Romantische Landschaft mit Menschenopfer

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Weißt Du wieviel Wolken gehen weithin über alle Welt...
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Samstag, 23. April 2011

Ergänzungen zur Großen Mauer der thermodynamischen Gesetze

 

Nachtrag aus dem Ms. Vom 21. 03. 2011 (19.04.2011)

Es handelt sich um die makierte 'Einfügung' in das Maschinenms, die hier aus dem noch nicht übertragenen Teil der Handschriftnotizen vervollständigt bzw. zunächst unter Addition ihrer implizit gebliebenen 'Expansionen' übertragen wird. (Es bringt mich um.) Es ist aber auch unabhängig von allen anderen Ms. Zu lesen.

Alle Technik und 'Zivilisation' und Wissenschaft, als Funktionen dessen, was man gern die 'menschliche Existenz' nennt, indem man dem Ausdruck gänzlich ungeprüfte alltägliche Bedeutungen unterschiebt oder sie nutzt, um das Verständnis mehr oder weniger unbemerkt in eine bestimmte Richtung zu lenken, ist als Abwehr von aus der Umgebung des Lebens begegnenden Gefahren, 'Umgebungsgefahren' für das Leben, aus einer Reaktion des Daseins der Lebensform entstanden, als deren gegenwärtiges Produkt (einer veranlassten ebenso wie einer autogenetischen, 'autopoietischen' Selbsthervorbringung) die Lebensform derjenigen Tiergattung entstanden ist bzw. resultiert, die sich selbst so großzügig wie entgegenkommend und überheblich den Namen Homo sapiens gegeben hat.

Die Überdehnung des Erfolges dieser Abwehrstrategie, die eine Lebensform definiert und charakterisiert, wird dann und daran sichtbar, wenn bzw. dass der Aufwand, der dafür getrieben wird, eine so weitgehende Entlastung des Daseins der Individuen dieser Tierart nach sich zieht, dass sich daran eine zunehmende Gefährdung sekundärer Art gegen die Selbsterhaltung dieses Daseins konfiguriert, die sowohl die allgemeine Lebensumgebung (und das ist die Lebensumgebung zugleich alles Lebens, die zugleich das Reservoir des Lebens selbst ist, als Eines einzigen, das ich in den verschiedenen Formen, in die es sich auffächert sich zugleich entgegenstellt wie zu einer symbiotischen Form gegenüber seinem Gegensatz, von dessen dunklen Grund es sich abhebt sich verbündet, indem es zugleich in gewisser Weise von sich selbst lebt. Der Autokannibalismus ist also die Form bzw. eine der Formen des symbiotischen Zusammenschlusses selbst, des Lebens gegen das, dem es sich entringt. Es ist eine der Weisen, wie es über-lebt.) als auch des Lebens, des Daseins der Daseinsform des Homo sapiens betrifft, indem sie sich als sekundäre Gefährdung, als Gefährdung des Ensembles der gegen die Umgebungsgefahren erdachten und ins Werk gesetzten Gefahrenabwehr bzw. ihrer Erfolge und Garantien konfiguriert, um erneut umzuschlagen in die Gefährdung des Daseins, zu dessen Erhaltung sie, als deren Abwehr gedacht sind.

Das ist der Sinn, das war der Sinn, der von den organisierten Gewalttätern, die die gesamte Öffentlichkeit weniger beherrschen als sie vielmehr deren Verkörperung sind, und die die Lebenswelt des Homo sapiens von ihren Zitadellen aus beherrschen und terrorisieren, immer wieder zusammengeschlagenen Kritik der instrumentellen Vernunft, die ihnen als Schmarotzer, Miesmacher, Ewiggestrige und Bedenkenträger im Wege zu stehen schienen, weil sie in ihnen nicht die Sprecher, die Repräsentanten der Vernunft erkennen wollen, deren sich auch die thermodynamischen Gesetze in Gestalt des vernunftbegabten Menschen oberhalb der bloßen Tierart, auf denen sie aufsetzt, zu bedienen wissen, sondern lieber selbst gegen die von ihrer Stummheit unsichtbar dargestellte Große Mauer prallen wollen, indem sie uns alle, auch den Menschen mitsamt der von ihnen in tat und Wahrheit repräsentierten Tierart Homo sapiens gegen diese Mauer fahren, während dieser Trieb zu sich selbst und zu seiner Verfassung meint äußern zu dürfen, er sei der reine Überlebenstrieb, in bester Übereinstimmung mit dem Prinzip Leben selbst, und nicht etwa der in diesen umgeschlagene Todestrieb, mit der er letzten Endes dann identisch wird, wenn im Gefüge des Lebens die Homöostasen ausgehängt werden, die jedem Besonderen dieser Form sein jeweiliges Besonderes auf der anderen Schale der Waage entgegensetzt, von dem sie indirekt abhängt, indem die Gegensätze in Abhängigkeit voneinander kovariieren, ob nun in Parallele oder in entgegengesetztem Sinne, dem Reziprokwert des eigenen Werts, in welchem Verhältnis auch immer.

Gerade indem er sich der Sprache bemächtigt um die unterschwelligen Identitäten des vermeintlich Entgegengesetzten in seiner äußersten Formulierung als Identität von 'Todestrieb' und 'Lebenstrieb' zu leugnen oder zu dissimulieren, oder einfach so lange zu zerplappern oder von mehr oder weniger akademisch ausgewiesenen Berufsplapperern und 'unseren Experten für...' zerplappern zu lassen, bis die als wünschenswert erscheinende allgemeine Desorientierung über das Gemeinte das Maß hat, dass so gut die Unterscheidungen wie die Identitäten in einer sich einspielenden Diffusion, einem Fog of War der öffentlichen Rhetorik unter fleißiger Beteiligung der 'Wissenschaftler' und 'Experten', verlieren, gerade also durch die rhetorischen Vereinfachungen der Sprache der Politik und dem von ihr erzeugen Schein der vollständigen 'Abdeckung' der Totalität des Lebens und der Umstände des Daseins, eine Sprache, die vor allem das Maß des Verstandes ihrer Sprecher angibt (etwa ein 'Innenminister': „Der Islam ist eine Tatsache, die sich historisch für Deutschland nicht belegen lässt.“ Ist irgend etwas eine 'Tatsache', dann ist sie auch belegbar. Richtig wäre: Der Islam ist eine soziokulturelle Form der Integration großer Kollektive nach Art des Christentums und anderer soziokultureller Formen dieser Art, die historisch für Europa einen Gegenspieler darstellte, der bis dahin in erster Linie als Umgebungsvariable des soziokulturellen 'Systems' betrachten ist. Inzwischen ist der Islam eine soziokulturelle Form, deren Gegenwart in Europa eine 'Tatsache' ist, sofern sich der Ausdruck 'Tat-Sache' hier überhaupt sinnvoll anwenden lässt. Beide Gegebenheiten sind historisch unbezweifelt.

Eher ist es nicht einmal ein Sachverhalt, sondern am ehesten eine Gegebenheit, die nicht mehr als soziokulturelle Umgebungsvariable betrachtet werden kann, indem sie die 'Integration' und den Modus dieser Integration unter der Bedingung mehr oder weniger konkurrierender soziokultureller Formen der Integration wirksam beeinflusst, insofern sie die Folgen einer Migration von Bevölkerungsgruppen aus dem 'klassischen' soziogeographischen Raum der islamischen Kultur(en) ausmacht, die von der Politik der Staaten Europas selbst geschaffen und gewollt, jedenfalls aber herbeigeführt wurde. Wer glaubt, die Formulierungen besagten dasselbe, vor allem auch im Hinblick auf die Geistesverfassung des Sprechers, der ist eindeutig dem Niveau der politischen Rhetorik und der ihr zugrunde liegenden Geistesverfassung zuzurechnen.), gerade also unter den Bedingungen, die das Verhängnis einer politischen Rhetorik über das Leben verhängt, indem sie ihre Vereinfachungen als korrekte Reformulierung des allgemeinen Überlebenstriebs propagiert, beschleunigt sich mit den Mitteln dieser 'einfachen Erklärungen' eine 'Entwicklung', zudem unter dem Namen des nach wie vor, allerdings auf dem Niveau der Mode, deren Paradigma auch den des Paradigmawechsels aufgefressen hat, bemühten 'Fortschritts' desto sicherer, dass sich das vermeintlich ganz andere an Stelle eines Selbstbewusstseins durchsetzt, das sich jeder Beeinflussung durch ein Bewusstsein verweigert und entzieht, das dem von ihm nicht Verfügbaren erklären zu müssen meint, was es sei und wie es sich zu 'verhalten' habe gegenüber den Ansprüchen einer Macht, die angesichts dessen, wogegen sie antritt, zu Staub zerstieben muss, und zwar gerade indem sie sich weigert zur Kenntnis zu nehmen, dass es etwas gibt, dass sich als unbeeindruckbar erweisen muss von den billigen Machenschaften ihrer Selbsttäuschungen, die in eben der Weise der Ignoranz entspringen, die sie meint an den von ihr vermeintlich von Oben herab abgefertigten Verkörperungen der Kritik an ihrem Blödsinn.

