserve halten lässt, wie die nach Bedarf berittene oder zu Fuß im Kampfanzug notfalls hinter Gittern und Barrikaden zu beeindruckenden Pressebildern mit internationaler, gar globaler Ausstrahlung aufmarschierende Bereitschaftspolizei, die der Wirklichkeit der kämpferischen, der wehrhaften Demokratie den Notwendigen Nachdruck und die unübersehbare Optik zu verschaffen weiß.



Zwar ist zu bedenken, dass etwa im Hinblick auf die augenblickliche Situation der Populationsentwicklung festzustellen ist, dass sie in gewissem Sinn als Fehlanpassung zu betrachten ist, wenn man den gegenwärtigen Stand der Dinge linear auf die Zukunft hin verlängert, aber es gibt wiederum keinen Hinweis darauf, dass sich diese lineare Verlängerung eines gegenwärtigen Trends einfach von selbst ergibt oder auch nur nahelegt. Ein Blick auf die Vergangenheit genügt um das zu widerlegen.

Der augenblickliche Stand der Dinge kann recht plötzlich umschlagen und es ist in keinem Fall klug, hier in eine Panik zu verfallen, die zu einer Übersteuerung in einer anderen Richtung führen könnte, wenn sich an den Gegebenheiten auf unvorhergesehene Weise etwas ändert, was die Population dann zu anderen Einstellungen gegenüber dem Leben anregt, wie etwa die erneute Betonung der Werte der Familie, der Mutterschaft und des gemeinsamen Lebens der Generationen, ein neues Verständnis der Partnerschaft der Geschlechter und damit eine allgemeine Trendwende von der derzeitigen ichbezogenen Grundeinstellung der Menschen zu Beruf und Karriere und einer gewissen Überbetonung des Individualismus, der dieses ganze Zeitalter und den Lebensstil sowie das Selbstverständnis stark geprägt hat, alles Entwicklungen, die sich vor allem in den Industrieländern im Zuge der Individualisierung des Lebens verbreitet haben und derzeit nach wie vor auch auf andere Regionen und Kulturen der Welt ausstrahlen, ein Symptom, das nicht zuletzt den Bedeutungsgehalt des Terminus ‚Globalisierung’ sehr stark mit bestimmt hat.



Die Beunruhigung, ja gelegentlich auch der Ärger, den dies im Einzelfall verursachen kann, ohne dass man das voreilige verallgemeinern dürfte, hat ja nicht nur die dann oft zu stark betonten Schattenseiten, durch deren Hervorhebung die Politik aufgefordert wird und angeregt werden soll zum Handeln, sondern bietet auch die dann oft zu eilfertig herunter gespielten Chancen und Gestaltungsspielräume, wie sie typisch dann sich ergeben, wenn alte, eingefahrene und verkrustete Strukturen aufgebrochen werden oder nicht mehr haltbar sind und Anlass geben für neue Ideen, Geschäftsmodelle, berufliche Tätigkeiten, Qualifikationen und Formen der Lebensgestaltung, die bisher undenkbar waren und nun einladen dazu, dass innovationsbereite und neugierige, zukunftsorientierte Generationen sie ergreifen und sich entlang dieser Chancen entfalten unter Bedingungen prinzipiell gleichen Zugangs für alle.



Selbst wenn man die immer wachsame Kritik des Negativen an allen diesen Entwicklungen als ein stets notwendiges Korrektiv begrüßt, und das sollte man unbedingt so sehen, als einen produktiven Beitrag zur Analyse der Gegenwartslage, und die für den bösen Blick charakteristische Sichtweise angemessen würdigt, bleibt doch aufs Ganze gesehen zu sagen, dass wie noch stets in der Geschichte der Blick die Zukunft eine positive Bilanz ermöglicht, insofern die Gesamtsituation bei genauem Hinsehen berechtigt dazu, die momentane Stimmung in der Bevölkerung als eher vorübergehende Erscheinung zu beurteilen, die auch einen gewissen strategischen oder taktischen Stellenwert hat für die Population eines Landes, die sich dessen bewusst ist, dass ihre Einstellungen von den politisch Verantwortlichen mit Aufmerksamkeit beobachtet und ausdrücklich ermittelt wird, indem deren Schicksal in gewisser Weise, wie sie sich wohl bewusst sind, von den Resultanten dieser Einstellungen dort abhängt, wo sie handlungswirksam werden in politischen Entscheidungen, die durch ihre Bündelung einen tatsächlichen Einfluss zu nehmen imstande sind auf die Tagespolitik und deren Ausrichtung an der mindestens nächsten oder nahen Zukunftserwartung der Bevölkerungsbasis.



