Romantische Landschaft mit Menschenopfer

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Weißt Du wieviel Wolken gehen weithin über alle Welt...
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Montag, 22. August 2011

Fortschritt und Verwaltungspraxis

I. Klassifizierung des Fortschritts

Mittwoch, 17. August 2011

Kein Fortschritt ist harmlos. Vielmehr bedarf es der ständigen ideologischen Ausschmückung seiner angeblichen Segnungen, und diese Verkehrung alles dessen, was die von ihm Betroffenen (Man kann versuchen diese Bezeichnung zu unterlaufen, indem man sie in positiv Betroffene und negativ Betroffene unterteilt, und dann die Ambiguität des Fortschritts herausarbeitet usw., indem man einfach diese Art der 'Klassifizierung des Phänomens' stillschweigend durchsetzt, unter Hinweis auf die Allgemeinheit der Begriffsbildung etc., aber vor allem, indem man die Zurückgebliebenheit der nicht zu dieser Verallgemeinerung Fähigen durchblicken lässt usw.).

Das hat den leicht übersehenen Nachteil, dass es mit dem Sinn von Betroffenheit, eines Erleidens außer Kraft setzt, um eines Gewinns willen, der sich auf die entstehende Verwirrung stützt und den möglichen Einwand entwaffnet, indem es auf die Üblichkeiten nicht zuletzt auch in der Mathematik und der Physik verweist, die ja auch die Abweichung vom Sprachgebrauch des Alltags erzwingt – obwohl es doch merkwürdig ist, dass dennoch gerade die alltäglich verwendeten Worte verwendet und in Anspruch genommen werden, um ihnen einen angeblich notwendigen anderen Sinn zu geben, um damit dann wieder in die Formen des 'Alltagsbewusstseins' zu intervenieren um da dann unablässig den Oberlehrer zu spielen und auf der eigenen überlegenen und vor allem der staatlich lizensierten Kompetenz zu insistieren, die dem derart deklassierten Bewusstsein, natürlich nur dem der Laien, von denen betont wird, sie seien eben kompetent in anderer Hinsicht, also gäbe es eigentlich gar kein Alltagsbewusstsein in dem Sinne, dass es allen Kompetenzen entgegen gesetzt sei, etwa als das einer impotenten oder depotenzierten Masse und der Elite usw. – dann aber darauf besteht, dass nunmehr, im Angesicht des überlegenen Experten, darum geht, einzusehen, aufgrund des zwanglosen Zwangs des besseren Arguments, dass die Verbesserung der Alltagssprache durch den dafür zweifellos qualifizierten, wo nicht qualifizierteren wissenschaftlichen Experten die veränderte Bedeutung des verbesserten Wortes zu gelten habe, der die Schlampereien der Alltagssprache, auf die man das Verdienst hat, hinzuweisen zum Besten aller Beteiligten, deren Bewusstsein hiermit auf vorteilhafteste Weise im Sinne des allgemeinen Fortschritts erweitert wird, nicht zuletzt um der Verbesserung der Aussichten auf einen Konsens unter allen, nun nicht länger in den unbemerkten Unklarheiten des Sprachgebrauchs verwickelten, ansonsten gutwilligen Gesprächspartnern, den Kommunikanten, die als Teilnehmer an Diskursen qualifiziert sind.

Der Zeitgewinn, den man durch diese Methode der Entwaffnung und der Mundtotmachung der Ahnungslosen erzielt, die in diese offenen Messer laufen, reicht garantiert zu einer akademischen Karriere, und die beweist, was zu beweisen war: Die überlegene Kompetenz des derart überlegen Bewaffneten, die ihn zugleich – qua Nachweis des Besitzes und der praktisch wirksam vorführbaren Verfügung über 'Herrschaftswissen' – als Berater der Macht empfiehlt, und beweist, dass Wissen Macht ist.

Es ist ein Symptom des wachsenden Legitimationsbedarfs, wenn der irgendwie doch nicht ganz ausgeräumte Zweifel weiter an der reinen Güte des Fortschritts nagt, ungeachtet seiner unablässigen Disqualifikation durch die professionalisierte Welterklärung durch Angestellte der organisierten Gewalt, dass sich dann Steigerungen einstellen, die den Einwand, der Fortschritt sei vielleicht doch eher eine Form der unablässigen Zerstörung der Grundlagen des jeweiligen Daseins, das sich in Gründen zu stabilisieren suchen muss, aufnehmen und ihn ebenso dreist wie bedenkenlos dem in Gesicht schlagen, der auf diesen Gedanken vermutlich nicht ganz zufällig kommt, sondern weil er von Folgen in Mitleidenschaft gezogen ist, die er als solche des Fortschritts identifizieren zu können meint.