Die gezielte Ausrottung der Kritik an der Dummheit der Macht (durch Monopolisierung des Designs des 'Bildungssystems' und seine Verkrüppelung zum System der Abrichtung von kostengünstig einkaufbaren Berufslizenzen), deren Charakteristikum bekanntlich nicht ihre 'Intelligenz' ist, sondern deren gerades Gegenteil, insofern Lernpathologie und lernpathologische Abwälzung von Lernen auf andere, die zu diesem Zweck die dazu notwendige Intelligenz benötigen, die ihr Überleben der Machenschaften der Macht erst ermöglichen und garantieren, das Charakteristikum von 'Macht' ist, ist – konsequent – die Ausrottung eines wesentlichen Aspekts der Selbstkritik des Homo sapiens, deren anderer wesentlicher Aspekt das angemessene Selbstbewusstsein der Nutztiere wäre, die sich als solche erst erkennen können müssten, um aufgrund einer angemessenen Ortsbestimmung die auf sie angewandten Methoden ihrer Domestikation durch eine Politik beurteilen zu können, die sich darauf verlegt hat, die Tiergattung Homo sapiens mittels einer Politik der Massentierhaltung zum ausschließlichen Gegenstand einer Ökonomie zu degradieren, die sich die kannibalische Praxis der Nutztierhaltung der Biomasse des Homo sapiens verschrieben hat und sich dabei der Anmaßung des Titels der 'Hochkultur' ebenso ungerechtfertigt und unlegitimierbar bedient wie des Begriffs des 'Menschen', den sie ausrottet oder schon ausgerottet hat, ohne dass die Umweltfreaks, die sich die Umwelt nach Art von Tierschützern vorstellen ohne zu bedenken, dass dieser Umwelt ganz egal ist, in welchem Zustand, mit oder ohne den Homo sapiens sie sich befindet, insofern der winzige Unterschied, der das Leben kostet, für sie keine, gar keine Rolle spielt, auch nur im Traum darauf kämen, den Menschen auf die Liste der bedrohten Tierarten setzen zu lassen, und dies hat seinen Grund mit Sicherheit nicht in dem Umstand bzw. der Wahrheit, dass der Mensch kein Tier ist, sondern nur eine mit der Existenz der Tierart Homo sapiens mit gegebene, nicht unbedingt zu ergreifende und auch abzulehnende Möglichkeit der Menschwerdung. Die Umgebungsbedingungen, die diese Möglichkeit zu einer Wahrscheinlichkeit erheben könnten oder dies sogar als Ziel deklarieren würden, sind jedenfalls im Augenblick überhaupt kein Gegenstand der Politik, irgendeiner Politik, aber man kann sagen, dass die Ausrottung des Menschen allgemeines politisches Programm ist, und dass dies flächendeckend, nachhaltig und überaus radikal und gewaltsam vorgetragene Politik ist.

Der Mensch hat keinen Anwalt und ist weder mögliches Mitglied einer politischen Partei noch Gegenstand ihrer Politik. Dagegen ist der Mob eindeutig gegen die bloße Möglichkeit der Bewusstwerdung der Möglichkeit des Menschen übergreifend verbündet, vom Grund der Aggression des Lumpenproletariats bis in die obersten Ränge der 'Hierarchien' der Gewalt, die als die sozialen formieren, einmal abgesehen von der angeblichen 'Heiligkeit' der angeblichen 'Ordnung' in diesem Tierreich, in dem die Sprache Opfer der primitivsten Triebhaftigkeiten ist, und sich der allgemeine Zustand öffentlich damit brüsten darf, der siegreiche und damit der höchste zu sein, und zugleich der einzig richtige, der 'Realität', die er erst geschaffen hat, auch als Wirklichkeit angemessene.

Der gegenwärtige Zustand ist gleichbedeutend mit einer Zusammenrottung der Bestien gegen den Menschen, der ihnen, ob sie nun die Herde der Schlachttiere bilden oder ihre Guten Hirten und deren Hirtenhunde sind, in derselben Weise im Wege ist. Das kannibalische Bündnis der Schlachttiere mit seinen Hirten und deren Hunden ist einvernehmlich gegen den Menschen gerichtet, als des verhasstesten aller Gegner und Bedrohungen, denen sich die in einem autokannibalischen Krampf umarmende, regredierte und dekompensierte Biomasse des Homo sapiens in der Spätphase seiner unbehinderten, durch nichts als die thermodynamischen Gesetze mehr behinderten Ausbreitung auf der Oberfläche des von dieser Pest befallenen Planeten, einer geschlossenen Kugeloberfläche, der größten denkbaren Petrischale, die nach allen verfügbaren Kenntnissen – ohne Rücksicht auf den stets angekündigten alsbaldigen 'Fortschritt der Wissenschaft', der jeder unerwünschten 'Ansicht' die Grundlagen entziehen, und jede gewünschte aufs Wünschenswerteste stützen wird: 'Paradigmawechsel' (in der politischen Bedeutung, die der Ausdruck inzwischen ausschließlich hat, auch in 'der Wissenschaft') dienen also stets dem Entzug der Grundlagen für aktuelle unerwünschte Ansichten und der Herbeiführung der Grundlagen, die die erwünschten Ansichten stützen, und die Ankündigung des Wissenschaftsfortschritts droht den unerwünschten Ansichten an, dass sie alsbald gegenstandslos sein werden und es deshalb im Gründe schon jetzt sind,so dass man schon jetzt so verfahren kann als seien sie schon immer gegenstandslos gewesen.

Der Verfügungswahn, der in dem Anordnungscharakter steckt, den der Terminus angenommen hat, der vollständig verdrängt, dass der Vorgang, an dem der Sinn des Terminus einmal gewonnen sein sollte, diese bürokratische Verfügung so wenig deckt, wie die gegenwärtig wieder akute Genietheorie des Wissenschaftlers und Dichters und Denkers des 19, Jahrhunderts die Idee, eine neue, viel bessere Bibel zu schreiben oder eine viel bessere Odysseé, Tragödie usw., bzw. entsprechend der herrschenden Mode, eine neue alles umfassende Kosmologie aus einem Schreibtischdasein an einem Computer herauszuspinnen, zwischen Fastfoodkultur, Finanzspekulation zur Altersvorsorge und Nuklearer Trunkenheit. – die einzige ist, auf der sich Leben jemals entfaltete zu diesem autokannibalischen sich selbst verzehrenden und wieder gebärenden zyklischen Aufstand gegen das Unbelebte und die Bewusstlosigkeit einer in sich selbst versunkenen Natur, gegenüber sieht, einer Drohung, die sie mehr fürchtet als den Tod, dem sie blind entgegenstrebt indem sie ebenso blind wie erfolgreich und angestrengt alle Bedrohungen des Lebens der Art aus dem Weg räumt. Es ist gerade dieser Erfolg, der unabweisbar den unerträglichen Kannibalismus der dabei resultierenden Ordnungen des Daseins offenbar werden lässt, in dessen stählernem Schlachthaus die Tiergattung Homo sapiens sich in einem unsäglichen autokannibalischen Selbstverhältnis zwischen dem als Gutem Hirten getarnten Predator und seinen Hirtenhunden einerseits, und der Biomasse der Schlachttiere andererseits auf eine Weise eingerichtet hat, die den Titel der Sublimierung des Unsäglichen verdient, den die Alltäglichkeit dieses Arrangements herbeiführt indem sie zugleich das Generationenverhältnis zum Äußersten dessen konfiguriert, was den Sinn einer Perversion ausmacht, zumal wenn, wo und weil sie die Ausmaße eines globalen Systems ausmachen, das diese Versklavung plant und unterhält, stets in dem wachsamen Bestreben, diesen Zustand mindestens zu erhalten und zu prolongieren, und darüber hinaus zu garantieren, dass es dauert und profitabel bleibt, indem es den stets nachlaufenden kollektiven Lernprozessen voraus läuft, etwa so, wie die Verwissenschaftlichung der verstaatlichten oder durch Großorganisationen erzeugten und organisierten Wissens des 'wissenschaftlichen Zeitalters' dem theologischen der 'Hochreligionen' folgt, die die neben der unmittelbaren Gewaltanwendung die 'Integration' der 'Sozialwelt' und der 'Gesellschaft' zu gewährleisten haben, um den so genannten Normalbetrieb zu ermöglichen, der sich der Eingewöhnung der Individuen in einen ihnen vorgesetzten, kaum der Überprüfung durch das gereifte Urteil zugänglichen 'normalisierten' Alltag mittels 'Sozialisation' verdankt, einem nach allen Seiten anscheinend 'alternativenlos' sich ausbreitenden organisierten Lebenszusammenhang, der so wie er ist, als zugleich kaum modifizierbar – zumal durch die Entscheidungen der ohnmächtigen und vereinzelten Individuen – und derart als 'natürlich' erscheint.