Zugleich ist der Einfluss der Massenmedien stets mit zu bedenken, deren Neigungen zu einem gewissen Sensationismus, vor allem in der oft verzweifelt um ihr Überleben kämpfenden Redaktionen der alten Printmedien, der Ausrichtung am Auffälligen und Außergewöhnlichen, dem Unfall und diffusen Ängste in Teilen der Bevölkerung periodisch mit dazu beiträgt, dass gelegentlich apokalyptische Szenarien einen großen Effekt ausüben und die Stimmung in der Population mit beeinflussen, nicht immer im Dienst der gebotenen Nüchternheit, die die Politik dann wiederum und oft mit einiger Mühe und unter Murren in die Situation einführen muss, mit gelegentlich erheblichem Schaden für verantwortungsbewusste Politiker oder Parteien, die sich dem diffus erzeugten Stimmungssyndrom nicht ohne Weiteres anzuschließen bereit scheinen, und man kann kaum sagen, dass die Vorliebe der Filmindustrien für die bekannten blockbuster des Katastrophen- und Weltuntergangsgenres oder auch die oft stark dramatisierten Berichte der Nicht-Regierungs-Organisationen und der Presse aus den in Übergangssituationen befindlichen Teilen der Welt, in denen naturgemäß das Konfliktniveau höher liegt als in den alten Industrieländern oft nicht gerade dazu beitragen, dass sich die Nerven beruhigen, auch wenn man diesem Aspekt und Segment der Unterhaltung einen kathartischen Wert und Sinn zubilligt.



Dass alles dies nicht unbedingt dazu beiträgt, einer Unterströmung von diffus negativer Zukunftserwartung den Zufluss zu entziehen, versteht sich ohne Weiteres, aber es gehört zu den garantierten Bedingungen unserer Lebensordnung, dass sich die Politik in diese Aspekte der Kommunikation unter den Bürgern und der Öffentlichkeit nicht einmischt, sei es auch in allerbester Absicht. Nicht nur in diesem Land sind die oft wenig begrüßenswert erscheinenden Nebenwirkungen der Freiheit bemerkt worden, indem diese eben darin bestehen, dass auch weniger realitätsangemessene oder rationale Ansichten und Lebensperspektiven eine öffentlichkeitswirksame Präsenz erhalten, die sich nicht einfach mit Diktaten aus der Welt schaffen lässt.

Nicht zuletzt der Blick auf die nicht einmal so entfernte Geschichte auch Europas zeigt die oft starken Schwankungen der allgemeinen Gemütslagen der Bevölkerung, und mehr noch, dass diese nicht einfach zum Beispiel den realen Daseinsnöten folgen wie die Räder auf einer gelenkten Achse wenn man das Lenkrad bewegt. Die Divergenz zwischen der dominanten Stimmungslage einer Population und der tatsächlichen materiellen Lage ist an nichts deutlicher zu machen als an der Geschichte der Entstehung des Christentums, das, endlich nach Jahrhunderten interner Auseinandersetzungen und Konflikte, die große Teile der Bevölkerung erfassten und in Mitleidenschaft zogen, zur allgemeinen Verbreitung und Akzeptanz gelangt, dann die folgenden mehr als eintausend Jahre der weiteren Entwicklungsgeschichte Europas und endlich, an seinem eigenen Ausgang in die Moderne, der gesamten Welt bis heute mitbestimmt hat.