Daher geht es gar nicht erst darum, den Anlass zu einer Infragestellung oder Untersuchung der Gründe für diese 'Sichtweise' der Dinge in Betracht gezogen, sondern es wird stattdessen sogleich von der Selbstverständlichkeit des festgestellten Faktums ausgegangen, und statt eines Gegeneinwands, der versucht, die Kennzeichnung des Sachverhalts zu bestreiten, und sich dafür vielleicht Argumenten konfrontiert zu sehen, denen er nicht gewachsen ist, weil er vermutlich weiß, worauf sie sich stützen könnten als unwiderlegbare Verweise, die die Charakterisierung stützen, geht der derart Konfrontierte, in der Absicht, seine nunmehr per Beifügung 'positivierte' Sicht der Dinge durchzusetzen dazu über, unter Überspringung einiger Zwischenschritte die Zerstörung ohne Weiteres zuzugestehen, sogar das Maß ihrer Destruktivität ausdrücklich zu betonen um sie, aufgefangen in einer Metapher aus dem Bereich der Ästhetik des Erhabenen zugleich aus dem Bereich des politisch Erheblichen in den der Ästhetik zu verschieben um ihr unter Unterschiebung von Assoziationen, die jedenfalls mit der Seefahrt vereinbar sind, den Anschein, den appeal des Seefahrer- und mehr noch, der Seeräuberromantik zu geben, der Kühnheit des Piraten und Freibeuters, der unversehens dem freien Unternehmer unvermittelt assoziiert wird und sich von den trägen und faulen, eigentlich ängstlichen und feigen, nur auf ihre Sicherheit bedachten Stubenhockern, Spießern und kleinbürgerlichen Rentnermentalitäten wohltuend abheben wie die hier zu bewundernden Wölfe von den in ihrem nächtlichen Pferch zitternden Schafen, von deren Furcht hier nicht zu reden ist, sondern stattdessen von der Begeisterung, mit der die Wölfin zu ihren, den guten Pappi zu Hause mit fetter Beute erwartenden Wolf spricht um die Zeit zu vertreiben, bis er zurückkehrt mit der fetten Beute im Maul, dem erfolgreich gerissenen Schaf oder Lamm.

Derart gerät denn die Begeisterung des sich andienenden Theoretikers der Ökonomie zum Gesang auf den Sieger, angesichts dessen sich gegen Bezahlung angefertigte antike Siegesgesänge auf olympische Sieger im Faustkampf wie Demutsgesten ausnehmen, wenn man sich anhört, der Kapitalismus bzw. der 'Fortschritt' – offenbar ein anderer Ausdruck für diese 'Wirtschaftsform', deren Motive auch das Imperium Romanum und anderes der Art schon steuerten, sei der Sturm schöpferischer Zerstörung, und die Wiederholung dieser Formel vor allem nach dem jeweils ohne Vorbild erneut von der organisierten Macht begangenen, über den Finanzmarkt abgewickelten, und mit staatlicher Unterstützung organisierten Jahrhundertverbrechens anzuhören hat, dabei sich selbst einreden soll, das sei nicht eine unfassbar unverschämte Verhöhnung jeder an irgendeiner Erwartung im kommunikativen und vertraglichen Bereich noch etwa festhaltenden Einstellung, die davon ausgeht, dass es soziokulturelle Regeln gibt, die gelten ohne dass sie mit einer brachialen Drohung sanktioniert sind.

Der Sturm schöpferischer Zerstörung ist zunächst und vor allem, folgt man der Formulierung, der Sturm der Zerstörung, und die eingeschlichene Beifügung, die das als schöpferisch hervorhebt, lässt sich damit ad absurdum führen, dass man sie auf einen immer denkbaren und praktisch möglichen Sturm vom dem Ausmaß, der das Dasein der Sauropodenpopulationen vernichtet hat, ausdehnt und zeigen kann, dass dieser Sturm der Zerstörung auch sehr schöpferisch war, indem er zum Homo sapiens führte, so dass sich das doch iterieren lassen könnte, indem man eine noch höhere Lebensform als möglich postuliert, unter der Voraussetzung, dass die gegenwärtigen Formen unter Einschluss des Homo sapiens vernichtet werden.

Denn von genau dieser Art ist das Gemeinte, insofern es ein Verständnis von Fortschritt impliziert, der über sich unter seinen mörderischen Monster-Mash türmende Leichenberge in Richtung der Depravierung aller momentan existierenden Lebensformen fortschreitet in eine immer als glorreich projizierte Zukunft, die niemals eintritt sondern so lange Zukunft bleibt, bis alle Zukunft vergangene Zukunft wird, die diese Projektion empirisch widerlegt, was dann aber irrelevant ist, denn was sich aus der projizierten Verschiebung des Datums der Einlösung aller Wechsel, die dieser Fortschritt auf die Zukunft nimmt, indem er die Gegenwart immer neuer Generationen zu deren systematischer Schändung und Vergewaltigung oder zum immer erneuten Massenmord und Genozid missbraucht, jeweils heute machen ließ, ist dann jedenfalls verteilt und konsolidiert. So macht der zumal wissenschaftlich begründete Fortschritt seine Rechnungen auf Kosten der ausgeplünderten Biomasse des Homo sapiens jenseits der empirischen Einlösbarkeit, die ja heute möglich sein muss, sonst ist sie gar nicht.

Die Verschiebung des empirisch gar nicht eingelöst werden Sollenden, den diese 'Wissenschaft' damit ermöglicht, begünstigt und unterstützt, indem sie mit einem systematischen konzeptionalisierten betrügerischen 'Wissenschaftskonzept' assistiert, das die empirische Einlösung auf eine niemals eintretende Zukunft verschiebt, und dabei den Schein der empirischen Ausrichtung zugleich mittels eines billigen Eskamotiertricks vortäuscht um die Wirklichkeit dieser Einlösung schuldig bleiben zu können, ist organisiertes Verbrechen an den Zeitgenossen. Diese Wissenschaft hat sich vor den Zeitgenossen, nicht vor einer schimärischen, als Prospekt die Wand gemalten Zukunft zu verantworten und zur Verantwortung ziehen zu lassen.

Es war üblich, dem falschen und intriganten Wesir den Kopf abzuschlagen, wenn seine 'Analysen' sich als falsch erwiesen. Die Wissenschaft will ja kein Orakel mehr sein. Sie kann sich also auch nicht mehr damit herauswinden, dass sie den Adressaten ihrer Beratung in die Widersprüche einer eigenen Projektionsbereitschaften verwickelt, jedenfalls dort nicht, wo ihre Machenschaften nicht auf solche Bereitschaften treffen.