Die in den organisierten, mehr oder weniger autoritativ verstaatlichten Sozialisationsprozess als hidden curriculum ununterscheidbar eingemengten, als Lernziele – zumal in einem 'lebenslangen Lernprozess – getarnten autoritativen Elemente, die zur unmerklichen stillschweigenden Anerkennung der organisierten Gewaltverhältnisse wesentlich beitragen, können dies tun, weil die systematische Kontamination der sei es auch noch durch die 'Eltern' – von denen kaum mehr übrig bleibt als von der Elternschaft der Stalltiere der Massentierhaltung, die auch sonst den Umgang mit dem verwerteten Leben regelt, einer Vereinheitlichung, der die der Futtermittelindustrie mit der 'Lebensmittelindustrie' entspricht, die u. a. das Faktische an der grundsätzlichen Identität von Politik und Schlachttierhaltung belegt, wie auch die inzwischen durch ganztägige 'didaktische', als 'Unterhaltung' aufgemachte Veranstaltungen der Massenmedien, die den Bodensatz des Lumpenproletariats ebenso stillschweigend wie exemplarisch pars pro toto dressieren, Methoden der Erfassung und Ankettung der gesamten Population an eine staatliche Arbeitsplatzagentur, die Verknüpfung der sozialen Konzerne und Kasernen mit dem Sozialversicherungswesen usw., kurz, die von allen Seiten sich verdichtende totale Kontrolle des zugleich in eben dieser Aktion vollständig isolierten Gattungsexemplars, das der absoluten Willkür eines nur noch dem Schein nach, und aufgrund der Suche nach dem kostengünstigsten Modell des minimalen Zugriffs nach Bedarf gemaßregelt wird bis seine Lebensfunktionen auf das wünschenswert erscheinende Maß konditioniert sind – 'vermittelten 'sozialen Normen', anders gesagt, der irrationalen Willkür der nach Bedarf entlang der Möglichkeit der maximalen Enteignung des verwerteten Lebens gesetzten Daseinsbedingungen derart in die zum Hohn von den Sozialwissenschaften als 'Ich-Identität' etikettierten einwandern, einsickern, dass sie so zum Bestand sowohl dessen werden, was das Individuum zu wissen meint, als was es meint beurteilen zu können, dass es so wenig zu einem als solchen gewährleisteten Wissen wie zu einem operationsfähigen Urteilsvermögen kommt, das zudem dieses Individuum zur Grundlage einer als Demokratie ausgewiesenen 'Herrschaftsform', einer Form der Organisation des Lebens, die dem Dasein dient statt es zu versklaven, erst die Grundlage ihrer Wirklichkeit und Wahrheit gäbe, denn nur auf der Grundlage eines gebildeten Urteils, und nicht nur eines entlang der Kontingenzen der Systems der Job-Berufe als 'o.k.' ins Leben entlassenen 'Selbstläufers', der nirgendwo oder nur minimal anstößt an den Mauern des Labyrinths, indem er die ihm andressierte Kenntnis der Regeln vorweist, gäbe es eine als solche nicht nur benannte, sondern auch wirkliche, reale demokratische Ordnungsform des Daseins, die als 'Herrschaftsform' nur so bezeichnet werden kann, wie die 'Erziehungsgewalt der Eltern' eine solche im Ernst war bis ihre Funktion in die verstaatlichte Erziehungsgewalt mittels der feindlichen Übernahme der Funktion, die bis dahin den Eltern 'oblag', überführt wurde, die den Vorteil hat, einen Fortschritt dergestalt darzustellen, dass die Sozialtechnologien, die zum Einsatz kommen, nun auf dem Wege der Inanspruchnahme der 'Kinder', der jeweiligen Nachkommengenerationen als Zwangsklienten des totalen Staates auch die Eltern gleich mehr oder weniger bemerklich mit entmündigen – oft unter dem Titel der ihnen zugesicherten 'Mitbestimmung', kurz, um den Souverän selbst nach dem Muster einer Palastintrige a la Shakespeare oder nach dem Muster eines orientalischen Palastes auf ewig in Unmündigkeit gefangen halten zu können, damit die Kamarilla der Palastdespoten die absolute Herrschaft der Stellvertreter ausüben kann, die von der Souveränität des Souveräns nichts übrig lässt als den Namen, mit dem Unterschied, dass der Palast, in dem diese Intrige spielt, das gesamte Territorium der in integriertes Industriegelände mit Würstchenbuden, an denen man im Vorbeirennen seinen Hunger befriedigt, nebst Schlafplätzen umgewandelten Landes zum Schauplatz des organisierten Verbrechens wird, das sich da abspielt und sich längst schon, angesichts seines ungeheuerlichen Ausmaßes, den Kriterien der Beurteilung als kriminell deswegen entzieht, weil sein Kern, das kannibalische Selbstverhältnis der Tiergattung Homo sapiens zu sich selbst als Prädator, als Carnivore und Allesfresser einerseits, als Viehherde andererseits – und die 'Intellektuellen' bzw. das, was von ihnen angesichts der Dekompensation blieb, und die 'Akademiker' und sonstige Systemkarrieristen als Schäferhunde und sekundäre Parasiten in der Mitten wie das 'Weltkind' Goethes – nichts anderes ist als die Wiederkehr des Verhältnisses von Großraubtieren und Parasiten zu den von ihnen als Lebensgrundlage genutzten anderen Lebensformen, als Grundlage des Daseins des organisierten Lebens der Gattungsexemplare des Homo sapiens, der sich darauf einiges mehr zugute zu halten dürfen meint als der Sache nach und ihrer äußerst einfachen, geradezu primitiv einfachen Wahrheit nach zu rechtfertigen wäre, aus Gründen, die ebensolche einfach sind wie die Selbstbenennung des Homo als sapiens und die Benennung des Ganzen als Hochkultur:

Es sind einfach die Imponiergesten der Raubtiere selbst, der Federschmuck, den sie zu ihren Menschenopferfeiern (in Straßenverkehr und Arbeitsleben) anlegen, nachdem sie entdeckt haben, dass sie durch den Ausschluss aller anderen Raubtiere vom Zugang zum Fleisch der Herde – wiederum die bisher nicht ganz auszuschließende Konkurrenz der eigenen Artgenossen, die sich bisher noch nicht so leicht ausgrenzen lassen wie die sonstigen Raubtiere (Wölfe, Bären, Löwen, Raubsaurier). Aber wir sind hier auf einem guten Weg – auch als 'Gute Hirten' eine gute Figur machen, indem sie bedeutsam auf die Sterne zeigen (lassen), um die Abhängigkeit aller vom dem von ihnen beschlossenen Verhängnis (der als gegenwärtig empfundenen Ananke) zu bedeuten, dessen Zeichen sie sicher zu deuten wissen, um die Herde vor seinen fatalsten Auswirkungen zu beschützen, so dass es, wie leicht folgt, ohne sie auf keinen Fall geht. Nicht zufällig erkannte der 'Herrscher' im Löwen oder sonst imponierenden Carnivoren und Jägern sich selbst als König der Tiere. Man muss das ganz wörtlich nehmen. Es scheint als spielten sich alle Aufsteiger so auf, denn bis dieses ehemals erdmännchenartigen kleinen Nagers zu diesem Selbstbewusstsein aufsteigen durfte, dürfte es sich wohl eher geduckt haben in seiner Erdhöhle wenn es den Tritt der ihm damals doch ungeheuer imponierend vorkommenden Tyrannosaurus Rex kommen hörte.

Man muss die Benennung bedenken: Welch bezeichnende bedingungslose Bewunderung eines leuchtenden Vorbilds, das es zu übertreffen galt spricht aus dieser Benennung eines von der Erde verschwundenen Raubtiers durch 'Wissenschaftler'! Man kann nur zustimmen: Mission accomplished! Sie haben es geschafft und ihre eigene Mentalität spricht aus der ungeteilten Bewunderung des Monsters. Das ist die Wahrheit der Mentalität des von diesen Verhältnissen erfolgreich rekrutierten Personals. Und es zeigt noch ein anderes. Die hier offensichtlich waltende vollständige Abwesenheit jeder Reflexion gibt preis, dass es hier in keinem Fall um ein wissenschaftlich von einem zwischen dem angemessenen Gegenstands- einerseits, und dem dazu polaren Selbstverständnis von einem konturierten Wissenschaftsbegriff her andererseits angesiedelten Bewusstsein handelt, sondern um braves Lernen und ermächtigtes Ausagieren andererseits, im Schatten der dabei zu bedienenden Auftragseingänge.

Die kommen aber in keinem Fall mehr vom Menschen, an dem sie ihre Legitimation fänden und zugleich das Maß ihrer wirklichen Wissenschaftlichkeit, wenn man darunter nicht nur eine spezifisch 'neuzeitliche' – das sind alles solche eigenartigen Benennungen. – Form der Konditionierung verstehen will, die stets den niederen Klerus charakterisiert, der unter der Decke beliebiger solcher sprachlicher oder Verhaltensoberflächen unbekümmert seinem triebhaften Ausagieren nachgeht und das kann, weil die Attitüde und der andressierte Gehorsam der Schafe der Herde ihr tatsächliches Agieren und xdie Realität ihres Daseins selbst dann kaschieren kann, wenn die Aberration von der Eigenpropaganda ein erhebliches Ausmaß angenommen hat, denn neben der Ermächtigung zu dem unter dieser Propaganda ausagierten Verhalten verfügt die organisierte Gewalt über die angemaßte 'Kompetenz' es zu interpretieren.