Was heute nicht mehr so ohne Weiteres gesehen wird, ist der später mehr und mehr zurücktretenden eschatologische Aspekt des frühen Christentums, das als Reaktion der Populationen, die davon erfasst wurden bzw. sich in die neue Weltansicht einfügten, indem sie ihrer Stimmungslage entgegenkam und die wirksam in einer symbolischen Form auffing und repräsentierte, die negative Grundstimmung dieser Bevölkerungen im Wesentlichen das Imperium Romanum in die Erwartung eines baldigen Endes der bekannten Welt und Weltordnung um- oder ausformulierte, die auf eigenartige Weise konvergiert mit der im selben Augenblick sich ausbreitenden Pax Romana bzw. Pax Augusta des einsetzenden Kaiserreichs, das durch die Umformung der Res Publica Romana aufgrund der Notwendigkeiten der Verwaltung des so oder so, durch Glück, Zufall oder Notwendigkeit und auch Gier und Neugier, Nachahmungstrieb (des Alexanderzuges) entstandenen Imperium, das eine Verwaltung und eine zentrale Führung benötigte, die die Institutionen der Res Publica nicht bereitzustellen vermocht hatte.

Die stark negativ eingefärbte Weltsicht, die das Christentums in diese Welt gegen deren energischen Widerstand hineintrug koinzidierte also mit einer kommunikativen Situation, die erst durch die Pax Augusta und ihrer Prolongation über mehrere Jahrhunderte möglich wurde, indem sie ein enormes Territorium auf eine seither auf demselben Gelände nicht wieder erreichten Grad politisch und militärisch integrierte und seine Verwaltung vereinheitlichte, damit aber eine Situation des in gewisser Weise in dieser Form jedenfalls bisher nicht bekannten Ausmaßes möglichen Austauschs von Gütern und Ideen, kulturellen Besonderheiten und Nachrichten aus anderen Teilen desselben Geländes, das nunmehr von den britischen Inseln bis nach Persien reichte, und über diese Grenzen hinaus Verbindungen schuf und unterhielt.



Dieser bisher ganz ungekannten Erweiterung der Kommunikation und des Austauschs aber entsprach die innere Ausbreitung des zunächst ganz negativ gegenüber dieser politischen Welt eingestellte Christentum, das nicht zuletzt aufgrund seiner ihm eigentümlichen Offensivität gegenüber den traditionellen Überzeugungen der Populationen nicht wenig zu den inneren Konflikten beitrug, die sich daraus unvermeidlich ergeben mussten. Denn das störte die Absichten der Politik der Pax Romana der Cäsarenzeit.

Die Politik geriet daher unvermeidlich mit der Verbreitung der neuen attitudes and beliefs in Konflikt und die Auseinandersetzungen und ihre Folgen sind hinreichend bekannt. Was eigentümlich ist, und das ist, was hier in Betracht gezogen ist, ist die Negativität der neuen sich unter den Bedingungen, die die Politik ihr erst bereitstellte, als den Bedingungen ihrer Möglichkeit ihrer Verbreitung sich ‚unter ihr’ in den Populationen ausbreitenden neuen Weltsicht, die den gerade geschaffenen und dann über Jahrhunderte aufrechterhaltenen politischen Daseinsbedingungen.



Die neue Weltsicht lehnte nicht nur die Politik ab, sondern mit ihr die Welt, die von ihr integriert wurde in einem bisher nicht gekannten Maße. In diesem Spannungsfeld entfaltete sich dann die Entwicklung politischer Herrschaft, der langsame Umbau der gesellschaftlichen Strukturen und die ständig weiter laufenden Versuche der Integration des Randes des verwalteten Territoriums, der Austausch über seine Grenzen hinweg und die zunehmende, allerdings auf widersprüchliche Weise für das Imperium folgenreiche Attraktivität und Anziehungskraft seiner sich dynamisch entwickelnden Kultur und Gesellschaft, mit der endlichen Konsequenz der sich daraus in der Form des katholischen Christentums im Westen und der griechischen Orthodoxie im Osten, mit den Zentren in Rom und Byzanz bzw. Konstantinopel, und dem endlichen Übergang in die feudalen Ordnungen, die aus der Intervention der militärisch nicht zu integrierenden germanischen Populationen des europäischen Nordens als neue Synthesen erwuchsen, in denen das gemessen an seiner politischen Ausdehnung und militärischen Integration schrumpfende Imperium dann weiterlebte, wenn auch in einer zunächst eher symbolischen Form, deren Tradition die Kultur der lateinischen Sprache blieb bis auf die unabsehbare Moderne.