Zu ihrem Schaden hat sie zudem das Unbewusste als methodische Voraussetzung auch ihres Unbewussten abgeschafft, so dass es sich nun auch nicht, bei anderen, in Anspruch nehmen lässt. So günstig es also ist – das ist der Gewinn – selbst vor allem keines (mehr) zu haben, so ungünstig ist es – das wäre der Verlust – wenn der eigene Kalkül den Wahn des anderen nicht mehr in Betracht ziehen kann, weil dafür die methodischen Voraussetzungen fehlen, insofern gilt: 'Intelligenz ist die Fähigkeit, den Wahn des Anderen zum Bestandteil der eigenen Kalküle zu machen.' Da waren die Phytia des delphischen Orakels und ihre Übersetzer als politische Berater weit bessere Organisatoren eines imperialen und kolonisatorischen Absicht.

Was immer auch aus ihr praktisch wurde, es stand in Einklang mit der unerreichten Einsicht in die Strukturen des Wirklichen, die die Welt des Menschen bilden, und mit denen der Tragischen Weltsicht der Politiker der Polis, die dem Strukturzusammenhang des Wirklichen im Bereich des menschlichen – seiner doppelten Kontingenz – besser und viel genauer die Grenzen dessen abzulesen imstande waren als der infantile Verstand konditionierter Professoren der derzeitigen Staatsverwaltungen, der sich darin prostituiert als das, was er ist, eine Form erlernter Dummheit und Diminuation, dass er für irrational oder einen Ausdruck des Irrationalen bei den Griechen unterschätzt, was eben kein Aspekt ihrer Intelligenz, ihrer Fähigkeit war, die Strukturen des Wirklichen zu erkennen, sondern im Gegenteil, eine ausgesprochen intelligente, die Wirklichkeit ihrer Vernunft auszeichnende Einsicht in die Grenzen dieser Vernunft (Vernunft ist die Fähigkeit des Verstandes zur auch praktischen Selbstbegrenzung und beweist sich in dieser praktischen Selbstverwirklichung) entsprechend den ihr durch die Strukturen des Wirklichen gesetzten Grenzen zur Einsicht in diese Strukturen, von denen ihre Vernunft sich als ein ihnen ausgeliefertes abhängiges Moment wusste. Welchem verbeamteten Professor steht diese Basis derzeit zur Verfügung? Er/sie trete vor und belege das. Es ist sicher, dass sich keiner meldet. Aber alle sollen sich bei ihnen melden, um sich ihren Verstand lizensieren zu lassen, gell?

Dafür gilt: Wer zum Intelligenztest geht, ist, was immer er sich davon verspricht, mit Sicherheit ein Idiot, ein Dummkopf. Denn er erkennt das Arrangement nicht. Das gilt auch, wenn er es gegen Belohnung tut, und mehr für den, der es tut, weil er sich eine Belohnung verspricht. Denn das Arrangement sieht ja nirgendwo vor, dass er sie auch erhält, in jedem Fall aber, dass er sich zum Idioten macht. Da gibt es kein Vertun. Anders gesagt: Eine autoritativ lizensierte Intelligenz ist gar keine, sondern eine autoritativ bestätigte Einbildung an ihrer Stelle. Freilich, damit ist viel zu machen in einem Gefüge, wo es reicht, den Ausweis vorzuzeigen, der einen autorisiert. Es ist aber eine Idiotie, das mit dem zu verwechseln, was sich so nicht bestätigen oder 'beweisen' lässt. Wer die Lizenz braucht, wirklich braucht, dem fehlt schon, was sie lizensiert.

Die Mittelmässigkeiten der rhetorisch infantilen Totschläger und Plattmacher, die die talk-shows bevölkern, sind von der selbstreflektierten Raffinesse eines Bewusstseins, das sich nicht nur der Eigenarten der Sprache, sondern auch der doppelten Kontingenz der Kommunikation und Interaktion bewusst war, und die Eigenarten der multiplen Determiniertheit der Resultanten der Interaktion zugleich mit dem projektiven Austausch über unbewusste Beweggründe in Betracht zu ziehen imstande war, so weit entfernt wie der letzten Endes auf Drohung und Gewalt beruhende Konditionierungsbetrieb von der Erziehung zum eigenen Urteilsvermögen.

Allem Scheitern 'großer Wagnisse' gehen Blindheiten voraus, und überoptimistische Fehleinschätzungen, die im Nachhinein stets so unmissverständlich sind, dass man sich fragt, wie es möglich war, das Leute, oft Gruppen von Zeitgenossen, die die Summe, das Integral an zeitgenössischer Vernunft und Beherrschung des Wissens auf sich zu vereinigen meinten, sich derart grässlich vertun können. Statt sich nun des Gesamten, also wiederum des Integrals des Geschehenen anzunehmen, kippt das sich erneuernde, offensichtlich unbelehrbare, vielleicht eher vom Hormonspiegel von Organismen abhängige Bedürfnis nach der Erneuerung der unveränderten Projektionsbereitschaften in der Weise um, dass es sich an den immer auch in dem Gefüge zu entdeckenden jeweiligen Sieger seine durch Lernen aus Erfahrung unmodifizierbare einfach erneuert, indem es sich nun mit dem Sieger identifiziert.

Jedes der idiotischen Heldenepen, das die Hartgummihelden des amerikanischen Comic zum Protagonisten hat, identifiziert sich inmitten der bestialischsten Schlachtfeste an der plumpen, in das Drama von vornherein implementierte Muster der Providenz, die ausgerechnet das zufällige, gänzlich gewöhnliche, durch nichts ausgezeichnete Individuum unbeschädigt durch jeden noch so aberwitzigen Irrsinn führt, dass es sogar machen kann was es will, es geht als Sieger aus dem Gang der Dinge hervor.

