Romantische Landschaft mit Menschenopfer

Romantische Landschaft mit Menschenopfer
Weißt Du wieviel Wolken gehen weithin über alle Welt...
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Freitag, 26. Februar 2010

Charakteristiken

23. 12. 2002

Die Deutschen, das Volk mit dem ausgebombten Gedächtnis, den mit den neuen Dämmmaterialien ausgebauten und entrümpelten Dachböden und den kellerlosen Neubauten in verkehrsberuhigten Umgebungen, der selbstvergessenen Mobilität, die mit fünf Plastiktüten ein Nomadenleben bestreitet, das keine sentimentalen Erinnerungsstücke mehr aufbewahrt, die an eine Identität erinnern könnten, die mehr wäre als das Bewusstsein, im Hier und Jetzt zu leben.

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Die US-Amerikaner: Elternlose, Ahnenlose Geschöpfe, die die Lebenslüge der USA, den Genozid an den Amerikanern, zur Grundlage ihrer überheblichen Selbstgerechtigkeit gemacht haben, die sie dazu ermächtigt, die ganze übrige Welt als eine von Indianern bevölkerte Welt zu betrachten und ihr die Mores ihrer postkulturellen Verwahrlosung zu lehren, um Blondie und Bert, Supergirl und den Hillbillies, singenden Dienstbotinnen und Hopalong Cassidy die Weltherrschaft zu sichern.

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Die Briten: Die lächerlichste Eroberertruppe, die jemals Indien erobert hat, und hinaus flog wie die hereinkam, als eine neurotische Bande von verklemmeten Handlungsgehilfen und Hooligans Ihrer Majestät, unter der Knute einer monströsen Mama mit Riesenbrüsten und einer unbesiegbaren Langlebigkeit, die jede Aussicht auf Selbständigkeit und Erwachsenwerden erstickt.

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Die Franzosen. Eine Bande von witzigen Harlekins, die es immerhin fertig brachten, den welterobernden Helden der US-Armee eine Erbschaft aus ihrem untergehenden Kolonialreich aufzuschwatzen, an dem sie sich überhoben, ohne etwas zu lernen, weil Macht die Fähigkeit ist, dort wo etwas zu lernen wäre andere stattdessen und anstelle dessen, der etwas zu lernen hätte, etwas lernen zu lassen.

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Eine Menschheit, die in ewiger Dunkelheit lebt, in Kellerräumen, die von den flimmernden Bildern der Fernseher erleuchtet werden, aus denen eine erfundene Geschichte zu ihnen spricht, die ihnen zugleich ihre eigene abnimmt: Outsourcing of identity and memory in die ‚Medien’, die besser als elektronische Planierunternehmen bezeichnet sind, die alles auf ein, auf ihr Niveau bringen, ein am Fliessband mit industriellen Methoden verfertigtes Fertigprodukt.

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“Schau – am Rand des Abgrunds wächst Gras, lausch’ jenem Lied: Du kennst es, Du hast es an der Schwelle des Hauses gesungen, blick’ auf die Rose. Du lebst noch. Wanderer, Du gehst vorüber. Die Worte werden sterben, die Kapitel des einsamen Bandes werden vergehen. Keine Stimme, keine Ernte, kein Wasser. Erwarte keine Heimkehr. Du wirst nur aufblitzen, fallender Stern, Du wirst nicht zurückkehren, Du wirst verschwinden wie alle, wirst zerfallen, vergessen, dass Du Dich gerufen hast. Die Materie in Dir hat sich erkannt. Und alles ging hin und das Echo verstummte, das wiederholte: ich liebe Dich.“

Look, at the edge of the abyss the grass grows, listen to the song: you know it, you sung it at the doorstep of the house, look at the rose. Yet You live. Wanderer, you go by. The words will die, the chapter of the lone volume will perish. No voice, no harvest, no water. Do not wait for a return home. You will sparkle only, falling star, you will not return, you will vanish like they all, you will dissolve, forget that you have called yourself. Matter got aware of itself in you. And everything went by, and the echo went mute, that repeated: I love you.

(übersetzt nach: Ilja Ehrenburg, Menschen, Jahre, Leben, Kindler München 1962, nach einem dort in Deutsch zitierten Sonett von Robert Desnos, S. 686 f)

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