Während dieser Zeitspanne wurde das Christentum umgeformt und übernahm als System mehr und mehr kodifizierter Überzeugungen und Lebensgestaltungsformen mehr und mehr die positive Aufgabe der Stiftung und Bewahrung eines nun auf die soziokulturellen Formen des Lebens verschobenen Integration, in dem Maße, in dem die Politik und die militärische Potenz dies nicht länger vermochten, nicht zuletzt mangels einer Stütze auch in den Eroberern, die dieses Konzept nicht übernehmen konnten oder wollten, indessen gegenüber den kulturellen und ideellen Gehalten des Daseins aufgeschlossen wurden in dem Maße, in dem sie sie als Begleiterscheinungen eines Lebensstils zu empfinden fähig und bereit waren, der just das ausgemacht hatte, was das Imperium Romanum zum Objekt der Begierde hatte werden lassen in den ihm externen Populationen, die es an ihren Grenzen umgaben.



Das Christentum ist also ganz falsch gesehen, wenn man es unter dem eingeschliffenen Vorurteil der angelernten Viertelbildung und den vagen Klischees betrachtet und verstanden zu haben meint, die die Aufklärung bis in die Moderne als parteiische Stereotype unter die nun von ihr in Konkurrenz mit der christlichen Tradition vereinnahmten Bewusstseinsverfassungen der Populationen der heraufkommenden ‚Neuzeit’ bzw. der Moderne verbreitet hat, und als den Teufel an die Wand malt, oder als überholt usw., was auf dasselbe hinausläuft. Auch bei John Milton1 findet sich schon, dass der Satan die – verteufelte ! - Ordnung von gestern und die mit ihr verbundenen Geisteshaltungen vertritt.



Und das Christentum ist hier nicht anders verfahren als das wissenschaftliche Zeitalter, dass die Reste der noch vorhandenen Existenz des Konkurrenten, den es auslöschen will fürchtet und verteufelt oder mit der Verächtlichkeit des Siegers entwertet, und daher die Bewusstseinsverfassungen nicht nur übernimmt, sondern es sich zur Aufgabe macht, sie ausdrücklich und pausenlos zu produzieren, indem die nachfolgenden, unter den Einfluss des neuen Paradigmas geratenden Populationen als Rohmasse (sozusagen das Rohmarzipan) betrachtet werden, aus der dann die Rosa Marzipanschweinchen gemacht werden müssen. Nicht zuletzt in dieser zur Technologie der Pädagogik ausgebauten Methode industrieller Produktion von Bewusstseinsverfassungen in einer nach verschiedenen Gesichtspunkten genutzten Population ist das Spezifikum der Mission zu erkennen, die das Christentum zuerst in die Welt brachte, und die der Islam dann auf seine Weise unter anderen Umständen in ein an diesem Design orientiertes Konkurrenzprodukt umbaute, mittels eines Redesigns, der mit großem Erfolg zeitweise Anwendung finden konnte. Und das wissenschaftliche Zeitalter hat den bisher erfolgreichsten Redesign dieser Applikationen (man kann auch sagen: dieses Typs eines gesellschaftlichen Betriebssystems) und der mit ihnen verbundenen Implementationstechniken entwickelt und verbreitet zur Anwendung gebracht, mit den bisher historisch radikalsten, bis ins Kleinste ausgearbeiteten und äußerst raffinierten Methoden, die die Bewusstseinsgeschichte des homo sapiens jemals erfunden, gesehen, entwickelt hat oder über sich hat ergehen lassen müssen, je nachdem, aus welcher der möglichen Perspektiven man den Vorgang betrachtet, übrigens unabhängig davon, wie man durch die Akte des Erkennens hindurch eigentümlich dem Zusammenhang selbst angehört, den man analytisch in Betracht zieht als kompetenter Sprecher/Hörer mit oder ohne Zertifizierung, Diskursführerschein und Betriebserlaubnis als Teilnehmer im kommunikativen Verkehr und für den eigenen Verstand, weniger oder gar nicht nach Immanuel Kant als nach Jürgen Habermas.