Die Masse derer, die Umkommen bleibt einfach am Wege zurück, indem der Held und mit ihm der aus dem Nichts heraus ihm folgende Kameramann bzw. das Auge eines Betrachters ihm folgen, der ebenso unverwundbar ist wie der Held, im Unterschied zu ihm aber körperlos und erheben über das Geschehen. Der Held muss aus dramatischen Gründen dann und wann einen Schlag einstecken, aber das ändert an seiner Unbeschädigbarkeit nichts. Es beweist seine Unverletzlichkeit. Die Hartgummihelden des amerikanischen Comic sind gar keine. Sie sind ihrer eigenen Unverletzlichkeit sichere Fiktionen ihrer selbst und mehr noch eines lebenden Wesens, einer grundsätzlich riskierten Daseinsform, als Menschen unendlich mehr noch denn als bloße Gattungsexemplare des Homo sapiens, einer Tierart.

Von den Helden Homers kommt keiner nach Hause außer Odysseus, einer erklärten Ausnahme, die aus erzähltechnischen Gründen notwendig ist, denn sie zeigt den Gegensatz zu den zum Untergang verurteilten Akteure der Ilias den Heimkehrer, die glückliche Ausnahme des am Ende gelingenden Lebens. Aber das ist nur ein Typus des Helden und vor allem: Nicht dessen typisches Schicksal, sondern das zum Typus verfestigte untypische Kontrastprogramm. Das Bewusstsein des durchschnittlichen Fachmanns für die Daseinsform Homo sapiens ist von der Art des Bewusstseins, das den amerikanischen Comic und mit ihm die gesamte Unterhaltungsindustrie einer zur Truppenunterhaltung für eine imperiale Soldateska gewordenen 'Kultur', verstanden als 'Bezahlkultur' anhand ihrer am Fließband mit industriellen Produktionsmethoden hergestellten Artefakte einer Massenproduktion von Bewusstsein.

Die Helden Homers haben eine Identität, die sich zum Ganzen im Abschluss ihres Schicksals, das dasselbe ist wie diese Identität bestätigt und vervollständigt. Die des amerikanischen Comic haben gar keine, Sie sind Stereotype kompensatorischer Formen infantiler Allmachtsphantasien, die von jeder durch Lernen modifizierbaren Einflussnahme ausgeschlossen sind, exakte Gegenbilder der realen Ohnmacht und Bedeutungslosigkeit der 'no names' und Nummern der 'lonely crowd', die sich im Popstar eine eigenartige schimärische Realität erobert haben in einem Neverland, das nur in den Massenphantasien existiert, mittels dener es in bare Münze umgewandelt werden kann, indem es die Massenphänomene der 'politischen Führerwahl' nutzt und gegenstandslos macht zugleich, während diese andererseits politische Realität werden in der Wahl von Schauspielern zu politischen Repräsentanten, denen, als Auswahlmechanismen, auch die gewählten Repräsentanten unterworfen sind, ganz gleich woher sie aus dem Nebel, dem fog of war aufsteigen, den die Massenmedien unablässig produzieren über dem unauslotbaren Schlamm der ´Wirklichkeitsrepräsentation',

aus dem sich die Schimären formen, die sich zu temporären Personifikationen eines vielfach gefilterten Gewimmels von Impulsen ausformen, die die Bezeichnung eines 'Volkswillens' nicht (mehr) verdienen, etwa im Sinn er einer volonté de tous, geschweige denn, dass das Regierungshandeln, das mit Sicherheit nicht auf dieser Resultante tausendfach abgelenkter und gebrochener organischer Impulse angeblich, aus Legitimitätsgründen, einer Legendenbildung ohne Realitätsgehalt, aufbaut, einer volonté general entspräche. Es repräsentiert, wenn überhaupt etwas, dann die vested interests oder einfach nur das Verwaltungshandeln der Großorganisationen selbst, als Funktion der als 'Ökonomie' nur mit einem traditionellen Ausdruck bezeichneten Vorgänge, die ebenfalls komplexe Resultanten sind, denen als Ganzen keine 'Vernunft' entsprechen kann angesichts ihrer irrationalen Komposition und Konglomeration von teils raffinierten, teils einfach von Kalkülen einer brutalen Gewaltsamkeit, die glatt die Existenz der Daseinswelt des Homo sapiens aufs Spiel setzt, und so gut bewusst oder ohne Bewusstsein der Aktionsfolgen oder der umgesetzten Impulse gegenüber den Nebenfolgen vollkommen gleichgültig ist auch und gerade da, wo es sich um die Daseinsbedingungen der Tiergattung oder irgend einer Tiergattung handelt, einschließlich oder ausschließlich der des Homo sapiens. Wer auch nur voraussetzt, es wirke darin eine Vernunft oder sie könne sich darin zur Geltung bringen, ist jenseits aller Vernunft. Denn zu mehr reicht Vernunft in keinem Fall als der Illusion auszuweichen, sie wirke (jedenfalls derzeit) irgendwo im Realen, oberhalb mehr oder weniger schlauer Pläne und Absichten oder Zwecksetzungen und den ihnen zur Verfügung stehenden Durchsetzungschancen gegenüber den von ihnen mit bestimmten Resultanten.

