Romantische Landschaft mit Menschenopfer

Romantische Landschaft mit Menschenopfer
Weißt Du wieviel Wolken gehen weithin über alle Welt...
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Dienstag, 23. Februar 2010


Aufhebung der Arbeitslosigkeit durch staatliche Intervention in einer profitorientierten Wirtschaft unter den Bedingungen der 'Globalisierung'.


Fragmentarische Erörterung einer Initiative angesichts der wachsenden Risiken des beschleunigten Legitimationsschwunds der kollektiven Lebensordnung der alten Industriestaaten.

Zunächst ist daran zu erinnern, dass die auf Kapital- bzw. Privatwirtschaft beruhenden Wirtschaften in den – von ihnen selbst heraufbeschworenen – Krisenlagen an den Vorabenden von Konflikten, bei denen jede ihre jeweils ihr gehörenden Populationen in die Schützengräben schickte, um sich ihre von ihnen ihre Freiheit erkämpfen zu lassen für die nächste Runde der Akkumulation und der Konzentration der Kapitale jeweils keine Probleme damit hatte, die notwendigen Staatsmonopole ad hoc zu bilden, die zur Vorbereitung und Durchführung der jeweiligen Schaffung günstiger Ausgangsbedingungen erweiterter Kapitalakkumulation mit den Mitteln des Kampfes auf Leben und Tod unumgänglich waren. Diese heißen Phasen waren also jeweils die Stelle, an der die 'alexandrinische' Methode zur Anwendung kam, die den Knoten einfach mit dem Schwert durchschlug und, wenn der Fog of War verraucht war, auf neuer vertraglicher Grundlage einfach weiterzumachen bis zum nächsten Engpass. Die Soziologen haben sich darauf festgelegt, dann jeweils zwischenzeitlich von 'sozialer Veränderung' zu sprechen, von industriellen Revolutionen usw. und den Krieg, auf den alles hinsteuerte und der eigentlich immer in Vorbereitung war, als bloßen 'tragischen' Unfall zu bagatellisieren, und nicht als die Klimax des Ganzen, ein irres Potlach, in dem erst einmal eine Trümmerlandschaft und Hungersnot dazu dienen musste, die Population einen Schritt weitergehend zu domestizieren, und andererseits Aufbaubedarf zu schaffen, der die Umstellung der Kriegsindustrien und ihrer Technologien auf Friedensbedingungen (typisch der Flugzeugbau, der heute durch den Tourismus abgelöst ist) erst lohnend machte. Der erst Nachkriegspräsident der USA, ein US-General, hat das angesichts seiner Amtsablösung hinreichend deutlich gemacht, als von den Risiken, die von dem militärisch-industriell-parlamentarischen Komplex ausgehen sprechen wollte anlässlich seiner Abschiedsrede, während man ihm dann nur erlaubte, vom militärisch-industriellen Komplex zu sprechen.

In der Diskussion, die sich an die Überlegungen von Lord Keynes anschließen, ist das Problem ja vorherrschend, wie man Industriegesellschaften steuern soll oder kann, die – wenn man sie einmal, Globalisierung hin, Export her, als geschlossenes System betrachtet – derart zu funktionieren scheinen, aus rätselhaften Gründen, wenn man darauf achtet, an bestimmte in Ungnade gefallene oder ganz unbeliebte Theoretiker nicht einmal eine assoziative Erinnerung zu haben, dass eine Bevölkerung – im Grenzfall eben die des gesamten Globus – eine von ihr hergestellte Masse von Gütern und Dienstleistungen als Konsumenten kaufen soll, die andererseits so bezahlt wird für den Verkauf ihrer Arbeitsfähigkeit, dass die Produktmasse zu Marktpreisen auf jeden Fall sagen wir zehn Prozent eines mit dem Umsatz aller Produkte auf einem Markt verbundenen Gewinns auf das eingesetzte Kapital realisiert werden können, während die Summe der Einkommen, die das Produkt kaufen können, diese zehn Prozent nicht einschliesst, denn erst der vollständige Umsatz aller Produkte lässt ja diesen Überschuss real werden. Bleibt er indessen tatsächlich übrig, um das von der anderen Seite zu betrachten, dann ist alles umgesetzt, alles hat seinen Besitzer gefunden und den zehn Prozent Überschuss stünden keine zu kaufenden Produkte mehr gegenüber. Denn es ist ja alles umgesetzt. Das ewige Dilemma der asymmetrischen Aneignung des gesellschaftlich produzierten Überschusses ist seine Redistribution, indem beide als gegenläufige Zyklen von Geld und Waren genau genommen identisch sind, unter den Bedingungen einer aus Gewinnen aus Kapital aber nicht in einem Ausgleich aufgehen können, rechnerisch betrachtet, denn der müsste während des Austauschszyklus selbst stattfinden mittels einer Anpassung von Nachfrage und Angebot, und das läuft auf eine Inflation oder Deflation im Verlauf des Zyklus hinaus oder auf eine 'unproduktive Verausgabung', die das Produkt dem Markt entzieht (Pyramiden, Tempel, Gräber, Raumfahrt, Waffen, Dienstleistungen usw.) Sonst würde nicht produziert. Das mag manchem zu einfach erscheinen angesichts der Unübersichtlichkeiten der akademischen Debatte, die ein Interesse daran hat, die Unverzichtbarkeit ihrer Expertise zu empfehlen als notwendige Vermittlung der schwierigen Sachverhalte, die sie erzeugt, um sie zu verwalten, aber wechselseitige spekulative Überbietung, die in diesen Konkurrenzen üblich ist, ist zum guten Teil auch interne Konkurrenz um die Kunden, die man auch von Zauberkünstlern kennt und anderen Akrobaten.