Das führt auf das Problem einer institutionalisierten Hermeneutik der organisierten Gewalt, die ihr dient und von ihr unter immer neuen Namen ermächtigt und institutionalisiert wird, um ihre Machenschaften zu 'erklären' und damit als 'das Richtige' zu legitimieren, aber vor allem vorlaufend zu normalisieren, damit Fragen möglichst erst gar nicht aufkommen. Und natürlich ist diese Hermeneutik wissenschaftlich begründet, und wird nur dann und dort entmächtigt zugunsten einer sich mit allen Mitteln der Zugänglichkeit entziehenden Technologisierung, die sich an der Physik orientiert um Maßstäbe zu setzen, die ohne Rücksicht auf die Möglichkeit ihrer Verwirklichung und ohne Rücksicht auf die Angemessenheit ihrer Normen an den Gegenstand, dessen Output sie sind, gesetzt werden, um die Oberhoheit über die von ihnen interpretierte Welt zu sichern durch den Ausschluss der Masse der Gattungsexemplare mittels der Verfügung über die Lizenzierung der 'Kompetenzen' zugunsten einer privilegierten Personalgruppe in der Funktion von Schäferhunden und Huskies.

Und es ist bemerkenswert, dass die Wut des Mobs dem geradezu kongenial entgegenkommt mit seinem Ressentiment gegen allen Geist und alle Vernunft, und dem Komplement einer ebenso begriffs- wie bedingungslosen Unterwerfung unter das ihm diktierte Leben, das seine triebbhafte Reduktion auf ein vegetatives Dasein, das sich ausspricht mittels einer radebrechenden Rede in einer gänzlich unbegriffenen Sprache indem es sich just der Gewalt verdankt, der er sich bedingungslos jenseits der rebellierenden erratischen Gesten unterwirft, die gelegentlich ausfahren ohne Ziel, Richtung und Absicht.

Der Mob, den formale 'Demokratien' an ihrem Boden sammeln, ist angesichts seines Ressentiment gegen das, was ihm ein ernst zu nehmendes Maß vorhält, kaum weniger mörderisch und 'Instinkt' getrieben feindselig als die Bestien, von denen er so gut erzeugt wie beherrscht wird und nicht zufällig ist das symptomatische historische Verbrechen, dass sich aus dem Zusammenwirken der Spontaneität des Mobs und seiner Herren konfiguriert zugleich das Paradigma der modernen Wiederkehr des Verdrängten, das sich in den modernen Formen abspielt, und das man durchaus erkennen kann anhand einer Betrachtung der organisierten Machenschaften, die darauf abgerichtet sind, jedem unabhängigen Urteilsvermögen, das die Verhältnisse in den Blick nehmen kann, ohne zugleich sich an den von ihnen gesetzten imaginären und rhetorisch formierten Grenzmarkierungen zugleich aussichtslos auf sich selbst zurückgeworfen zu sehen, von vornherein die Wege zu sich selbst abzuschneiden, obwohl es sich inzwischen, belehrt durch die Folgen der Skandale seiner offen begangenen Verbrechen weit besser zu bedecken weiß.

Die Barbarei hat nichts an Radikalität und Entschlossenheit verloren, sie ist nur heimlicher geworden und kann sich in Samthandschuhen einkleiden, weil ihr Sozialtechnologien zur Verfügung stehen, die die Idee des Platonischen Staates um so vieles überbieten an praktischer Implementation wie es möglich ist, dass die Kritik an Platons Politeia, die Karl Popper aus guten Gründen angesichts der aus der Degeneration von Demokratien zu Diktatoren nicht zufällig schrieb, inmitten einer 'kritischen Wissenschaftlergemeinschaft einfach in den Bücherregalen stehen kann, ohne dass die vermeintlich durch Thomas S. Kuhn belehrten Wissenschaftler auch nur mit den Augen zwinkern angesichts der Verhältnisse, auf die ihr Blick täglich fallen muss, denn sie stehen ihnen bereitwillig zur Verfügung und nehmen dabei in Anspruch, an 'wissenschaftlichem Bewusstsein' nicht zu überbieten zu sein. Aber es ist typisch vor allem für den 'hart gekochten Naturwissenschaftler' und Mathematiker, dass sie aus ihren Laboren gehen oder von ihrem Schreibtisch aufstehen und sich in demselben Augenblick in schwachsinnige Idioten verwandeln, indem sie ihre Dienstzeit beenden. Ich bin noch keinem begegnet, der auch nur die Spur einer Fähigkeit zur unabhängigen wissenschaftlichen Betrachtung der allgemeinen Daseinsbedingungen der Biomasse des Homo sapiens auf auch nur der halben 'Höhe' seines sonstigen 'wissenschaftlichen Selbstbewusstseins' vorzuzeigen gehabt hätte.

Der Schärfe und geschliffenen logischen Exaktheit des 'fachlichen Denkens' entspricht hier stets, im ganz gewöhnlichen Normalfall, eine erstaunliche Debilität, eine geradezu schwachsinnige Geistesverfassung, die sich auf ganz und gar unbewusste infantile Grundlagen ihres bewussten Daseins gründet, deren Hauptingredienz eine nicht der Reflexion zugänglich zu machende Furcht ist. Das geschärfte, methodisch geschulte und bis zur Arroganz aufgeblasene Selbstbewusstsein versagt vollständig angesichts der einfachsten Aufgabe einer Reflexion auf das Erscheinungsbild des Alltäglichen. Zugleich können dieselben Typen stundenlange Ausführungen machen über 'Kopernikanische Wenden', Wissenschaftlichkeit und die weltbildschaffenden Leistungen der Kosmologie, aber es bleibt dann alles entweder im Keller der Zyklotrone, die die 'Geheimnisse des Universums' entschlüsseln werden, oder wird auf den fernsten Punkt des Universums projiziert, auf ein mythisches Wovonher jenseits jedes wissenschaftlichen Beweises, gegen das die Erfindung eines einzigen Gottes eine echte Glanzleistung des humanen Geistes zu nennen ist, die sich gerade angesichts des Umstandes, dass sie sich angesichts ihrer vergleichsweise 'kindlichen', dem einfachen Alltagsbewusstsein nahe bleibenden Phantasie und Form der vermeintlich wissenschaftlich belehrten Raffinesse als die genuin menschliche, elterlich-fürsorgliche gegenüber der Arroganz von bedenkenlosen Gehirnen von Jahrmarktbetrügern ausnimmt, die ihre unverschämten Täuschungsmanöver auf offener Bühne inszenieren zu können meinen, weil sie sich sicher sein zu können meinen, dass das doofe Vieh, das sie vor sich hertreiben zu ihrem höheren Ruhm sich von ihnen problemlos in eine Herde von Maulaffen verwandeln lassen, die ihnen mit offenem Maul zusehen um sich düpieren zu lassen, weil sie ohne diese Illusionisten nicht leben können, denen sie die magische Gabe zuschreiben, alle als Idioten gleich zu machen und derart die glückliche Einheit der Gattung herzustellen, zu demonstrieren und zu garantieren, und denen es einzig auf die Privilegierung durch die organisierte Gewalt ankommt, der sie sich bedenkenlos angedient haben von Kindheit an.

Denn dies ist das einzige, das ihnen die angestrebte Erhebung über den Rest der Herde garantiert, in der Funktion des Hütehundes, des Retrievers und des Apportierhundes. Und man muss sich klar machen, dass dies der durchschnittliche Typus dieses Privilegierten ist, an dem sich alle anderen, mit den 'weicheren' Sorten der organisierten, industriell erzeugten und bzw. über dem 'Volkskörper' implementierten Wissensformen befassten Experten und Competentes orientieren.

Dass dies so ist, dafür sorgt die übergreifende wissenschaftstheoretische Debatte, deren einziges öffentlich bemerkliches Symptom, dass sie nämlich stattgefunden haben könnte, darin besteht, dass das Wort Paradigmawechsel eine ebenso bemerkenswerte wie zweifelhafte Karriere gemacht hat in bürokratischen Umgebungen, die es als Synonym für ihre Herrschaftstechnik verwenden, die Herrschaft mittels permanenter Revolution von Oben, die vor allem den Sinn hat, dem Alltagsbewusstsein der Bürger ständig den Boden unter den Füßen weg zu ziehen durch die ständige Androhung der Entkräftung der Kriterien des Urteilsvermögens oder den Datensatz, auf den es sich zu stützen versuchen muss. Das allein garantiert die zu Aufrechterhaltung dieses Typus der Herrschaftsausübung notwendige Durchsetzung einer permanenten Außenleitung.Das Muster für diesen unablässigen Angriff auf das Urteilsvermögen der Bürger ist anschaulich an der Aggressivität der Bestien zu ersehen, die die so genannten talk-shows als Experten bevölkern, und mit diesem Umgang zugleich Normen zu setzen versuchen, als Meinungsführer und Leitbilder, wie die Leute untereinander miteinander umgehen sollen im Interesse der Wahrheit, nämlich indem sie sich gegenseitig als Todfeinde identifizieren und behandeln.