Nur so ist es verständlich, dass immer noch im Kontext 'wissenschaftlicher Befunde' Sachverhalten von der Art behauptet werden können, z. B. die USA haben den Zweiten Weltkrieg gewonnen, die Deutschen haben ihn verloren. Wahr ist einzig, dass die Toten und die, deren Eigentum oder Person oder deren Nächste und Lieben beschädigt wurden oder zur Tode gekommen sind, die Verlierer aller Kriege sind, während die, die nur und gerade überlebt haben ebenfalls deshalb nicht zu den Siegern gehören. Der Irrtum betrifft die Voraussetzung der Existenz der behaupteten Entitäten, die je nur so viel Existenz haben wie die Illusion, sie existierten wirklich ihnen in den Köpfen, den Nervensystemen der von dieser Illusion erfolgreich Infizierten verschaffen können, indem sie als eine Art Gleichrichter fungieren und damit faktisch folgenreiche Illusionen werden, Fiktionen mit Resultanten in einer 'Realität', deren Materialität damit wiederum nicht schon ausgemacht ist, die vielmehr eine eigenartige Gemengelage ist aus Fiktionen und aus ihnen gefolgerte Fiktionen, und Fixpunkten, Fußpunkten in der Materie, deren Fixierung keineswegs streng determiniert und irreversibel oder unmodifizierbar ist, sondern ihrerseits vermutlich hochgradig kontingent. Man muss das genauer untersuchen.

Vermeintliche Sieger können daher zu einem Leben verurteilt sein, das weniger ist als Überleben, indem sie Folgen zu tragen haben, die sich in verschiedenster Weise für sie selbst und ihre Nächsten über Generationen – mittels sozialer Vererbung – auf vielfache Weise ausgesprochen lebensfeindlich auszuwirken vermögen, ohne dass das anders zur Kenntnis genommen wird als im Kontext des Elends der Psychologie, die nicht mehr dazu ausreicht, dass die, die den Menschen, oder auch nur den Homo sapiens unter den von ihr gesetzten Auspizien zu konzipieren, sich auch nur selbst zu verstehen vermöchten, und zwar desto weniger, je objektiver das Konzept angesetzt ist. Es ist dann die Psychologie, die Psychopathologie, die die Erscheinungsbilder weniger erforschen und klassifizieren. Das erlaubt ihre Eigenverfassung gar nicht und auch nicht der Umstand, dass die der Experten von derselben Art ist wie das Klassifizierte und damit Fixierte. Die wirkliche Funktion dieser Formationen des Wissens ist vielmehr die Normierung dieser Phänomene unter dem Deckmantel ihrer wissenschaftlichen Objektivierung. Dasselbe gilt für die Soziologie. Sie konstruiert verbindliche Fiktionen über dem Fluss des mehr oder weniger normierten Daseins der Biomasse des Homo sapiens.

 

II. Die mörderischen Implikationen der gewöhnlichen Verwaltungspraxis

Donnerstag, 18. August 2011

„Ich sollte Reneé Bousquet nie auf einer Anklagebank sitzen sehen. An einem Morgen, drei Tage nach meinem Besuch, kam ein Mann zu ihm. Unter dem Vorwand ein amtliches Schreiben zu überbringen, verschaffte er sich Zutritt. Er hatte eine Waffe. Er schoss fünf Mal aus unmittelbarer Nähe. Viele Menschen haben diesen jähen Tod bedauert, der einen Prozess verhinderte, auf den wir hatten so lange warten müssen. Manche haben behauptet, der Mord wäre von unbekannten Mächten geplant worden um eben diesen Prozess zu verhindern. Das ist schwer zu glauben. Ich war ja selbst einmal versucht ihn zu töten. Aber vielleicht war es besser so. Sonst hätte dieser alte Mann am Ende seines Lebens noch Mitleid erregen und vom Schutzbedürfnis irgend welcher Leute profitieren können, um – wer weiß – ein weiteres Mal den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Trotzdem, eines bedauere ich: Wenn Reneé Bousquet sich vor der Justiz hätte verantworten müssen, vielleicht wären manche Menschen zu der selben schrecklichen Erkenntnis gelangt wie ich: Dass die größten Verbrechen der Menschheit im beschaulichen Frieden anonymer Amtsstuben begangen werden, vor den Blicken der Allgemeinheit verborgen. Und dass sie nicht das Werk kranker Verbrecher und Ideologen sind, sondern von gewöhnlichen Leuten, von ganz normalen Bürgern. Von entsetzlich normalen Bürgern. Ich denke auch oft an Primo Levy, der sein Leben lang gezeichnet blieb von seiner Zeit in Auschwitz, und der, bevor er sich den Tod gab, nicht aufhörte uns zu warnen. Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen; es kann geschehen, überall. Aber wer hat diesen Schrei gehört? Und wer hört ihn noch?“

Dies ist die Schlussbemerkung der 'Heldin', einer zufällig Überlebenden, die als Kind die Auslieferung der Juden im Frankreich Vichys durch den zuständigen Präfekten Reneé Bousquet überlebte, 'dank' seinem Eingriff, in einem Dokumentarfilm über Reneé Bousquet bei ARTE, über die Verwaltungspraxis der Banalität des Bösen, die vom Typus des Sachbearbeiters der Staatsverwaltung jederzeit, nur nicht immer mit derselben unmittelbar tödlichen Konsequenz, ausgeübt wird, was wiederum nur ein Zufall ist und jederzeit umschlagen kann in die Unmittelbarkeit der äußersten Konsequenz.

Das berechtigt zu der Hervorhebung der echten Humanität der 'Nazis', denn sie hatten die Menschlichkeit, ihre erklärten und nicht-erklärten Todfeinde zu töten. Die derzeitigen Verwalter der organisierten Gewalt haben diese Barmherzigkeit nicht. Sie verurteilen sie zu lebenslänglichem elendem Vegetieren unter ihrer unablässigen Kontrolle und beladen mit dem Nachruf des ihnen oktroyierten verleumderischen Fluchs der 'Menschenrechte'.

Die kursiv gefassten Hervorhebungen finden sich naturgemäß nicht in dem von einer sanften, beherrschten und verhaltenen weiblichen Stimme gesprochenen Text, der Stimme einer Mutter, die eine Gutenachgeschichte erzählt. Denn so sind nun alle unsere Gutenachgeschichten.