Ägypten wird allgemein als atemberaubene Hochkultur bewundert, deren Architekten 'die geltenden Gesetze der Architektur' durchbrachen mit ihren kühnen Bauten und ihrer einmaligen künstlerischen Leistung usw. Von dem Wirtschaftssystem redet niemand. Es ist indessen ganz interessant, das doch einmal zu tun. Das ganze Land war wenigstens formell eine Art von riesiger Hauswirtschaft des Haushalts des Pharao. In der griechischen Wirtschaft, die das Modell allerdings zunächst pluralisiert verwirklichte, nannte man das den 'oikos'=die Hauswirtschaft, und das war ein Familienbetrieb, in dem die Familie alles einschloss, was Personen zum Haushalt gehörte, einschließlich der Sklaven, Knechte, Frauen und Kinder, dann dem Vieh, und endlich den Grundbesitz oder, als die Polis als typische Form des Gemeinwesens sich entwickelte, die Werkstatt mit dem Bestand an Werkzeug, Materialien und Hilfsmitteln. In Ägypten hatte sich aus regional typischen Gründen aus einer Wasserbauwirtschaft mit einem erheblichen Regelungsbedarf eine Art Großbetrieb entwickelt, der das ganze Land zu einem solchen Familienbetrieb machte. Das macht die Sache übersichtlich, und deshalb kann man es ganz gut als vereinfachtes Modell nutzen, um zu zeigen, dass ein asymmetrisch angeeigneter Überschuss ein Redistributionsproblem aufwirft, das sich in Lagen des Überflusses anders darstellt als in Lagen einer eintretenden Knappheit, wie sie typisch ist für Wirtschaften, die auf landwirtschaftlicher Produktion beruhen und abhängig sind von den Kontingenzen der natürlichen Umgebung.

Betrachten wir zunächst die Lage, bei der eine relativer Überfluss verfügbar ist. Die Einzelheiten erspare ich mir. Die Bevölkerung wächst. Der Haushalt des Pharao kann mehr Menschen beschäftigen, die indessen nicht weiter in der Primärproduktion – der Landwirtschaft – beschäftigt werden können oder müssen. Es entstehen andere Beschäftigungsarten, im Handwerk, in der Priesterschaft, der Dienerschaft, Bildhauer, Architekten usw. und die sich ausweitenden Beschäftigungen expandieren die vorhandenen kulturellen Gewohnheiten. Z. B. dehnt sich ein bestimmtes intergenerationelles Verhältnis zu einem immer weiter sich ausdehnenden Gräberkult aus, der auf dem Wege der Redistribution des erwirtschafteten Überschusses aus der Primärproduktion immer weitere Bereiche des Lebens durchdringt und diesen Überschuss mehr oder weniger absorbiert. Man kann sich das Ganze als einen Haushalt vorstellen, der die Produktion eines großen Landguts zunächst zur Sicherung der grundlegenden erhaltenden Funktionen ausgibt, und über den etwa noch vorhandenen Überschuss verfügen kann in der Weise, dass mehr Menschen an seiner Verausgabung derart partizipieren können, dass sie auf dem Wege einer erbrachten produktiven Tätigkeit oder Dienstleistung nach deren Bewertung teilhaben.

Wie sich das im Einzelnen einspielt ist natürlich von Bedeutung, denn die Partizipation ist stratifiziert und kennt auch schon den Bettler. Das Ganze ist also hierarchisiert und die Redistribution nimmt zunehmend abstraktere Züge an, indem die Vermittlungslinien, die die Distribution regeln immer verwickelter werden und zunehmend weniger von einer unmittelbaren Anordnung des Hausherrn abhängen. Was man sehen kann, ist aber recht deutlich: Der Überschuss kann für Vorratshaltung, also Sicherungssysteme ausgegeben werden, für die Unterhaltung einer Armee, die sowohl der Sicherung dienen kann wie der 'Erschliessung' neuer Reichtumsquellen, oder er kann z. B. für eine Produktion ausgegeben werden, der kein marktgängiges Produkt entspricht, indem es auf etwas verausgabt wird, das keinen Markt hat, so dass zwar Konsumeinkommen entstehen, denen ein Produkt entspricht, aber das Produkt wird dem Markt entzogen. Das ist es, was es heute in Ägypten zu bewundern gibt. Die Gräberkultur war eine Lösung eines Verteilungsproblems, das einer bereits differenzierten Arbeitsgesellschaft entspricht, die die Aneignung des gesellschaftlichen Gesamtprodukts im Haushalt des Pharao monopolisierte und von dort aus die Redistribution regelte, indem sie zugleich die Hierarchisierung des gesellschaftlichen Gefüges absicherte. Und der Überschuss wurde für Expansion oder ein nicht auf dem Markt verfügbares Produkt verausgabt. Daran hat sich nichts geändert. Das Wirtschaftsmodell von Keynes besagt auch kaum anderes als das, indem es die Rüstungsindustrien und die Luxusproduktion und die Raumfahrt als Formen der Verausgabung von gesellschaftlich verfügbarem Überschuss auf nicht auf einem Markt verfügbare Produktion identifiziert. Den Vergleich des Pyramiden- und Gäberbaus, der Mumifizierung und der 'ägyptischen Kunst' mit den genannten Industrien wird man angesichts ihres output auf den ersten Blick für unglaubwürdig halten, aber man muss hier von der Fetischisierung der Technik und ihrem Scharm eben absehen können, um die Gemeinsamkeiten bzw. die strukturelle Identität bzw. funktionalen Äquivalenzen zu erkennen. Es ist unerheblich, aber verständlich, wofür – oberhalb der Sicherung der Grundfunktionen der Lebensführung – die affektiven Besetzungen mobilisiert werden, die in dem einen oder anderen Objekt ihre Begierde nicht mehr erkennt, indem sie sie für die Eigenschaft des Objekts hält, also nicht mehr die Ursache dessen in der Triebstruktur des Homo sapiens erkennt, was man mit der Nüchternheit des von keiner Pandora getäuschten Puritaners 'den Liebesblick der Ware' nannte. Denn man muss sich doch fragen, was von der Faszination all dieser Dinge, Artefakte und Einrichtungen bleibt, wenn man sie nicht mit der Aufladung unabgesättigter Appetenz (chemisch: Affinität) betrachtet, sondern mit dem unbarmherzig nüchternen puritanischen Blick der Notwendigkeit? Die Antwort darauf findet sich allerdings nicht in einer Diskussion, sondern in diesem Blick selbst, der das Objekt der projektiven Aspekte beraubt, mit denen der Affekt einer vom Liebesobjekt auf die Gegenstandswelt umgeleiteten 'Erotik' auflädt.