Mit diesem Verstand und seiner Applikation unter Berücksichtigung des bis hierhin mit vorbehaltloser Zustimmung von Ludwig Wittgenstein klarstens Gesagten ist also auszumachen, dass Jürgen Habermas seinerseits eines der Paradigmen dieser spezifischen modernen, nach seinen eigenen Worten unter Rückgriff nicht auf soziologische, sondern auf architektonische Phänomene (wie ist dann angesichts von Pyramiden oder dorischen Tempeln die Antike - nicht zu reden von den Ruinen von Anghkor Vat im Dschungel Kambodschas oder den Überresten der Hochkultur in Citchen Itza [oder war das gezz Tene Riffa?] und am Machu Pichu [oder war das gezz Pizza Macho?] - mit den entsprechenden Subdifferenzierungen zu reklassifizieren2?) postmodernen Typus der missionierenden Priesterschaften und Mönchsorden ist, die sich anstelle der nun veralteten sozialtechnologischen Betriebssysteme der Herstellung und Verbreitung von universalisierungsfähigen Bewusstseinsverfassungen in jeweils von übergreifenden Imperien und den von ihnen gestifteten militärischen und politischen sowie verwaltungstechnischen Ordnungsformen des Erlebens angenommen haben, um diese Populationen soziokulturelle zu integrieren mittels der Implementation ihrer Software auf der Basis der organischen, zunächst und bisher anthropologisch vorgefundenen und as you see fit in Gebrauch genommenen Hardware, die sie dort jeweils empirisch vorfinden und mit der zu arbeiten ist, solange sie sich ihrerseits noch nicht im Labor designen und dann in Masse industriell entsprechend sei es der Deutschen Industrienorm (DIN) oder den korrespondierenden (IEEE) übergreifenden Standards nach Bedarf herstellen lässt, zum Beispiel nach dem bekannten Muster des Design in California und des Assembling in Asien, oder nach Korea, China oder Wahl Bangla Desh, obwohl dort eher der Populationsexport angesagt wäre angesichts des Umstandes, dass das reine Massengewicht der Überpopulation so schwer auf dem Schwemmland des Gangesdeltas liegt, dass das das Land langsam unter den Meeresspiegel absinkt, zumal da es ein Flussdelta ist, zwar fruchtbarer, aber doch recht weicher Untergrund.



Der Export der Population nach Europa ließe auch das Projekt der Schaffung einer Niedriglohnzone in Europa selbst vielversprechend wirken, insofern wenigstens der eher hinduistisch orientierte Teil der Population für seine fatalistische Hinnahmebereitschaft von frugalen Daseinsbedingungen global bekannt ist. Zumal für die Zukunft der USA ist das zu bedenken, sofern nicht die aus dem Süden Amerikas einströmenden Indio- und Mischlingsmassen der einstmals hispanischen Herrschafts-Sphäre vergleichbare Eigenschaften aufweisen, was angesichts ihrer meistens christlichen Überzeugung-en indessen problematischer sein dürfte, weil unter diesen Populationen die Anfälligkeit für Menschenrechtsdiskussionen und christlich und aus der Erbschaftsaltlast des Christentums induzierte Gleichstellungsansprüche sogleich wieder zu Anspruchshaltungen führen, die sich gewöhnlich mindestens kostensteigernd auswirken und daher Arbeitsplätze vernichten, die dann wieder abwandern müssen um sich anderswo als Flüchtlinge oder Refugees, unter den Bedingungen des Lebens in der Fremde, im Elend, wie man einmal sagte, ein karges, immer von der weiteren Vertreibung bedrohtes Dasein unter den harten Bedingungen der Grenzlandexistenz aufzubauen, unter Hinnahme der immer wieder zu beobachtenden Rechtsunsicherheit in Bezug die Garantien für die getätigten Investitionen, due ausgehandelten Meistbegünstigungsklauseln und Privilegien, Steuerbefreiungen in Sonderwirtschaftszonen und anderen notwendigen Existenzbedingungen für die mit hohen Risiken belasteten Auslandsinvestitionen der innovativen Unternehmerschaft Europas.