Denn alle moderne Staatsverwaltung ist auf größere Distanz von ihrem Ursprungsort, an der sie erdacht, Gesetz und Anordnung und ausgeführt wird, in der Konsequenz mörderisch und gleichbedeutend mit dem Mord. Was den Sachverhalt verbirgt ist der Umstand, dass er legal ist und sogar meint, legitim zu sein, denn er ist nicht als forensischer Tatbestand kodifiziert, was nicht verwundern kann, denn die Privateigentümer der Gesetzgebungsmaschine werden sich nicht derart selbst behindern um sich dann selbst verfolgen zu müssen und sogar zu verurteilen, vom Vollzug nicht zu reden.

Kriminell kann nur sein, was die Ohnmächtigen tun, und oft genug einander antun, in wilder Aktion 'abweichenden Verhaltens', mangels Orientierung und Chance zu wirksamem Handeln. Der Limes aller Verwaltungspraxis ist der Mord. Es gib immer jemanden, der ihre Anordnungen mit dem Leben bezahlt. Dazu zählt auch der 'Suizid'. Er ist 'Der Mord, als schöne Kunst betrachtet'. Denn niemand legt Hand an als der Ermordete selbst und an sich selbst. Er ist Kunst dadurch, dass er berührungslos realisiert wird. Und dadurch, dass es eine staatlich lizensierte Zuständigkeit gibt, die ihn erklärt, als 'psychologisches Phänomen' oder als 'psychiatrischen Sachverhalt', die sog ar zur Anwendung von Gewalt berechtigt, um den 'Suizidanten' – vor sich selbst! – zu schützen. Diese 'Erklärung' mag man für genial halten, wenn man ihre Perfidie erkennt, zumal da sie die unmittelbare Gewalt derselben Apparaturen nunmehr zum unmittelbaren Zugriff ermächtigt im Namen der Menschheit und des Guten. Den sie schützt doch die Allgemeinheit und den derart durch sich selbst Gefährdeten. Sie ist jedoch in ihrer Selbstverständlichkeit nichts als die Iteration derselben Kombination von Dummheit und Gewalt, die Menschen sonst mit einem Federstrich umbringt, durch Verdoppelung im Bereich der symbolischen Repräsentation.

Man muss die Larmoyanz der vom Selbstmord der Opfer der Gewalt Betroffenen traumatisierten Agenten ihrer Exekutionen unter diesem Gesichtspunkt betrachten. Ihre Einklagung von 'Schmerzensgeld', die dann 'das soziale Umfeld der Selbstmörder' zur Kasse bittet, weil sie die Dreistigkeit hatten, dazu die Einrichtungen z. B. der Bahn zu benutzen, obwohl das Betreten der Gleiskörper untersagt ist, gleicht der Einklagung von Gehaltszuschlägen für besonders belastende Arbeit, die das Personal der Konzentrationslager sich sicher verdient zu haben meinte, denn 'unter diesen Umständen Mensch zu bleiben' war eine schier unbewältigbare Aufgabe, wie und Eichmann glaubhaft und treuherzig versichert hat, wusste er doch wovon er redete, wenn auch nicht ganz so gut wie das Frontpersonal an der Rampe von Auschwitz, die heute in die ARGE verlegt ist und damit besser getarnt.

Samstag, 20. August 2011

Vgl. Hannah Arendt, Die Ursprünge totalitärer Herrschaft, und: Die Banalität des Bösen, die sich mit der geradezu entwaffnenden Bewusstseinsverfassung von Adolf Eichmann beschäftigt und mit der unfassbaren Verblendung, die sich in ihr und als diese in perfekter Unberührbarkeit manifestiert. Sie ist das wirklich Aberwitzige an der Existenz dieses Typus des bürokratischen Massenmörders, dem Typus des 'Sachbearbeiters', der auf jeder Behörde sitzt und den 'modernen Staat' erst möglich macht, einem Sozialisationsprodukt, mit dem dieser sich seine eigenen Grundlagen unbekümmert um die jeweils gerade dominante Superstruktur der organisierten Gewalt schafft und stabilisiert, und der mit derselben Unbetreffbarkeit Schraubenlager, Kataster und Viehställe für die Tiergattung Homo sapiens verwaltet, und stets bereit ist, die je zufällig geltenden, mehr oder weniger unmittelbar tödlichen Anordnungen ohne Prüfung der Verantwortbarkeit der Folgen von einem soziokulturellen Standort aus in Bezug auf ihre menschlich erheblichen Konsequenzen zu prüfen, denn der 'Mensch' gilt ihm nichts.

Dabei ist er/sie stets davon überzeugt, dass dieser Dienst nur der Aufrechterhaltung von Gesetz und Ordnung dient, was vom Standpunkt der organisierten Gewalt immer richtig ist. Man muss nur vor Augen haben, was durch diese Identifikation praktisch gedeckt ist, indem man versteht, dass nichts davon sich einem Irrtum oder Fehler oder einem Versehen oder einer Verirrung, einem unglücklichen Zufall usw. verdankt, sondern aus ihren wirklichen, immergleichen Zwecksetzungen folgt, denen die jeweilige Form und die Grenzen, die die organisierte Gewalt sich je nur selbst setzt, so dass sie sie immer auch selbst modifizieren kann nach ihrem Belieben, das prinzipiell keine Begrenzung, sondern nur Opportunitäten und Kostenfragen kennt. Am billigsten zu halten ist ein vollständig wehrloses, durch und durch konditioniertes, und domestiziertes Nutztier, das sich bewusst- und widerstandslos jedem beliebigen Zweck zuführen lässt und mit derselben Geduld durch das Gatter sich zum Schlachthof aussondern und führen lässt wie zum Strohdreschen oder zum Ziehen eines Wagens usw. Dies ist das Vorbild aller Strukturen des modernen Staates.