Warum dies alles. Ganz einfach. Die Vereinfachung kann zeigen, dass das Ganze wie ein Haushalt funktioniert, der schon des Längeren immer dasselbe Problem zu lösen hat, und zwar seit die Formen der 'Hochkultur' sich mit der Möglichkeit der asymmetrischen Aneignung eines gesamtgesellschaftlich erwirtschafteten Überschusses und seiner Redistribution beschäftigen müssen.

Es gibt allerdings einen Unterschied, und das ist die mit der Entwicklung von Wissenschaft und Technik möglich gewordenen Investition der Überschüsse in Produktionsmittel, die, als Inbegriff der Arbeitsmittel und -gegenstände usw. von dem Arbeitsvermögen getrennt werden können, indem beide in die Form des Kapitals übergehen, und zwar des industriellen. Hier ergibt sich der moderne Expansionspfad, der allerdings seine eigenen Fatalitäten hat, indem er nicht nicht sein kann, was er ist, nämlich ein unausweichlicher Expansionspfad, der die Expansion der Biomasse des Homo sapiens hinter sich herzieht wie ein Schleppnetz, in dem z. B. nicht nur alles Leben, das in den Meeren ist, hängenbleibt, um alsbald in dem gigantischen Magen/Darmtrakt dieses eigenartigen Zwillingspaares namens 'Gargantua und Pantagruel' zu verschwinden, und was als Negentropie verdaut wird kommt in veränderter Form auch wieder heraus, als Entropie. Es ist der Zentralkörper des Systems, der das Ganze mit Nachschub versorgt, noch, aber er kann u. U. das 'Umkippen' nicht verhindern, dass die Umsetzung selbst intern regelt und den Kenterpunkt systemimmanent determiniert.

Wenn man nicht sieht, dass alle Kultur und Zivilisation eine Maßnahme zur Entlastung des Lebens (des Homo sapiens) von den Kontingenzen der natürlichen Umgebungsbedingungen ist, und die Folge hat, dass eine immer weiter gehende Entlastung gesucht wird, die auch gefunden wurde (in Wissenschaft und Technik), die indessen nicht beliebig verschoben werden kann und durch das Massenwachstum, das unter dem Eindruck der Entlastung den entstehenden Spielraum ausfüllt, immanent an eine Grenze gebracht wird, die den alten Hochkulturen viel näher war in der Form der ihnen gesetzten Grenzen zwischen fetten und mageren Jahren, und die durch die thermodynamischen Gesetze festgelegt wird, dann kann man u. U. nicht erkennen, dass alle Versuche der Verschiebung des Punktes, der das Leben bedrängt, nur andere Bedrängnisse entstehen lassen muss, die ihrerseits nach Entlastung rufen usw., also die Tendenz, die auf einen Limes zudrängt, an dem die Entlastung umschlagen muss in eine Belastung, die Vorteile Nachteile mit sich zu führen beginnen können, die die Vorteile überwiegen. Zugleich ist der Verzicht auf die Ausweitung der Entlastung des Lebens gleichbedeutend mit der Belastung der innergesellschaftlichen Formen der Verteilung des Verfügbaren, die bisher jedenfalls stets durch die Expansion der Biomasse des Homo sapiens, betrachtet als Verbraucher von leicht errechenbaren Energiemengen, also auch der Formen der Hierarchisierung des Lebens, das Partizipation und Abdrängung intern regelt.

Das ist keine 'gewählte' Ausdrucksweise, sondern der Versuch, unter Umgehung der Reflexe, auf die die restringierte politische Rhetorik die Reaktionsbereitschaften konditioniert, ein Problem zu beschreiben, das zugleich sehr alt ist und eine moderne spezielle Ausprägung hat, die das grundlegende Problem nicht wirklich 'lösen' kann in irgendeinem Sinne, so wenig wie die alten Hochkulturen das konnten, wenn man sie betrachtet, sondern es nur einer vorläufig noch zu bewältigenden, aber als Stereotyp besonderer Art erkennbaren vorläufigen Lösung zuzuführen versucht, die ihrerseits Probleme erzeugt, die die Lösungsmethode langfristig in Frage stellen. Die alten Gesellschaften lösten z. B. ihre 'Bevölkerungsprobleme', indem sie sich 'einen Lenz machten', 'Kolonien gründeten', Kriege führten, Krankheiten, Epidemien und Hungernöte hinnahmen usw., und von dem jeweiligen Niveau aus erneut auf einer prinzipiell identischen Grundlage begannen. Die modernen Gesellschaften expandieren und haben die alten Formen der Regelung der Populationsdichte hinter sich gelassen und das als Fortschritt gefeiert, aber nun gibt es eine immanente Unvermeidlichkeit des 'Fortschreitens', der sozusagen von den nachlaufenden und ständig aufholenden, sekundär erzeugten Folgeproblemen der Problemlösungen eingeholt oder überholt zu werden droht.