Die systematische Ausrottung der Selbstkritik des wissenschaftlichen Zeitalters, die erst seine vollständige Wissenschaftlichkeit zu beweisen und auszumachen bzw. zu repräsentieren imstande wäre, hat inzwischen selbst den Rang der organisierten wissenschaftlichen Veranstaltung und der institutionalisierten Implementation als Funktion des Subsystems Wissenschaft. Das erscheint mir als eine Präzision der einschlägigen Bemerkungen des in dieser Hinsicht unschlagbar ironischen Drstellungsstils Niklas Luhmanns, der so fein gesponnen ist, dass er bei einiger Naivität als bare Münze durchgeht und wörtlich genommen wird, vor allem auch angesichts der vorsätzlichen Ausrottung der Ironie als zulässigem Darstellungsstil, die zu hohe Anforderungen an das mit der Ambiguität, der Zweideutigkeit des Ausdrucks nicht zurecht kommende Bewusstsein der braven und bereitwilligen Lerner ebenso wie mit der absoluten Humorlosigkeit der organisierten Gewalt, die keinen Spaß versteht, weder in Qualifikations- noch in Bewerbungsfragen, die über die Personalauswahl entscheiden, und die dieser Bekundung von intellektueller Selbständigkeit nicht nur mit Misstrauen, sondern mit der offenen und tödlichen Feindseligkeit und Aggression begegnet, die sie 'instinktsicher' jeder unkontrollierbar erscheinenden intellektuellen Bewegung entgegenbringt, indem sie sie einfach aussortiert und ins soziale und gesellschaftliche Nichts relegiert. Sie verschwindet in der 'Arbeitslosigkeit'.

Das belegt mehr als alles andere den Dressurcharakter der Maßnahmen der staatlichen Arbeitskraftverwaltung und beleuchtet ihre Bedeutung als der fundamentalen totalen Institution der Verhältnisse. Es ist ein von der Eigenpropaganda gehätschelte Erfindung, in diesem Nichts verschwände nur der Abschaum der 'Gesellschaft'. Das Umgekehrte ist richtig. Was in diesem Nichts stillschweigend und administrativ vollkommen unbelangbar verschwindet, ist der Abschaum der 'Gesellschaft' per Definition. Es gibt keinen Sozialwissenschaftler oder Psychologen, der daran etwas auszusetzen fände.

Darin konvergiert die Kooperation der 'modernen' Sozialtechnologen mit dem Apparat der organisierten Gewalt ebenso problemlos wie die Folterknechte der Inquisition mit dem universalen Machtanspruch seiner Zeitgenossenschaft ebenso, wie die Experten der Diagnostiker mit den Massenmördern des Dritten Reiches, und so wie die mit der Legitimation der Gewalt seit je betrauten Funktionsträger ihrer Legitimation in der immerwährenden Erneuerung des organisierten Kannibalismus des Homo sapiens an der eigenen Art, deren Stabilisierung der Motor und das einzige Ziel aller Erneuerung und alles so genannten Fortschritts ist. Es geht stets nur um die Verbesserung dieses grundlegenden, sich zur globalen Form aufblasenden kannibalischen Selbstverhältnisses der Art zu sich selbst.

Das ist das Geheimnis alles Fortschritts. Die Bewältigung der noch nachhallenden Orgie des Massenmordes, der seine innenpolitischen Aspekte in ein allgemeines Morden einbettete, das auf allen Seiten dieselben Absichten hegte, und aus den selben Mentaltitäten entsprang, ungeachtet der gängigen Einteilung in die Guten und die Bösen, durch ihre Schematisierung entlang ihrer eigenen Kriterien – Juden und Arier usw. – ist irreführend. Sie verdeckt noch immer das Grundsätzliche, das sich in diesem restriktiven Schema angemessen verstanden darzustellen scheint, und dabei spielt eine eigenartige Eitelkeit eine fatale Rolle. Lässt man sich davon nicht irritieren, dann ist besser zu erkennen, dass sich hier ein Verhältnis der organisierten Gewalt zur Autonomie des menschlichen Geistes – nicht: der Intelligenz des Homo sapiens – ausagiert hat, das sich entschlossen zeigte, die sich anmeldenden Ansprüche auf Menschwerdung in einem Strom von Blut und einer globalen Schlachtung der mit mörderischen Waffen aufeinander gehetzten Gattungsexemplare in Heeresstärke zu ersticken und zugleich die Bestände an potentiellen 'innenpolitisch' wirksam bleibenden 'Widerständen' und Potentialen exemplarisch auszurotten, um dem noch verbleibenden Teil dieses Potentials zu bedeuten, dass sie die Wahl haben, sich der organisierten Gewalt anzuschließen, indem sie sich mit dem mörderischen, zum Äußersten entschlossenen Angreifer identifizieren unter Aufgabe des Anspruchs auf Menschwerdung zugunsten des Überlebens unter den angebotenen Umständen, oder sich der Möglichkeit des physischen Untergangs auszusetzen, den vorzuziehen Privatsache von Suizidanten ist, die sich in ihrer Vereinzelung gefallen lassen müssen, sich den Diagnostikern der organisierten Gewalt ausgesetzt zu sehen, die sich dazu ermächtigt fühlen dürfen, sie zu 'therapieren', notfalls mit der Unterstützung der Legitimation zur Gewaltsamen Gefangennahme, die der Abwehr der Gefährdung anderer und der Selbstgefährdung dient.

Es gibt kaum einen weniger verhüllte Dokumentierung einer Funktionalisierung von 'kompetenter und lizensierter Intelligenz' durch eine sie beschäftigende und ermächtigende Gewalt als diese, und kaum eine weniger zu rechtfertigende Inanspruchnahme dieser Ermächtigung, die nichts anderes darstellt als die Wirklichkeit der Kontinuitäten, die sich unter der Decke des gesellschaftlichen Fortschritts und der Lebensverhältnisse als Verschränkung von staatlich lizensierten und erzeugten Berufsgruppen, den Institutionen, in denen sie wirken und der unverändert in funktionalen Äquivalenzen erhaltenen Systemstrukturen erweist, die ihre faktische Prävalenz unter weichgespülten rhetorischen Formen und einer gewissen Heimlichkeit verbergen, an der im Übrigen im Zuge einer allgemeinen Tendenz zur Privatisierung zunehmend wiederum privatwirtschaftlich organisierte Kapitalinteressen partizipieren.

Und auch darin zeigt sich eine der Formen der Kontinuität und vor allem der sozialtechnologisch weichgespülten Konsolidierung der mit der Gewalt des zwanzigsten Jahrhunderts verbundenen Vortreibung der Akropolis und ihrer Besatzungen in das von ihr faktisch bereits vernichtete soziale und gesellschaftliche Gefüge und die faktisch vernichtete 'Familie', von denen als existierenden Entäten noch zu reden eine Sache einer Sozialwissenschaft ist, die von allen guten Geistern, und vor allem, von dem der Wissenschaft vollständig verlassen ist und dies darin dokumentiert, dass sie diese 'Begriffe' festhält als entspräche ihnen noch etwas in der Lebenswirklichkeit des Daseins der Biomasse des Homo sapiens unter dem Verhängnis des Grenznutzengesetzes. Was von diesen Wissenschaften bzw. Wissensformen bleibt, ist ihre 'Wissenschaftsförmigkeit', die bloße Form, mit ihrdn Fußnoten und ihren Literaturlisten, die sich ja ebenfalls abschreiben bzw. kopieren lassen, eine Tatsache, die im Übrigen den um sich greifenden wissenschaftlichen Betrug verständlich macht, der weit größere Ausmaße hat als anhand der Symptome sichtbar wird, weil die Struktur die Täuschung nicht nur begünstigt, sondern in gewisser Weise schon selbst ist.

Unvermeidlich repetiert der Massenbetrieb und senkt das Maß dessen, was als 'wissenschaftliche Leistung gilt, stets weiter auf immer feiner zurechtgestutzte Differenzen, die dem entsprechen, was Freud schon ironisch an den Narzissmus anlagerte. Dabei hatte er die Versuche, ihn durch Überbietung zu übertrumpfen oder durch Vereinfachung zu unterlaufen schon hinreichend vor Augen, als demonstratio ad oculos.

Der Wissenschaftsbetrieb der Gegenwart leidet aber an Anderem noch, und das ist eingebettet in die institutionalisierte, weitgehend politisierte Form, die in einer Parallelaktion scheinselbständig der Bewegung der Macht nicht nur folgt, sondern schon voraneilt, ihr nach Möglichkeit schon antizipierend entgegenkommend, was die sich endlich dabei resultierende Impotenz, das Versinken in der bloßen Simulation von Wissenschaft und die Herrschaft der Scharlatane unvermeidlich werden lässt, endlich den Triumph der durch stets besser angepasste Selektionskriterien sorgfältig herausgesiebten Mentalitäten die Herrschaft der Gewalttäter bringen muss, so wie man das sehen konnte an der Degeneration des christlichen Paradigmas und anderer durch die Kontamination mit den Interessen der organisierten Gewalt korrumpierten Wissensformen der Geistesgeschichte, die ja nicht nur die 'Wissenschaftsgeschichte' nach den Vorstellungen der Wissenschaftshistoriker ist, die ihre 'wissenschaftliche' Ausbildung für die ultima ratio der Beurteilung der Geschichte des menschlichen Geistes halten, und nicht etwa für eine Handicap, das ihnen den Zugang dazu versperrt, weil die nichts sehen als 'wissenschaftlichen Fortschritt allenthalben in einer Umgebung zurückgebliebener Geistesverfassungen, die alle ihr Maß haben an ihrer eigenen 'Intelligenz'.