Im Nachhinein nicht erst, sondern auf Ehrenwort schon seinerzeit war es mir ein Rätsel, warum die Avantgarden des Sozialismus, mangels williger Osteuropäer von der Oder/Neiße-Linie ab bis mindestens an die alten Grenzen Russlands sich nicht damals schon, ganz gegen ihre sonstige radikale Innovationsbereitschaft einfach ein neues Volk etwa aus den reichlich vorhandenen Bevölkerungsreserven Indiens, Afrikas oder Asiens und sogar Südamerikas einfach im Rahmen von allgemeinen Beschaffungsmaßnahmen zu Niedrigstpreisen eingekauft und importiert haben, zumal sie die Importzölle selbst bestimmen konnten, und außerdem dankbaren Zuspruch angesichts dieser für Europa nicht ungewöhnlichen Innovation gefunden haben würden bei den Populationen, die zum Import bereitstanden nicht zuletzt aus Gründen einer ideellen Verwandtschaft, die nicht eigens dafür entwickelten Verfahrens zur Herstellung des richtigen, jedenfalls der passenden Bewusstseinsverfassung in mühsamer und, wie sich dann zeigte, erfolgloser Kleinarbeit hätte hergestellt werden müssen. Ohne Zweifel haben hier die selbst ernannten Avantgarden der europäischen Innovation, die die Moderne getragen und ermöglicht haben, im entscheidenden Augenblick nicht auf der Höhe ihres Anspruchs an sich selbst existiert, alle anderen Innovationsbereitschaften zumal zum Segen der Menschheit zu überbieten.

Es bleibt ein Rätsel, wie dieses kurzsichtige Versagen dieser Eliten möglich war, denn schließlich kamen sie aus dem Stall der europäischen Modernität und figurierten eine Weile als seine Zugpferde, mit denen, wie man meinen konnte, zugleich jedes Rennen zu gewinnen war, auch in Ascot. Wie könnte Europa heute in die Zukunft blicken, hätten sich diese Eliten nicht damit aufgehalten, die hardware der vorgefundenen Populationen mühsam und wie sich zeigte erfolglos an ihr auf diesen Plattformen nicht lauffähiges Betriebssystem anzupassen, sondern einfach den top-down-approach umgekehrt und einen bottom-up-approach gewählt, um zunächst die geeignete hardware zu beschaffen und auf dieser dann das entwickelte Betriebssystem zu installieren.



Nun, es ist sinnlos hier fingerpointing zu betreiben, den Versäumnissen nachzuweinen. Nicht umsonst spricht Pareto mit Rücksicht auf die beobachtbare und bekannte Geschichte von der Rotation der Eliten. Ob man diesen Vorgang nun als bedauerlich betrachtet oder als notwendig rechtfertigt oder als erfreulich begrüßt, er ist faktisch vermutlich als wesentliches Moment der geschichtlichen Entwicklung eine Tatsache, die sich anthropologisch begründen lassen mag, aber das ist nicht das Entscheidende. Die Entwicklung Europas ist nicht an ihrem zwingend unvermeidlichen Endpunkt angelangt. Die Versäumnisse mögen bedauerlich sein, sie besagen wenig für eine von innovativen Eliten voran gebrachtes Land. Was versäumt wurde bleibt eben noch zu tun. Europa ist auf einem guten Wege.

Der Innovation, die versäumt wurde, steht eine abnehmende Population zunehmend weniger im Wege, und die Idee des Imports einer neuen, für die ihnen gebotenen Daseinsbedingungen offenen, innovationsbereiten und erwiesener Maßen hochmobilen und hochmotivierten Population kann damit unter den Bedingungen abnehmender Hindernisse in überkommenen Lebensmodellen erneut aufgenommen und entschlossen, wenn auch mit der gebotenen Rücksicht gegenüber den eventuell noch vorhandenen Widerständen in den Restbevölkerungen behutsam zum Anschluss gebracht werden, wenn die Verantwortlichen das Projekt als längerfristiges Unternehmen anzusetzen die Geduld haben.