Was in der Form der 'Arbeitslosigkeit', also dem Ausschluss einer tendenziell wachsenden Zahl von Menschen aus der Partizipation aus der Arbeitsgesellschaft zunächst in den alten Industriestaaten als Symptom auftritt, ist eine Konsequenz der versuchten Stabilisierung der Formen der gesellschaftlichen Stratifikation, die über die Redistributionskriterien entscheidet, die die Partizipation regeln. Ungeachtet des Orts, an dem das Symptom auftritt, ist es indessen eines in einem geschlossenen System, wenn man es mit einer akzeptierbaren Vereinfachung betrachtet. Die betriebswirtschaftliche Orientierung hat das merkwürdiger Weise aus dem Auge verloren, mit der Modellvorstellung, die hier am Beispiel des pharaonischen Haushalts, der das Land als Betrieb, die Kugeloberfläche des Planeten als den Betrieb betrachtet, auf dem Produktion, Aneignung und Redistribution vor sich gehen unter den Bedingungen eines nicht ignorierbaren Austauschs mit der Umgebungsnatur, der als Energiereservoir auffassbaren Lebensumgebung des Homo sapiens, die die definitiven Grenzen ebenso setzt für den Lösungstyp, der die wissenschaftlich-technische Moderne ist, wie das für die alten Hochkulturen der Fall war, mit dem Unterschied, dass die letzteren die Umgebungsnatur hinzunehmen hatten und bestenfalls extensiv zu reagieren imstande waren, während die wissenschaftlich-technische Zivilisationsform intensiv reagiert, mit der Konsequenz, dass die Folgen teils intern auflaufen und die Anstrengung darauf geht, von ihnen nicht eingeholt zu werden, während sich dabei ein außen angelegter Limes abzuzeichnen beginnt, der nicht überschritten werden können wird, so dass die zunächst durch intensive Expansion gewonnenen Spielräume zu schwinden beginnen indem der Innenproblemdruck die Expansion auf den externen Limes derart zutreibt, dass sich eine Aussicht auf eine Situation bietet, die der der alten Gesellschaften ähnlich ist, mit dem Unterschied, dass die expansive extensive Lösung (der Raumeroberung und Ressourcenerschliessung) nicht in derselben Weise jedenfalls in Aussicht stellt wie das für die alten Gesellschaften in Europa der Fall war, als sie am Beginn der intensiven Expansion den Übergangspunkt zu der derzeit vorherrschenden Lösung fanden, von der im Übrigen festzustellen ist, dass sie durch eine extensive Form der Expansion stärkstens unterstützt wurde (Empire, Koloniale Eroberung, 'Entdeckung' Amerikas), eine Kombination, die noch immer anhält, aber ein absehbares Ende in diesem Jahrhundert finden wird.

Das wäre, wie missverständlich auch immer angesichts des vielleicht ungewohnten Vokabulars, der ungewohnten Problemexposition, der Umriss des Hintergrunds, auf dem die Skizze des Problemlösungsvorschläge, wie sie oben exponiert wurden, einer Betrachtung zugeführt werden sollen. Zunächst ist zu sagen, dass die Betrachtungen der Diskutanten, die sich zu den Vorschlägen bereits geäußert haben, viele Einwände enthalten, die sich nicht einfach als Nörgeleien abtun lassen. Die gescheiterten Lösungen, auf die sie verweisen, die systemimmanenten Schwierigkeiten, Resultate von Systemprozessen, die aus deren Logik folgen, mit Lösungen zu begegnen, die ihrerseits nicht systemkonform sind und mit seiner inneren Logik nicht ohne Weiteres kompatibel sind, stehen ihnen vor Augen, und zwar sowohl als Systemkonkurrenzen externer Art wie als interne systemkomplementäre Kompensationsbemühungen.

Andererseits war anfangs darauf hingewiesen worden, dass die miteinander konkurrierenden Teilsysteme, die auf der selben Grundlage fungierten, in Krisenlagen zu Anstrengungen imstande gewesen sind – Bildung von Staatsmonopolen – die allerdings in Kriegswirtschaften übergingen, denen die politische Analytik stets nur zutraute, sich eben in der Form des Krieges dann auch erschöpfen zu müssen, weil sie auf Kriegsvorbereitungen eine wirtschaftliche Scheinblüte aufbauten, die sich alsbald erledigte durch die militärische Niederlage. Man muss aber sehen, dass dies für alle oder beinahe alle diese Systeme gilt mit Ausnahme der USA, jedenfalls bisher, und das darf man nicht übersehen, denn es gab und gibt damit in der Tat ein Teilsystem, das von allen diesen Konflikten bisher privilegiert wurde. Die pessimistische Aussage, die sich an der Betrachtung der in der Niederlage untergegangenen Versuche der Selbstbehauptung zur Verallgemeinerung ermächtigt, ist also falsch, indem sie das privilegierte Teilsystem außer Betracht rückt, und das muss man als eine zwar zu falschen Ergebnissen führende, aber als Absicht in Rechnung stellen. Allerdings stößt auch das privilegierte System schließlich unvermeidlich an eine Grenze, wenn es sich keinem Gegner eigenen Typs mehr gegenübersieht, sondern nur noch der Lebensumgebung allgemein, als Energiereservoir, und angesichts dieser Grenze zeigen sich auch die der Privilegierung durch die Selektion mittels Konflikt als temporäre Vorteile, die den allgemeinen Typus nicht transzendieren, nur dass die in der Konkurrenz gescheiterten oder benachteiligten Teilsysteme nicht auf die Außengrenze des Systemtyps als solche, sondern auf den privilegierten Systemtyp gestoßen sind, ohne dass dies im Prinzip etwas anderes wäre, denn auch diese Grenze war Lebensumgebung. Das will, anders gesagt nur heißen, dass die Art der Grenze, auf die ein System dieses Typs stößt, das intensiv und extensiv expandiert nicht das entscheidende Merkmal des Typs festlegt, also das Prinzip der Systemdynamik selbst definiert.

Man kann zunächst einmal, um ein Gegenexperiment durchzuführen, den Versuch machen, herauszufinden, was geschieht, wenn man die Systemdynamik(en) 'abschaltet'. Alles, was die extensive oder intensive Expansion des Systems ausmacht, wird zurückgefahren. Es bewirkt eine Stagnation, die sich sofort auf alle Binnenstrukturen auswirkt, wenn man sich nur darauf festlegen wollte, nicht mehr mehr zu tun als die Selbstreproduktion und deren Stabilisierung.