Das dachten die Theologen der Inquisition seinerzeit auch, und sie waren dabei Muster derselben Selbstsicherheit, die sich in Descartes eine neue, nunmehr wissenschaftliche Grundlage verschaffte, ohne sich im Mindesten zu verändern, es sei denn was ihre Entschlossenheit betraf, sich der Welt zu bemächtigen, koste es was es wolle, also durch Radikalisierung der Bestialität eines seiner selbst gewiss werdenden, durch nichts mehr sich behindern lassenden Raubtiers und des auf dem Wege zu Darwin stets selbstbewusster werdenden Bekenntnisses zu ihr. So sind die Kontinuitäten, die sich zwischen der vorwissenschaftlichen und der wissenschaftlichen Geistesgeschichte im Allgemeinen abzeichnen. Im Besonderen ist das nicht ausgeschöpft.

Die entschlossene Degradierung der 'Tiere' zu Automaten ging der von La Mettrie prompt ausposaunten Propaganda, die den Menschen ebenfalls zu einer solchen degradierte voraus, und beide kündigen die Bestialität an, mit der Darwin den Menschen in Anspruch nahm um seine richtige Konzeption des biologischen Wesens, der bloßen Lebensform des Homo sapiens in die dem Menschen abgezogene Haut kleiden zu können, um den Menschen schon zu liquidieren bevor noch das zwanzigste Jahrhundert der Theorie die praktische Vollendung seines Programms hinzufügte.

Alles, was die 'moderne wissenschaftliche Psychologie', zumal in der gerade hippen Form der Cognitive Science in Anlehnung an die Büromaschinenindustrie anbiedert, ist in direkter Linie zu diesem Einsatz der 'wissenschaftlichen Moderne' zu sehen und hält die Linie, mit den jeweiligen Wendungen vom Mechanismus zur Uhr, zur Dampfmaschine, zum motorgetriebenen Automobil und endlich zum Computer. Es gibt in dieser Hinsicht keinen Bruch, was die Plünderung der Lebensform durch ein gewissenloses 'wissenschaftlich' nobilitiertes Piraten- und Freibeutertum betrifft und das Bekenntnis dieser Freibeuterflotte auf dem Weltmeer der wissenschaftlichen Veranstaltungen zu ihr ist gänzlich unzweideutig. Der Plünderung und Kontamination, der Verunreinigung entspricht das im Reich der Metapher exakt. Nur dass diese 'Umwelt' keinem politischen Verstand auch nur auffällt, ohne dass das indessen Verständnisprobleme aufwirft.

Man muss nur die Flucht der Mittelmäßigen aus der Aufgabe der Wissenschaft vom Menschen in den vergangenen Dekaden nach dem Untergang der soziokulturellen Strukturen im zwanzigsten Jahrhundert und die Irritationen der identitätslos gewordenen Wissenstraditionen durch die Invasion der imperialen Formen der Organisation ihres Kollektivs als imperiale Waffe, die systematische Delegitimierung der Wissensformen und die Desorientierung der diffus eintrübenden geistig-seelischen Grundhaltungen vor Augen haben, die sich dem ständigen Angriff ausgesetzt und sogar systematisch unterhöhlt sehen mussten durch einen angeblichen Wissenschaftsfortschritt, der einfach nach Art einer Flutwelle alles überspülte und das wissenschaftliche Personal gerade zu zu Scharlatanerie zwang, angesichts der kurzfristigen Qualifikationsprobleme, die sich daraus ergaben, dass die Konfrontation mit unbekannten Problemstellungen in einer erst zu erlernenden imperialen Sprache alles überschwemmten, um sich klar zu machen, dass die Versuchung, sein Heil in der Flucht aus der Wissenschaft und der mit ihr sich stellenden Aufgabe in die Politik vor allem eine Lösung für die sich selbst realistisch ansehende Mittelmäßigkeit war, sich zu retten in eine Karriere, die unverdächtig wirken konnte, und sich sogar Verdienste erwerben konnte im Dienst des gesellschaftlichen Fortschritts.

Die Folgen sind allerdings evident, denn sie bieten die Grundlage für die Behauptung, dass es eine Wissenschaft vom Menschen (nicht mehr oder noch nicht wieder) gibt. An ihrer Stelle sind die Scharlatanerie und die Wissensformen der Massentierhaltung der Sozialtechnologie getreten, die als Funktion einer Politik der Nutztierhaltung an der Tiergattung Homo sapiens der organisierten Gewalt zur Hand gehen im Namen des von ihnen gemeinsam ausgerotteten und liquidierten Menschen, den diese Politik global übereinstimmend einvernehmlich nach dem Holocaust problemlos fortsetzen konnte, mit der Einschränkung, dass es keine Juden sein durften, die dabei liquidiert werden. In dieser eigenartigen Umkehrung liegt eine Komplizenschaft ganz eigener Art versteckt, die ihre Perfidie aus der Täuschung bezieht, die sie bewirken muss, indem sie die Aufmerksamkeit derart lenkt, dass die allgemeine Fortsetzung der Praxis mit anderen, funktional äquivalenten Mitteln weit über das bloße Exempel hinaus verdeckt wird.

Das ist angesichts der zugleich zu beobachtenden Verfeinerung, Sublimierung der angewandten Mittel und Praktiken von atemberaubender Perfidie, indem es einem primitiven Egoismus dient, der geeignet ist die Vorurteile als belegbar zu erneuern, die angeblich die unbegründete Legitimation des Umgangs mit der betroffenen Gruppe bildeten, die hier jenseits der Begründungen, die sich auf überkommene Muster der Identifizierung von Gruppen stützen, indem sie das Geschwätz beim Wort nimmt, aus ganz anderen Gründen als Staatsfeinde erkannt wurden, nämlich aufgrund der Unabhängigkeit des Geistes, die sie für sich in Anspruch nicht nur nehmen konnten, sondern über die sie aus traditionellen Gründen, die inzwischen entfallen sind angesichts ihrer 'Integration' – die Diaspora einer soziokulturellen Struktur, die sich im Gegensatz zu allen anderen Formationen nicht auf ein erfolgreich verteidigtes Territorium stützen konnte, und stattdessen die Erfahrung immer neuer Spannungen in dominant anderen soziokulturellen Formationen unter der Herrschaft von organisierten Gewalten aufzuweisen hatte, die ihnen die Bedingungen der Selbsterhaltung in einer soziokulturell feindseligen Umgebung diktierte, ist definitiv Vergangenheit.

Es war dieser Hintergrund einer prinzipiell nicht durch Gewohnheit und das Mäzenatentum des Machtapparates disziplinierten Geisteshaltung, die sich in der Person Robert Oppenheimers noch einmal bekundete, die der organisierte Gewaltapparat mörderisch verfolgte und zu vernichten trachtete, weil er darin instinktiv und richtig den wirklichen Gegner erkannte, der sich in der Person Noam Chomskys seine vielleicht letzte öffentlich bekannte Verkörperung geschaffen hat, auch aufgrund eines Mangels an Aufmerksamkeit des Machtapparats, der inzwischen systematisch und global auf die entschlossene Verhinderung jeder Möglichkeit der Reproduktion dieser Geisteshaltung ausgeht und dabei alle Mittel anwendet, im Wesentlichen die drei von Franz Neumann genannten: Gewalt, Überredung und Privilegierung.