Wenn man die Ausdehnung des Imperium Romanum zur Zeit der Cäsaren auf der Höhe der politisch-militärischen Macht in Betracht zieht, ist angesichts der Globalisierung, die hier ohnehin andere Maßstäbe geschaffen hat, der erkennbare Nachholbedarf nach wie vor enorm, und es wird großer Anstrengungen in der nahen Zukunft bedürfen, um dem langfristigen Ziel einer Einigung und Integration auf dem Boden dieser Idee näher zu kommen.



Die Stimmungen einer Population sind, wie zu zeigen war, kein ausreichender Hinweis auf die Lebenswirklichkeit und die tatsächliche politische Entwicklung, und es bedarf eines gewissen Mutes und der Immunität gegenüber den von solchen angesichts einer eigentlich ermutigenden Lage sich erst – als eine im Grundsatz verständliche psychologische Entlastungsreaktion etwa von der Art der nach wie vor vorhandenen, sozusagen eingefleischten Vorliebe der Deutschen für Fleisch, die sich nach den Jahren des Hungers offensichtlich unauslöschlich eingeprägt hat und zu einer nicht mehr reflektierten Gewohnheit geworden ist, die auch von Appellen, die für einen Veggie-Day werben, vorerst jedenfalls kaum beeinflusst werden kann, so dass es in beiden Fällen weiterer aufklärender Bemühungen auch seitens der Verantwortlichen in den Medien bedarf, um hier eine nachhaltige und flächendeckende Veränderung der Grundeinstellung zu erreichen - entfaltenden Endzeitphantasien ausgehenden Versuchungen, um sich den Entscheidungsraum für eine Politik offenzuhalten, die sich von diesen massenpsychologisch verständlichen Versuchen der Einschränkung des politischen Entscheidungsspielraums angesichts einer diffusen, aber nicht zum leitenden Gesichtspunkt zu machenden Angst nicht irritieren lässt, Führung in die Hand und Verantwortung übernimmt um die Dinge weiter voran zu bringen, nicht um einer abstrakten Fortschrittsidee willen, sondern für die Menschen von heute und nicht zuletzt den Nachkommen, die die Menschen sich alle wünschen auch wenn ihr Zögern verrät, dass sie der Politik und der Entwicklung nicht vertrauen.



Um so mehr bedarf es der bewussten Führung um diese Zweifel zu zerstreuen oder, falls sie sich als unüberwindlich erweisen sollten im Rahmen mittelfristiger Planung, nach Alternativen zu suchen, die auf lange Sicht auch in diesem Punkt die wünschenswerte Abhilfe zu schaffen, indem sich die Politik darauf einstellt, dass die derzeitige Population in der erwartbaren Zukunft in dem heute noch vorhandenen, dann aber, angesichts des von ihr bestätigten Trends, dem sie folgt, dann nicht mehr verfügbaren Maß für die Wirtschaft in Produktion und als Verbraucher zur Verfügung stehen wird, ein Umstand, mit dem die Politik vorausschauend rechnen muss, um die weitere wünschenswerte und letzten Endes unvermeidbare Entwicklung nicht zu gefährden.

Und man wird darauf hinweisen dürfen, dass an den Grenzen Europas unübersehbare Bereitschaften in Fülle vorhanden sind, die die in diesem Land einer Population gebotenen, in globalem Maßstab weit überdurchschnittlichen Daseinsbedingungen anzunehmen bereit und sich einzusetzen bereit ist für die Erhaltung des Erreichten und den gemeinsam errungenen Erfolg im Kampf um den Fortschritt begeistert anzunehmen und zu unterstützen bereit ist.