1)Da wäre zunächst die Kapitalreproduktion einer profitorientierten Wirtschaft:

Man muss dazu nur den Finanzmarkt ins Auge fassen, unter dem Gesichtspunkt des Symptoms. Er entsteht, indem die aus der Kapitalreproduktion erzielten Gewinne, in Geldwerten, eine problemlose Reinvestition in Industrien nicht mehr erlauben, weil die vorhandenen Kapazitäten sich einerseits an einem bestimmten Produktivitätsstandard orientieren, und andererseits an einem vorhandenen Absatzmarkt, der seinerseits durch die Einkommen alimentiert wird, die auf ihm verfügbar sind, die ihrerseits durch das Lohnniveau definiert werden, das die Kapitalreproduktion plus den 'erwarteten' Gewinnen ermöglicht. Es gibt dabei natürlich einen bestimmten Spielraum, aber die Konkurrenz der Kapitale sorgt für den entsprechenden Druck sowohl auf die Lohneinkommen wie auf die Produktivität, wo diese nicht allgemein ganz neue Industriezweige erfindet, die ihrerseits allgemeine Produktivitätsvorteile sozusagen aus dem Environment zur Verfügung stellen und ebenso ganz neue Absatzmärkte. Diese leiten allerdings auch Lohneinkommen um auf andere Teilmärkte, ohne dass die Lohnsumme deswegen steigt, und die Umschaltung auf den Export, zunächst von Kapital, dann von Produktion, vermindert die Lohnsummen in den Produktionsstandorten, aus denen die Industrien und das Kapital auswandern, mit der Folge, dass die verbleibenden Kapitalanlagen, die aus den Lohnsummen am Standort reproduziert werden müssen, sich auf schrumpfende Chancen verwiesen sehen, indem die auswandernden Kapitale bzw. Industrien oder Teilindustrien mehr Kapital an sich ziehen, weil sie einerseits auf den externen Märkten mehr Absatzchancen finden, und andererseits auf noch niedrigere Investitionen in variables Kapital aufgesetzt werden können, so dass sich ihre Gewinne extensiv und intensiv erweitern.

Diese Expansion, die zunächst die Schmälerung der ortsfesten Formen des Kapitals weit überwiegt und diesen Fraktionen ihre Lage gar nicht klar werden lässt, insofern sie vor allem ihre gemeinsame Frontstellung gegen die Lohneinkommen ins Auge gefasst halten, und darauf hinzuwirken bestrebt sind, angesichts der abnehmenden Selbstreproduktionschancen vor allem die ortsspezifischen Lohneinkommen weiter zu drücken um ihre Gewinnmargen wenigstens zu halten, bewirkt dennoch unvermeidlich eine Spirale sinkender Löhne, als Vorbedingung der Eigenkapitalreproduktion, die ihrerseits die Lohneinkommen verringert, die das Produkt auf dem Binnenmarkt kaufen können, zu dem ja auch die Importe hinzukommen, die freie Anteile der Lohneinkommen an sich ziehen, so dass die gemeinsamen Strategien der Selbsterhaltung der Industriekapitale und der Finanzkapitale am Ende nur dazu führen können, dass die Märkte sich verschieben mit der dominanten Bewegungsrichtung des Kapitalflusses selbst, mit der Folge der Entindustrialisierung der Industriestaaten, dem Abbau der 'klassischen Industriegesellschaften'´und der Erosion ihrer Strukturen.

Dies sind keine auch nur annähernd erschöpfende Beschreibungen, aber so viel ist evident. Die empfohlenen Beratergremien sind aus Gründen, die gar nicht interessieren müssen nicht einmal imstande, diese Strukturen und diese Dynamik, die sie doch unablässig mit ihrer eigenen Tätigkeit befördern, auch nur annähernd zu beschreiben, und kaum dazu, sie durchzudenken. Und weswegen und für wen sollte ich mich dieser Anstrengung unterziehen? Proletariat, Vaterland, Ehrgeiz, Anerkennungssucht?

Wie also sollten diese Berater, in deren Verantwortung die bis heute von keinem ihrer durch eigene Dreistigkeit und die Dummheit der Beratenen reich gewordenen Scharlatane auch nur halbwegs beschriebene und als Gegenstand in eine ihm gewachsene Reflexion gehobene 'Krise' wesentlich mit fällt, dazu imstande sein, nun die nicht-systemsynchronen Prozesse zu implementieren, die der oben formulierte Vorschlag formuliert, von denen jedenfalls eines gesagt werden kann: Dass ihre Implementation, soll sie auch nur einen Funken einer Aussicht auf Erfolg haben, jedenfalls etwas erfordern dürfte, dass die Kompetenzen und Qualifikationen dieser Berater überschreitet, denn sie sind, als Protagonisten des Gescheiterten, das die Folgen hat auflaufen lassen, die nun u. a. mittels der gemachten Vorschläge bewältigt werden sollten, eindeutig nicht als Bewerber um die Positionen geeignet, die dabei besetzt werden müssen, bzw. entsprechend den gemachten Vorschlägen, sollen.
Damit ist allerdings über die gemachten Vorschläge nicht entschieden, vor allem also nicht, sie seien ungeeignet zur Behebung von systemimmanenten Strukturdefekten und den von ihrer Dynamik bewirkten Folgen. Es bedarf daher einer gesonderten Würdigung dieser Vorschläge.