Das Konzept der durchorganisierten Massentierhaltung an der Tierart Homo sapiens kommt als Form und Ziel aller Politik in ihm zu sich selbst.

Das ist denn auch der eigenartige Widerspruch aller Staaten, die dann die Verbrecher gegen die Menschlichkeit belangen oder hinrichten, ohne dass sie das Prinzip befragen, das ihren eigenen Handlungen zugrunde liegt.

Denn die Exekutoren dieser Maßnahmen halten sich mit der größten Selbstverständlichkeit für die jeweils Guten, die von alledem, was sie an anderen meinen verfolgen zu sollen, so klar zu erkennen meinen als das genaue Gegenteil ihrer eigenen Aktionen, indem sie gewissermaßen ihrer eigenen Propaganda erliegen, was eine gewisse Plausibilität hat, denn daran, dass man je selbst an sie glaubt, erkennt man ja, dass es sich um die Wahrheit handelt, an die dann alle glauben müssen, weil sie mit dem Gestus reiner Rechtschaffenheit über die Zwangsorganisationen an die Zwangsklienten weitergereicht wird, aus denen derselbe Gewaltapparat dann den Nachwuchs rekrutiert, bis in die Höhen der letzten Weiterentwickler und beauftragten Begründer seiner Aktionen, mit denen er von Oben her unter Nutzung der Selbsterhaltungsinteressen der Rekrutierten, die sie gegen die entsprechenden Gratifikationen, Erhebungen und Auszeichnungen und Privilegierungen bereitwillig zur Verfügung stellen und zu denen machen, die die 'Institution' ihnen zur Identifikation und Inkarnation anbieten.

Der sich für das Maß aller Reflexion haltende Vorgang ist so blind wie jede Dressur. Erfolgreich ist das, weil das aus allen Enden zurück hallende Echo selbst die Form des konditionierten Lebens hat, das seine Tauglichkeit für die Zwecksetzungen des Verwertungsbetriebes hat, allüberall auf Knopfdruck sozusagen, im konditionierten Reflex zu beweisen sucht.

Die verdrängte Angst, die dem Verhalten zugrunde liegt und den blinden Karrierismus als Antriebsenergie nutzt, ähnelt dem Verhalten von Schwimmern, von denen die noch wenig geübten erkennen lassen, dass sie ständig von der Furcht getrieben sind zu ertrinken, während die geübteren sich damit brüsten, dass sie keine Angst vor dem Wasser haben und die leistungsfähigsten die Dokumente der Strecken und Zeiten, ihrer Leistungen vorzeigen auf die sich ihre Ansprüche auf die Führung anderer gründen, denen sie 'beibringen' können, wie man das lernt.

Auch und gerade die stets am Übergang von der durchdachten Untersuchung zur Technologie sind, von der interessierten Untersuchung zum Instrument profitabler 'Umsetzungen', von der lebendigen und neugierigen Frage und der Lust an der Übung des Denkens zum Lehrbuch, zum Kodex, zum Dogma und zur 'Überzeugung', die sich in die 'Identität' dessen verwandelt und mit ihr verschmilzt, der sie hegt, oft ohne es zu wissen, es sei denn es widerspricht ihr jemand oder gibt nur zu erkennen, mit oder ohne Absicht, dass er/sie eine andere hegt.

Die Ausübung der nunmehr als 'Kompetenz' firmierenden gelernten Verhaltensweisen schlägt um und dient nun der aggressiven Verteidigung mindestens dessen, was man schon erreicht hat, eine Position, in der Absicht und dem Bestreben, noch mehr damit zu erreichen, insofern Kompetenz nunmehr die Verteidigung von Positionen gegenüber Konkurrenten, con-petentes, ist, von denen voraussetzt ist, dass sie Anspruch erheben auf die zu verteidigende Position bzw. die damit verbundenen Ansprüche, vor allem auch auf die Bestätigung der 'sozialen' Position in einer vorgestellten sozialen Hierarchie durch die als 'Umgebung' schematisierten Anderen. (Der von Habermas auf fatale Weise in die Soziologie eingeführte 'Begriff'' der Kompetenz, der gut gemeint sein mag, aber das Problem nicht löst, das er lösen zu können meint, während er eine Praxis legitimiert, die die demokratische Ordnung unterläuft, indem Kompetenz praktisch synonym wird – aufgrund der Eigenart der sprachanalytischen Grundlegung der Wissenschaftlichkeit, die mit dem Lizensierungssystem der organisierten Gewalt deckungsgleich wird, die darüber, durch Verbeamtung, entscheidet, wer 'Wissenschaftler ist und was 'Wissenschaft', oder gar 'Wissenschaftlergemeinschaft' – mit der Verbeamtung oder einem funktionalen Äquivalent ihrer, hat dazu beigetragen, das erkennbare Expertenunwesen zu ermächtigen, das die erkennbare Funktion der stellvertretenden Interessenvertretung des enteigneten Bewusstseins zu übernehmen und damit eine ewige Unmündigkeit des nominellen Souveräns zugunsten einer Hofkamarilla zu 'lösen', also die Gefahr abzuwenden, der zu sich selbst, durch die Gewährung eines ihm eingeräumten Rechts und die Möglichkeit der Ausbildung eines eigenständigen Urteilsvermögens, das zu besorgen nicht im Interesse des von der organisierten Gewalt regulierten 'Bildungssystems' zwischen Kindercrash (Säuglingsbetreuung), über den Vorschulkindergarten und die niederen/hohen/höchsten und allerhöchsten Schulen bis zur Weiterbildung im Zuge lebenslangen Lernens und zum Altenkonzentrationslager (wo von Bildung kaum mehr, dafür umso mehr von 'System' die Rede ist, von Verwaltung von Populationen) gekommene Souverän könne von dieser in seinem eigenen Interesse Gebrauch machen, zumal denen des Einzelnen, und mittels dieser Substitution des Expertenurteils an der Stelle der Einzelnen, von deren Gebrauch je ihres Urteilsvermögens die Realität einer demokratischen Ordnung abhängt, die demokratische Form unauffällig im Zustand einer Fiktion zu belassen und die wirksame dauernde Entmachtung des unmündigen Souveräns zu sichern.