Es kann nicht gehen, dass die ewig Gestrigen, die Kräfte einer im rückwärtsgewandten Sinne konservativen Retardation den öffentlichen Raum lautstark besetzen, sich dem möglichen, jederzeit mit vereinten Kräften in Greifweite erreichbaren Fortkommen des Gemeinwesens in den Weg stellen, indem sie die ihnen gebotene Freiheit dazu nutzen, die Politik in ihrer Entscheidungsfähigkeit in dem Augenblick zu behindern, in dem die dringend notwendigen Weichenstellungen für die Zukunft des Kontinents durchgeführt oder wenigstens verstärkt in Angriff genommen werden müssen.



Entsprechend muss durch Aufklärung und Prävention, durch die Erwachsenenbildung und die Verbände dafür proaktiv geworben werden, dass die bereits breite Zustimmung der Bevölkerung zu den notwendigen Entscheidungen gefördert wird, Initiativen aus der Bevölkerung unterstützt, ermutigt, ausdrücklich begrüßt und auf eine noch breitere Basis gestellt werden, um die im übergreifenden Rahmen der sich weiter entwickelnden europäischen Union schon längst eingeleiteten weiterführenden Vereinbarungen mit diesem verstärkten Anschub und Rückenwind nach Möglichkeit und gemeinsam in einer breiten Koalition aller Willigen und politisch Verantwortlichen mit Blick nach vorn und in die nicht nur abzuwartende, sondern zu gestaltende Zukunft beschleunigt weiter voran zu treiben. Sowie unbeirrbar in einer europaweiten Kampagne für die dafür notwendigen Mehrheiten zu werben.

Now, how is that? Cool, huh?



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* Teil des US-education programs, das nach dem Abwurf der in Los Alamos von der Creme der ‘menschlichen Intelligenz’ gefertigten Nuklearwaffen auf Asiaten allen Bürgern des eigenen Landes (!) im Kindesalter durch ‘pädagogisch’ geschultes Personal beibringen ließ [nein, was die Wissenschaft doch so alles auf Lager hat für ‘uns’: Erst kriegen wir eine aufs Dach, dann die Schulung, also noch eine aufs Dach!], ‘was wir jetzt alle lernen müssen’, in einem zu wiederholenden Liedrefrain, der auf ‘duck and cover, duck and cover, duck and cover’ auslief. Hier ist der Text dieses demokratischen Curriculums für Kinder. Man versteht jetzt, was es heißt, “to make the world safe for democracy”, dem Kernsatz des zwanzigsten Jahrhunderts aus dem Mund des von der Bevölkerung gewählten Präsidenten Wilson, der versprach, sie nicht in einen Krieg zu lotsen: Man verstaatlicht die Kleinkinderziehung der ‘Bürger’, am besten schon intrauterin! Die Abhörgeräte dafür gibt es ja. Und nicht vergessen: Immer schön frühzeitig und regelmäßig zum Onkel Doktor gehen, wegen der Risikoschwangerschaft; eins, zwei, Risiko! Was Wahlversprechen betrifft erinnert man sich vielleicht an das Paradigma des Sozialdemokraten mit dem Namen ‘Müntefering’, der einmal empört erklärte, was für eine Infamie es sei, ‘den Politikern’ – er meinte sich selbst - nach der Wahl vorzuwerfen, dass sie ihre Wahlversprechen nicht halten:

„There was a turtle by the name of Bert/And Bert the turtle was very alert; / When danger threatened him he never got hurt/He knew just what to do.../He ducked!/And Covered!/Ducked!/And covered!/ He did what we all must learn to do./ You./ And you./ And you./ And you!/ Duck, and cover…!”



Hier dürfte der Ursprung für den Namen eines der unnachahmlichen Helden von Sesame Street zu suchen sein! Die Jungs verstehen ihr Business, aber Freud, meinen sie andererseits, ist doch wissenschaftlich out (aber praktisch sehr nützlich).

1 John Milton, Paradise Lost

2 [übersetzt man das einfach ins Englische, dann hieße es: reclassify. Dann wäre es wieder geheim und man könnte nix darüber wissen oder man dürfte nicht, es sei denn es wird bei Wikileaks veröffentlicht. Aber ich will es nicht zu weit treiben. Der Ernst der Lage erfordert den Ernst, die völlig unbewegte Miene. ]