Es ist aber drauf hinzuweisen, dass nicht untersucht worden ist, welche Folgen die Stillstellung der Systemdynamik haben kann, wenn man sie von der Seite sieht, die entweder

2)die Struktur der Hierarchisierung des Lebens variiert, indem sie die Partizipationsbedingungen an der Arbeitsgesellschaft (Im Gegensatz zur 'leisure society', deren 'Ideal' bekanntlich die Freiheit vom Zwang oder der Notwendigkeit der Arbeit war, ein Umstand, an den sich merkwürdiger Weise niemand mehr erinnern zu können scheint, obwohl das doch auch Probleme gelöst hat.) modifiziert, oder

3)wie sich die Folgen ausnehmen, wenn man diese Struktur festhält, indem man an ihr die Partizipation ausrichtet, indem man sie stabil hält und die Partizipation von ihr abhängig macht und Integration auf diese Grundlage aufsetzt.

Dabei stehen da leckere Aussichten zur Debatte. Ich beschränke mich auf einige wenige Überlegungen. Punkt zwei müsste die Verteilung der Arbeit bzw. der Arbeitsbelastung verändern.
Punkt drei müsste zu einer Veränderung der Folgen der stratifikationsbedingten Einordnung, also das vorherrschende Muster der Stratifikation selbst ändern. In allen drei Fällen muss sich die Verteilung der Einkommen und die Summe der Lohneinkommen negativ verändern, damit die Kapitalreproduktion möglich bleibt. Andernfalls ginge die Stagnation über in eine Schrumpfung, mit deutlicheren Folgen in derselben Wirkungsrichtung.

Aus Platzgründen – und um mir die Aufgabe vom Halse zu schaffen, gehe ich über zu den mit der Konkretisierung der geplanten Beschäftigungsgesellschaft verbundenen Lösungsmöglichkeiten. Auch hier nehme ich Vereinfachungen zur Hilfe, um einige strukturelle Probleme sichtbar zu machen.

Nehmen wir einmal an, es ginge darum sagen wir fünf Millionen Menschen zu aus einer Lage heraus zu bringen, in die zwanzig Jahre Systemdynamik und staatliche Politik sie gebracht haben, bevor sie mit einem Federstrich ihrer Arbeits- Bildungs- und Sozialbiographien in einem politischen Akt der Gleichschaltung eine Stufe unterhalb der sonstigen systemimmanenten Definition des 'Menschen' als Partizipant an der Arbeitsgesellschaft reintegriert wurden, im Wartestand des Deklassierten und seines Rechts auf Arbeit Beraubten. Wir können dabei absehen zunächst von der Untersuchung der auf diese Weise konzentrierten Bestände an arbeitsfähiger Population, also der genauen Art und Weise des Deklassierungsprozesses, der zu diesem Zustand, auch dem der jeweiligen Person geführt hat, ebenso zunächst von den wirklichen Gründen, die diesen Ausschluss angeleitet haben mögen ohne ausdrücklich benannt zu sein, unterhalb der offiziellen 'Begründungen' des Ausschlusses aus der Arbeitsgesellschaft.

Es ist zunächst wichtig sich klarzumachen, dass es von erheblicher Bedeutung ist, ob man sich die öffentlich diskutierten Kriterien des Ausschlusses zu eigen macht oder nicht. Man darf sich über die Bedeutung vor allem auch des sozialarbeiterisch zugunsten der Ausgeschlossenen engagierten Geredes und das barmherzige Getue der sich dafür zuständigen Verbände und Berufsgruppen nicht im Mindesten täuschen: Es setzt die Deklassieurung der Ausgeschlossenen als gerechtfdrtiges Schicksal voraus und lebt von der erheuchelten Parteinahme. Zudem verbirgt es eine kaum zu verhehlende Feigheit und Unterwürfigkeit gegenüber dem ausschliessenden Machtapparat, mit dem es in jeder Hinsicht als begünstigter Mitläufer paktiert. Darüber hinaus gilt, dass die ungeprüfte Hinnahme der Kriterien des Ausschlusses, die ja nicht die eigenen sind, einem suggestiven Einsickern in das Selbstwertgefühl des Ausgeschlossenen bewirken muss, das seine mögliche Fähigkeit, der sozialen und menschlichen Deklassierung einen mentalen Widerstand entgegen zu setzen, der ihn/sie gegen die destruktive Beschädigung seiner Selbsterhaltungsinteressen immunisiert, indem er vor allem das Interesse derer verkennt, die ihn/sie nicht nur ausschliessen aus der Partizipation am gesellschaftlichen Leben, sondern ihn darüber hinaus dazu zu bringen versuchen, die ihm von der hereronomen Gewalt auferlegten Wertvorstellungen vorab derart zu oktroyieren, dass er/sie gar nicht mehr auf den Gedanken verfallen könnte, seine Einschätzung als zu verwertendes Nutztier durch organisierte Gewalttäter vom Format von Carnivoren und kannibalischen Bestien als eine ganz und gar ungerechtfertigte und auf keine Weise zu akzeptierende Zumutung abzuweisen, bevor sie auch nur die geringste Chance erhält, sich in seinem Selbstwertgefühl und seinem seelisch-geistigen Selbstverständnis breit zu machen als der Feind in den Arkana des eigensten Selbst. Vielmehr ist von Bedeutung, dass man sich klar macht, dass diese ständig propagierte Invasion, die alle bedroht, um sie dazu zu zwingen, sich von den Aussätzigen aus Angst vor Ansteckung fernzuhalten, und sie als potentielle Bedrohung des eigenen Status einzustufen den Sinn hat, die Ausgeschlossenen mental in dem System der symbolischen Stratifikation festzuhalten, das sie ausschliesst, während es mit dem Ausschluss keine Verpflichtung mehr dazu gibt, dass man die Kriterien und Wertvorstellungen derer, die einen ausschliessen weiter teilt, indem man stattdessen auch mental aus dem System der symbolischen Repräsentation, der 'Welt' aktiv den Austritt vollzieht, den die heteronome Gewalt an der eigenen Existenz vollzogen hat. Wer das nicht tut, aus Trägheit, aus Unwissen, aus Mangel an Fähigkeit, den Wunsch nach Zugehörigkeit und Akzeptiertsein als eine Methode der Fesselung durch die organisierte Gewalt zu verstehen, so wie Abhängige und zurückgestoßene Kinder mit jeder Zurückstoßung mehr sich nach der Zuneigung und Anerkennung derer sehnen, die ihnen das antun, der ist zu einem langsamen Untergang seiner Seele und seiner Intelligenz verurteilt in dem Maße, in dem sein Ausschluss andauert oder verendgültigt wird. Das ist dann wiederum ein Grund, seine schleichende Dekompensation als menschliches Wesen gegen ihn/sie zu benutzen um ihn/sie öffentlich vorzuführen als ein erst zu resozialisierendes Wesen, das im Zuge dieser erneuten Demütigungen desto tiefgehender und destruktiver in einer zweitklassigen oder dritttklassigen Definition des Wertes seines Daseins festgezurrt und gefesselt bleibt. Die Teufelei der sozialarbeiterischen und sozialpsychologischen Betreuungen besteht darin, dass sich ein ganzes Heer von heimtückischen Scharlatanen und Heuchlern damit befasst, derart zurechtgestellte deklassierte Formen des ausgeschlossenen Dasein 'umzuschulen', zu 'betreuen' und zu 'requalifizieren', anders gesagt, darauf zu konditionieren, ihren ihnen aufgezwungenen sozialen Abstieg, ihre Deklassierung zu akzeptieren und sich dort wieder einzureihen, wo die nachrückende Gier der Nutzung und Verwertung kostengünstiger 'menschlicher Arbeitstiere' sie hinschickt und plaziert um sie noch billiger nutzen zu können, am Ende weit unterhalb der Reproduktionskosten der bloßen Arbeitskraft.