Man mag an Noam Chomsky's Sprachanalytik aussetzen was man will. Es genügt nicht, ihre eher syntaktische Orientierung zu kritisieren und das damit als erledigt zu betrachten, weil damit die grundsätzlich anthropologische Begründung der Sprachkompetenz gar nicht berührt wird, während die Konzeption von Habermas 'kommunikativer Kompetenz' eine Demokratie letzten Endes auf durch sprachanalytische Türsteher lizensierte sprachkompetente Diskursteilnehmer, also auf eine Elite gründet, und damit die Enteignung des Bewusstseins durch die organisierte Gewalt ausdrücklich legitimiert. Letztlich setzt sich damit, und das ist merkwürdig genug, ein totalitäres Herrschaftsmodell, einer Oligarchie der Experten nur deshalb nicht wirklich durch, weil diese faktisch bloße Funktionäre der organisierten Gewalt sind, die im Auftrag der organisierten Enteiger des Bewusstseins und als Funktionäre auch der Wahrnehmung dieser Funktion unter dem Schein stellvertretender Interessenwahrnehmung in Stelle des (noch) unmündigen Souveräns die der organisierten Gewalt wahrnehmen, indem sie vielmehr Teil des Systems dieser Enteignung des Bewusstseins auch in ihrem eigenen Interesse sind, in der Funktion der funktionalen Äquivalente der Priesterschaft von Theokratien und 'Hochreligionen' in der Funktion von Sozialtechnologien im Gefüge des 'modernen', des säkularen Staates, dem ihre Wissenschaftsförmigkeit strukturell entspricht.

Die 'wissenschaftliche Kompetenz' – die Art der Funktion, auf die man ein zunächst unverbindliches, durch die organisierte Gewalt durch Kooptation zu bestätigenden Anrecht, aber keinen Anspruch hat – ist nur eine dieser Formen, die 'Individualität' als eine durch das 'soziale Feld' wandernde Festung zu betrachten, deren Besatzung und Kommandant das mittels Kompetenz befestigte Individuum in der fiktionalen Form des 'Selbst' selbst ist, deren Wohl und Wehe von der alltäglich erfolgreich abgewehrte unablässig anflutende 'Angriff aus der Steppe' oder der Wüste abhängt. 'My home is my castle' gilt, mit dem Zusatz: and the castle is me. Von dieser Perspektive aus ist dann die Institution, der das Individuum 'dient', eine Art Bewaffnung, deren Waffenkammer diesem Selbst nach Maßgabe von Regeln zur Verfügung steht, die die Institution setzt, als einer Quasimaterie, deren Nutzung bestimmten Beschränkungen unterliegt, wie sie für 'Materie' üblich ist. Aus dieser Perspektive ist die Institution eine mehr oder weniger erhebliche Erweiterung und Befestigung des 'Selbst'.

Das ist indessen ein Schein, der auch jederzeit mehr oder weniger bewusst ist, indem vielmehr dieses 'Selbst' nur Funktion der viel länger lebigen, das Individuum für seine Zweck konsumierenden Institution, die dieses Individuum mittels 'seines' Selbst instrumentalisiert.

Das Selbsterhaltungsinteresse, das sich zur Bewusstseinsverfassung des Individuums ausformt, unterordnet das Individuum der Institution, mit der sein Selbsterhaltungsinteresse verschmilzt zu einer Dienstbarkeit für abstrakte Zwecke, die der Unmittelbarkeit der triebhaften Impulse beliebig substituierbar sind, indem sie durch die Anlegung von 'Umleitungen' an deren Stelle treten, so dass diese nunmehr auf dem Umweg über dieses Substitute realisiert werden. Dadurch werden aus den Bestrebungen 'Leistungen'.

Diese sind nunmehr Selbstabgrenzungsleistungen des auf seine Umwelt einwirkenden 'Systems', Bedingungen seiner Grenzerhaltung und seiner Erfolge, seiner 'Beiträge', etwa zur 'Erhaltung des Ganzen' im Interesse aller, sogar derer, die dabei im Interesse aller Nachteile für sich selbst hinnehmen müssen, im Grenzfall den der Vereitelung ihrer den Interessen des Ganzen gegenüber nurmehr 'privaten' bzw. 'egoistischen' Selbsterhaltungswünsche.

Dieses Vorrücken der Institution, die sei es in ihrem Dienst oder im Interesse aller, das sie verkörpert, gegen das Selbsterhaltungsinteresse des Individuums findet allerdings seine Grenze daran, dass sich Selbsterhaltung nicht direkt verbieten lässt, durch kein übergeordnetes Interesse oder Diktat oder 'Gesetz'. Alle Gesetzgebung findet daran eine absolute Grenze, insofern alles übergeordnete Interesse letzten Endes aus dem Selbsterhaltungsinteresse des Lebens selbst folgt, und dies stets das von Individuen ist, zu welcher Art von Gruppen diese sich auch zusammentun mögen oder zusammengerechnet werden mögen von Statistikern des Denkens in 'Zielgruppen', in die ihre anatomischen Untersuchungen am Volkskörper sie gerne 'Bevölkerungen' sezieren, von denen sie nicht behaupten können, das das diesen dient, und nicht ihren Auftraggebern, der gegen die Populationen organisierten Gewalt.

to be continued…

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