Aber es dürfte vor allem alles darauf hinauslaufen, dass die Kombination von verstaatlichter und kapitalisierter 'Bildung' den soziokulturellen Hintergrund der Potentiale einer intelligenten Lebensform liquidieren wird, die sich nicht ohne es zu wissen, in jeder Hinsicht einem Heliotropismus der Macht schon immer unterworfen hat, die auch in Deutschland bis zur Verstaatlichung der Bildung durch das Bismarckdeutschland, das mir nichts zu sagen hat, so wenig wie das Preussendeutschland überhaupt, das zu Recht von der Landkarte getilgt ist, insofern die soziokulturelle Entwicklung Deutschlands mit dem Jahr 1848 endet, im Stand des Privatlehrers als einer den Ärzten und den Rechtsanwälten gleichgestellten freien Profession eine zugleich gesellschaftliche Basis unter Gleichen hatte, die inzwischen mit der 'Gesellschaft' und dem 'Sozialen' sowie der 'Öffentlichkeit' im Sinne der Ausführungen von Jürgen Habermas ersatzlos verschwunden ist – noch verfügen konnten. Es ist diese Freiheit des Geistes einer dem organisierten Gewaltapparat nicht verpflichteten Geisteshaltung, die diesem nichts schuldig war, so wie sie nicht zur Dienstbarkeit für ihn erzogen war noch sich ihm hätte andienen können, die hier verfolgt und mit dem lebensunwerten Leben identifiziert wurde, entsprechend der von Foucault genügend dargestellten 'Ordnung der Dinge', die sich die Geschichte der Psychiatrie gern als das Verdienst der Befreiung der Irren von den ihnen angelegten Fesseln anrechnen lässt und dafür als Referenz den Namen Pinet in Anspruch nimmt, während sich diese Schönfärberei, die inzwischen jede Spezialität in eigener Regie in Auftrag gibt, wie man sich bei Praktikanten in der Probezeit gerne Unternehmens- und Institutionengeschichten bestellt, nur als Vorspiel der Befreiung der Irren auch von den Fesseln des Lebens herausstellte, das inzwischen bemüht als Unfall dargestellt wird, von den sozialen Konzernen, unter deren Ägide diese Praxis betrieben wurde, die heute jedes Interesse daran haben, sich das Vertrauen der Klientel zu sichern, die sie profitabel verwerten wie seinerzeit auch. Der unbekleideten Gewalt folgt einfach die funktional äquivalente Selektion, die dann nicht mehr demonstrativ die Rampe als Bühne hat, sondern breit ausgestellt über die Erziehung, Bildung und Beratung und Kontrolle durch das staatliche Monster der Arbeitsverwaltung sowie die 'Sozialarbeit', die Medizin, Psychiatrie und Therapeutik gestreut ist, sowie weiter diversifiziert wird durch die Schaffung immer weiter untergliederter Zuständigkeiten, denen die Einheit der verwaltungstechnischen Traktierung der Populationen entspricht, die alle Individuen gleichermaßen als isolierte Organismen dem integrierten Gewaltapparat als Ganzem konfrontiert und damit zu vollständiger Ohnmacht verurteilt. Jederzeit kann jeder unter einem angebbaren Rechtsgrund abgeholt werden und gefangen genommen, und in dem Dickicht, dem Labyrinth des Apparats spurlos verschwinden.

Der einzige Hinderungsgrund, der das begrenzt, ist das dem absoluten Verfügungsinteresse entgegen gesetzte Interesse an der Kostenbegrenzung, die es profitabler macht, die Freiheitsberaubung zu vermeiden so lange man mit der Variante des freilaufenden Individuums aufgrund seiner fiktiven 'Eigenverantwortlichkeit' zurecht kommt, einer Fiktion, die sich auf die Empirie eines Verhaltens gründet, das das Individuum nirgends anstößt und damit einen Alarm auslöst oder das es gelenkt werden kann mit einem Minimum an Aufwand. Die Tendenz zum Strafvollzug mittels Fußfessel und GPS ist deutlichster Ausdruck dieser Humanisierung des Vollzuges, der die Demonstration der strafenden Sanktionsgewalt aufrechterhält und damit die Drohung als Herrschaftsmittel, dabei aber das 'kostengünstigste' Modell sucht, das diese Demonstration in ein eigenartiges Licht rückt, das durch die Privatisierung des Gefängnisses in den USA eher verstärkt wird.

Das ist besonders eigenartig, weil andererseits der Staat seine Funktion als Selbsterhaltungsorgan der unter ihm zusammengefassten Populationen zunehmend selbst aushebelt im Dienst heteronomer Interessen, die dem Institut genau genommen die Legitimation entziehen, wenn man nicht einfach wieder darauf verfällt, dass er das Instrument willkürlicher Gewalt gegenüber der unter ihm unterworfenen Population ist, sei es indem man das einfach so realisiert und praktiziert ohne die formalen Definitionen zu berühren oder zu berücksichtigen, oder indem man das auch erklärt. Denn der systematische Populationsimport ist nicht mit der Legitimation des Staates als des Selbsterhaltungsorgans der unter ihm zusammengefassten Population vereinbar, es sei denn man bemüht die übliche und erwartbare politische Rabulistik, die das dann professionell und wissenschaftlich gestützt zerplappert bis zur Verkehrung ins Gegenteil.

Der Anblick der unter dem Titel des Fortschritts, der Reform, der Paradigmawechsel und der Verbesserung der Lebensverhältnisse allüberall betriebene systematische Vergewaltigung und Enteignung, Entwürdigung der Populationen ist das eindeutige Indiz dafür, dass nirgendwo das Staatsmonstrum den Bevölkerungen dienst, sondern überall dem einzigen Interesse an der systematischen Bewirtschaftung der Populationen als einer Nutztierherde, die das wirkliche einzige Objekt alles Wirtschaftens ist. Die Enteignung der Weltbevölkerung ist in vollem Gange. Was am Ende realisiert werden wird, ist absehbar, ein unübersehbares Slavenheer, ein unübersehbares Proletariat, das alles integriert, vom Akademiker bis zum Kistenschieber, denn alle werden so nackt sterben wie sie geboren wurden, und die über den gesamten Verlauf ihres vorgängig kapitalisierten und diskontierten Lebenszyklus von der Hand in den Mund leben in 'prekären' Arbeitsverhältnissen mit kurzfristiger Beschäftigungslänge, die vor allem der schrittweise durchgesetzten technischen Dequalifizierung der Arbeitskraft der Individuen dienen.

Es ist ungemein leicht, die Personifikation der Kritik einfach beiseite zu schieben, zu ignorieren, mundtot zu machen und endlich einfach auszugrenzen, zumal dann, wenn sie sich nicht dazu hergibt, sich auf politische Macht zu stützen. Die Köter, die das besorgen, finden sich immer. Man braucht sie nur auf den Mann oder die Frau zu dressieren, und dazu bedarf es der kontrollierten Belohnung und der Futtergabe zur rechten Zeit. Diese einfachsten Mittel und ihre sorgfältige Handhabung sind vollkommen zureichend zur Erreichung jedes als wünschenswert erscheinenden Zwecks. Zudem erübrigt der Angriff auf die Person, ihre Liquidierung, jede Befassung mit dem Problem, das die Vernunft angesichts ihrer historisch aufs Ganze gesehen doch unbezweifelbaren Existenz als Realität der Verfassung jedenfalls des Menschen, eigentlich jedem Gattungsexemplar der Tiergattung Homo sapiens aufgeben müsste, denn wo es nur ein Anpassungsproblem stellen würde, dort bräuchte es genau genommen keine Sozialisation, sondern es reichte die schiere Konditionierung.

Und das Problem des Unterschieds zwischen der Gehirnwäsche, der Konditionierung für Verwertungszwecke, der Sozialisation, der Meinung und des Urteils stellte sich gar nicht. Tatsächlich ist die 'Tendenz' zur Einebnung der Unterschiede – natürlich zugunsten der Ausbildung alias der 'Erziehung' oder 'Sozialisation' unverkennbar, obwohl die Differenz zwischen der – natürlich von Sekten und sinistren Abweichlern zu noch finsteren Zwecken betrieben – Gehirnwäsche und der verantwortlichen Erziehung, unterschieden natürlich von den 'gesellschaftlich Verantwortlichen' anhand der von ihnen für richtig gehaltenen Zwecken erhalten bleibt, vor allem in Termini juristischer Verfügungen und Festlegungen, die zwischen legal und illegal den Hauptunterschied machen und dazu keine Vernunft brauchen, sondern nur Gesetzgebung, Rechtsprechung und Rechtspflege. Die hier unformuliert bleibende Philosophie ist die des Opportunismus, also ein weit unter Niveau abgesenkter 'Pragmatismus'.

Denn der Opportunismus als 'Philosophie' – in dem Sinn, in dem der Rheinländer ganzjährig, nicht nur zur zeit des Karneval, wo er eine Pappnase trägt, etwa überlegen kommentiert: 'Darüber kann man lange 'philosophieren' – verzichtet nicht nur auf die Formulierung seiner Philosophie, denn die ausdrückliche Formulierung würde ihre Kernabsicht behindern, sondern verzichtet auch auf Zusammenhang und Logik.