Der Staat ist das Organ der kollektiven Selbsterhaltung, nicht der des Individuums oder der von organisierten Interessen. Nur deshalb und nur solange er das wirklich ist, ist er legitimiert. Nur solange er dies wirklich ist, kann er legitim das Opfer des Lebens des Individuums fordern im Grenzfall, in dem die kollektive Selbsterhaltung auf dem Spiel steht. Eine Beschäftigungsgesellschaft kann also gar kein anderes Ziel haben, als den systematisch durch Politik und organisierte Interessen ausgesprochenen und durchgesetzten Ausschluss aus dem gsellschaftlichen Leben zunächst aufzuheben und den Status des Menschen wiederherzustellen, der der allgemeinen Definition des Menschen entspricht, indem die Arbeitsgesellschaft Partizipation als die an der Arbeitsgesellschaft definiert, und zwar zu den Bedingungen, die für alle anderen Arbeitsplatzinhaber bzw. -besitzer auch gelten. Jede andere 'Lösung' definiert eine Zwangsintegration durch Zwangsarbeit zu Bedingungen zweiter oder dritter Klasse und damit Gesellschaft und Staat als Organisator des Lagers, und man darf dann vermuten, dass Demokratien, die zu dieser Lösung tendieten, zugleich belegen, dass der säkulare Staat gegen das Lager hin konvergiert, mit dem Limes der globalen Lösung.

Man kann daher problemlos hinzufügen, dass der Staat gegenüber der Gesamtheit der systematisch mittels Politik und organisierter und abgesprochener Systemdynamik Ausgeschlossen seine Legitimität bereits verloren hat, auch und gerade dann und wenn er sie als Gattungsexemplare zweiter oder dritter Klasse, als Ausgeschlossene und Deklassierte an seinem Rand bzw. in einem virtuellen 'inneren' Lager widerwillig alimentiert, indem er sie zugleich als Drohung gegenüber dem Rest der verwerteten Nutztiere einsetzt und benutzt, indem er sie ständig akut und systematisch bedroht und psychosozial zerquetscht. Denn hier wirft sich ja die organisierte Macht des Staates mit dem ganzen Gewicht der staatlichen Gewalt auf einzelne, in jeder Hinsicht aus allen Solidaritäten herausgelöste und isolierte Individuen, die keinen Schutz mehr finden in den von dieser Gewalt systematischen zerstörten Solidaritäten nicht etwa der Parteien und Gewerkschaften, sondern dem Nahraum sozialer Verbände und von Generationenverbänden, die mehr wären als Imitationen der organisierten Staatsgewalt – in der Form von Verwaltungen mit ihren an die organisierte Gewalt rückgebundenen (religio) Berufsgruppen professioneller Kliententraktierung – oder als Gruppen im Sinne von statistisch nach den Bedarfsanmeldungen der Verwaltung von Nutztierbevölkerungen zusammengestellten Kriterien ihrer Ausplünderbarkeit.

Es ist also die erste Aufgabe einer staatlichen Beschäftigungsgesellschaft, den Status der Ausgeschlossenen aufzuheben durch den Wiederanschluss an den allgemeinen Status des Partizipanten an der Arbeitsgesellschaft zu den üblichen Bedingungen, und das sind zunächst die Bedingungen, die eine Arbeit mit allen Rechten ermöglicht, die auch die angemessene Altersversorgung mit einschliesst und ein angemessenes Leben ermöglicht, das aus einem Einkommen aus dieser Arbeit ausschliesslich heraus führbar wird und die Erhaltung des Generationenzusamenhangs, also auch die Hervorbringung und die Einweisung der nachfolgenden Generation in den kulturellen Überlieferungszusammenhang erlaubt. Das nennt man die allgemeinen Reproduktionskosten der Arbeitskraft, die das Minimum des Lebens definiert, eine Minimaldefinition, die nicht einmal die die Akkumulation von Reichtum und Besitz einschliesst, sondern die bloße Erhaltung des Lebens im Allgemeinen, also das, wozu alle Kultur, alle Gesellschaft überhaupt da ist, das also nicht einfach schleichend ausgehängt werden kann, indem am Ende nicht einmal mehr die Erhaltung auch nur des Lebens des bloßen Gattungsexemplars möglich ist. Ein Gefüge des Lebens, das zugleich als Staat und obendrein als Demokratie auftritt und dieses Minimum unterbietet, erklärt dem Leben, das es ausgrenzt den offenen Krieg, und es ist darauf hinzuweisen, dass das Recht auf Selbsterhaltung nicht verboten werden kann, und dass die Einforderung des Opfers des Lebens für die Erhaltung des Ganzen nicht mehr verlangt werden kann unter Umständen, die dieses Minimum unterschreiten von Seiten der Gewalt, die dieses Opfer verlangt, so dass sich das unbestreitbare Recht auf Selbsterhaltung legitim gegen diese Gewalt richten darf. Und es ist dies, was den Widerstandsfall definiert, nicht das Widerstandsrecht, denn das Recht auf Selbsterhaltung steht nicht zur Diskussion.

Der Staat vertritt als Selbsterhaltungsorgan des Kollektivs, das sich unter ihm zusammenfasst, das Ganze und damit das Interesse aller Bürger. Eine staatliche Beschäftigungsgesellschaft kann also nur das Interesse aller ihrer Bürger vertreten, und das ist in diesem Falle die unbedingte Gleichstellung zunächst aller Bürger als Teilhaber an der allgemeinen Definition des gesellschaftlichen Lebens einer Arbeitsgesellschaft. Und die in Rede stehende Arbeitspflicht ist vielmehr als die Pflicht des Organs des Gemeinwesens zu identifizieren, diese Gleichstellung sowohl gegen die verabredeten Systemdynamiken wie auch gegen eine Politik von organisierten Machtgruppen, die den Staat und die Politik bzw. die politischen Institutionen zu missbrauchen versuchen zu ihren Zwecken und die Staatsgewalt einzusetzen versuchen zur systematischen Deklassierung von Staatsbürgern von der Anzahl einer Teilpopulation, derart zur Geltung zu bringen, dass die Rehabilitierung dieser Bürger durch die Wiederherstellung ihrer prinzipiellen, durch die allgemeine Definition der Teilhabe und der Teilhaberechte identifizierbaren Vollbürgerschaft ggf. gegen die entstandenen Perversionen restituiert wird.

Erst von diesem Stand der Überlegungen aus wird beurteilbar, was ein von einer demokratischen Presse gern als 'Landesfürst' titulierter Ministerpräsident aus einem deutschen Doudezfürstentum eigentlich meint und beabsichtigt, der als Landesfürsten einen Vorgänger hat, von dem man bekanntlich – nachlesbar in Schillers 'Kabale und Liebe', ein Drama, das sich an historisch verbürgte Handlungen anschliesst – weiß, dass er 'Landeskinder' an die Britische Krone verkauft hat, damit sie in 'Amerika' gegen 'die Rebellen' (heute 'Terroristen') kämpfen, als zwangsverpflichtete Söldner eines mörderischen – anderswo erfolgreichen imperialen - Herrschaftswillens, den diese Terroristen erfolgreich abgeschüttelt haben, etwas, das man in einem Dokument nachlesen kann, das den Titel trägt: Declaration of Independence of the United States of America.

Man kann an dieser Erörterung erkennen, wie wichtig die genaue Herausarbeitung des Sachverhalts ist, um den es gehen muss, und wie bedeutsam die sprachliche Form ist, in der er erscheint, denn anders kann das Ausmaß der Perversion der Sprache und die Besetzung der Bedeutungen durch die organisierte Gewalt, die sich des Staates bemächtigt hat, gar nicht klar werden. Aus der Sicht des gesunden Menschenverstandes auf dem Standpunkt des von ihr eroberten Alltagsbewusstseins erscheint das dann als Umständlichkeit, und gegen diese ist dann schnell die Zusammenrottung des Mobs mobilisierbar, der meint, sich darüber mokieren zu sollen, dass das nicht auf seinem Niveau ist. Und daran wird nur sichtbar, welches politisch exakte Urteil sich diese Art der Konsensbildung zuziehen muss vor dem Hintergrund einer exakten und in dem hier demonstrierten Sinne konkreten Darlegung der grundlegenden Sachverhalte, die das Urteil erst ermöglichen. Erst auf diese Weise ist das Gerede bewertbar, das der 'politische Jargon' öffentlich zelebriert als das angeblich Erste und Letzte, das formuliert zu werden vermag, indem es im Stockdunklen herumtappt.

Wenn ich es genau überlege, habe ich kein Interesse daran, diese Probleme durchzuarbeiten. Sie betreffen mich gar nicht, ich verdiene nicht daran, es gibt nicht nur interessantere Beschäftigungen, sondern auch weit erfreulichere, und die Herumtreibereien in den mit Lüftungsschächten, Rohrleitungen, Strippen, durchzogenen, mit schwappenden Schmutzabwässern, Ratten und Ungeziefer überlaufenen, von Gestank durchzogenen Untergründen, dem Sumpf des Lebens, ist abstoßend. Es sind diese gewöhnlich von Fassaden abgedeckten Strukturen des Funktionsgefüges, das den Klempnern, Strippenziehern, Baumaschinenfahrern und Baggerführern, Sprengmeistern und Rohrlegern gehört, und von einer Ästhetik erfüllt ist, die sich in einem aberwitzigen Labyrinth von alptraumartigen Assoziationen verliert, dessen Unabsehbarkeit mit der Stereotypie des bloßen primitiven Undsoweiter eigenartig kontrastiert, denn eigentlich gibt es in dieser Wüste keinerlei Abwechslung, sondern nur die elende Langeweile einer tödlichen Routine, zumal einer betriebswirtschaftlichen, in der alles am Ende auf ein paar Zahlen unter einem Strich reduziert wird, das letzte, wofür zu leben sich lohnte oder das Leben auch nur möglich machte.

http://www.zcommunications.org/topics/parecon






wird fortgesetzt...

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