Denn das würde nur zu Widersprüchen führen, jedenfalls aber dazu, dass man sie bemerken könnte, sogar selbst, als der/diejenige, der/die sie agiert. Dass dies auf die rücksichtslose Ermächtigung des Mobs hinausläuft und auf die Ausrottung des Menschen, von dem soziokulturell nur noch der Unterbau übrigbleibt, der Sockel sozusagen, auf dem er aufgesetzt worden war, den für nützliche Zwecke verwertbaren Organismus, das ist nur der Nebeneffekt der langfristigen Erfahrung der mit seinen 'Fortschritten' über immer höher sich türmende Leichenberge terrorisierten Populationen mit dem Europa des 'wissenschaftlichen Zeitalters und der Industrialisierung' – als sei das das tatsächliche Charakteristikum der damit gemachten Erfahrung: die soziale Revolution, die industrielle Revolution, die politische Revolution, die wissenschaftliche Revolution, die Revolution des Geschlechterverhältnisses und was die 'Soziologen' sich sonst noch, entsprechend der Praxis aller Brahmanen, ausdenken an 'Differenzierung', um die Laien mit ihrer Intelligenz zu überraschen, indem ihr geistesgeschichtlich ahnungsloses Gedächtnis kaum weiter reicht als bis zu dem Gründer der Markenfirma, die von Anfang an nichts sein wollte als politische Beratung des Machtapparats und sein treuer, aber ehrgeiziger Schreiber, Auguste Comte – deren destruktive soziokulturelle Folgen notorisch nicht zur nicht zur Kenntnis genommen werden, ebenso wenig wie ihre Resultanten, die ja vorliegen in Gestalt der soziokulturellen Massenverfassungen, und ihrem entsetzlichen Gegenbild in der diesen entsprechenden Massenunterhaltung und deren Trend der stets weiter gehenden Niveauabsenkung auf die Schicht der triebhaften Primitivismen eines von seiner 'instinktiven' Verschränkung mit stabilen Lebensbedingungen abgelösten Zusammenlebens immer größerer Zusammenballungen von im Übrigen gegeneinander isolierten, mit überwältigenden totalitären Verwaltungsapparaten und Großformen des human farming konfrontierten Individuen, die ihnen mittels immer neuen Reformen, Paradigmenwechseln und anderen Methoden beliebigen Namens in immer kürzeren Verwertungszyklen der Vernutzung ihrer Arbeitskraft weit unterhalb einer Lebenslänge und ohne Rücksicht auf die Grenzen der Lernfähigkeit, die einfach das Äußerste Machbare zur Norm erheben und damit gut fahren angesichts abundanter Verfügbarkeit von Selektionsmöglichkeiten aus einer explodierenden Biomasse.

Der in einer Art Kaninchenstall hockende Single vor einem Computerbildschirm oder Breitbildfernseher, mit Internetanschluss und mobilem Telefon – ein Individuum, das sich auch in seiner Freizeit nicht von seiner Anhänglichkeit an die Büromaschinenindustrie trennt und dies ebenso wie den Besitz eines Automobils, das für die Erreichung des Arbeitsplatzes zwingend ist und es zugleich fest einbindet in die totale Kontrolle und Konditionierung durch den Riesenkraken des Verkehrssystems, auch und gerade, wenn es die Bahn nutzt oder öffentliche Verkehrsmittel – ist der Typus dieses Gattungsexemplars, das wie die Kaninchen auch, darauf reduziert ist, dass es Futter erhält und vor den gröbsten Witterungseinflüssen geschützt ist, und dafür das Einkommen ausgibt, das er aus der Verwertung seiner Arbeitskraft erhält. Schade, dass diese Tiere keinen Pelz haben. Das würde größere Einsparungen möglich machen, die dem Teil des Einkommens entsprechen, den die Sklaven dafür aufwenden müssen, dass sie ihren Herren leidlich annehmbar erscheinen.

Der Modeindustrie würde sicher trotzdem etwas einfallen, um der unvermindert grassierenden instinktiven – horribile dictu. Keiner soll mir erklären, das sei 'gelernt' bzw. 'sozial vermittelt' – Putzsucht des Weibes und der Eitelkeit des männlichen Pfauen, der vor den Rivalen und den Weibchen seine ganzjährige Balz aufführt, um seinen Anspruch auf das Vorrecht der Begattung der wartenden Weibchen anzumelden, ein unwiderstehliches Angebot zu machen. Man muss hier einmal Ernst machen mit der nicht nur fabelhaften Gleichsetzung des Menschen, und darüber hinaus des Homo sapiens mit jedem beliebigen anderen Tier.

Denn das ist ja inzwischen keine literarische Sache mehr, sondern eine wissenschaftliche, und daher Realität pur. Es gibt jedenfalls keinen Anlass mehr, von der Tiergattung Homo sapiens in anderer Terminologie zu sprechen als der der Biologie. Und deren Grundbegriff ist 'Leben' ohne jede sonstige weitere nennenswerte Differenzierung als der der 'Komplexität', in dem Sinn, in dem ein Schwamm komplexer ist als ein Einzeller. Ansonsten ist die Doku des Zyklus der (vorerst noch) wandernden Gnuhherden in der afrikanischen Savanne eine erschöpfende Metapher des Zuges der 'Menschheit' durch die von ihr gemachte – aber ohne Bewusstsein – Geschichte. Denn sie kennen es nun zwar, aber sie wissen es nach sie vor nicht. Sie haben es nur 'gelernt', oder auch nur 'mal gehört', in der Schule und aus dem Fernsehen.

Der reformierte Glaube, der den Alltag trägt hat die Form der Aufklärung:

„Vertrauen reduziert die Komplexität der Welt“, sagt Niklas Luhmann in seiner unnachahmlichen Ironie, die den Kynismus zu ihrem Limes hat und damit etwas genuin Griechisches, an der sozialarbeiterisch eingefärbten Ideologie des 'Interesses am Wohlergehen der Fälle, die die Welt ausmachen, gänzlich Uninteressiertes in die Systemtheorie transplantiert. Er versteht den ersten Satz des Tractatus logico-philosophicus Wittgensteins in einem auch metapsychiatrischen Sinn, der die Verfassung der Psychiater als paradigmatische mit einschließt in die Definition der Welt. Denn auch sie sind der Fall, der die Welt ist. Dem Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein – besonders erstaunlich der der 'postpsychoanalytischen' – Psychiater und 'Verhaltenstherapeuten', denen das Verständnis der Psychoanalyse intellektuell zu anspruchsvoll und zu kompliziert ist und als überflüssiger Luxus angesichts ihrer Unterschichtenklientel und angesichts der Zwecksetzungen erscheinen muss, denen sie verpflichtet sind, zudem ein unangenehm unbürokratisches 'Menschenbild' zu unterhalten zwänge, das weitere unakzeptable Folgen nach sich zöge, die mit der herrschenden Praxis gänzlich inkompatibel sind, entspricht symmetrisch das kaum zu rechtfertigende oder zu verantwortende Vertrauen besonders der Klienten in sie und ihre 'Kompetenz'. Man muss dabei allerdings bedenken, dass sogar die Psychoanalyse selbst in ihr postpsychoanalytisches Stadium eingetreten ist.

Auch hier ist ein Sinn von 'wissenschaftlichem Fortschritt' zu bemerken, der in keiner Weise mit der Eigenpropaganda des Wissenschaftssystems und seinen vermeintlich 'inneren' Automatismen oder mit dem eindeutigen Richtungssinn von 'Fortschritt' verbunden zu sein scheint, obwohl das streng genommen nicht gerechtfertigt ist, denn wer 'fortgeschritten' ist, ist formal gesehen zunächst nur 'ein Stück weiter', also 'anderswo'. Bedenkt man die Praxis der modernen Fitnessstrainings oder von Autorennen, dann ist allerdings zu sehen, dass Start-und-Ziel ein Ort ist, und ein Wort.

Das Modell des Fortschritts schließt das Laufrad des Hamsters als seine Metapher nicht aus. Und dabei bedeutet dann 'Auf-der-Stelle-Treten' zunächst ja schon so viel wie 'wenigstens kein Rückschritt'. Und auch hier enttäuscht der wissenschaftliche Fortschritt als Unterbietung. Denn die Praxis gewordene Drogengesellschaft all der Medikationsjunkies ist zwar ein Geschäft – dem die Unterscheidung nach legal/illegal, vom Dealer an der Ecke, am Kiosk oder aus der medizinischen Praxis egal ist, aber es ist weder ein Fortschritt noch eine Lösung, was ja schon genügen könnte. Sie profitiert vielmehr von über das Leben verhängten Destruktivität der Nutztierverwertung der Biomasse des Homo sapiens als des einzigen strukturierenden Motivs aller Politik und alles Wirtschaftens.

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Die Einführung der Rollentheorie in die Soziologie ist eines der ersten Verhängnisse ihrer Nachkriegsgeschichte. Sie integriert in die 'Sozial-Wissenschaft' als tragende Konzeption, was Thomas Mann noch unter dem Titel der sich selbst in einem Roman nach Art der Bekenntnisliteratur, auf die hier schon zynisch repliziert wird, in der Tradition zwischen Augustinus und Rousseau, rechtfertigenden Hochstaplers noch, wenn auch schon mit dem unerträglichen Unterton des zynischen Betrachters, der unklare und unerträglich zweideutige Motive in alle seine Darstellungen (auch den Zauberberg und den Josephsroman) bringt, als Betrug und Vertrauensmissbrauch charakterisiert. Obwohl schon in den sechziger Jahren der angebliche Doyen der Soziologie, Ralf Dahrendorf, der aus irgendwelchen unbekannten Gründen immer irgendwie aus 'England' redete, und dort offenbar 'ein großes Tier' war, von niemandem mehr Ernst genommen wurde, hat vor allem Jürgen Habermas offenbar der von Theodor Adorno 'perhorreszierten' Attraktion der aus den USA importierten Rollentheorie nicht widerstehen können, schon aus Gründen, die mit seiner alles integrierenden Rezeptionstechnik zusammen hängen dürfte, die eben aus allem einen in eine übergreifende Konzeption einbaubaren Sinn zu machen verstand, zumal sich an die Rollentheorie vermeintlich leicht und unproblematisch individual-pychologische und in einer bestimmten Form interpretierte psychoanalytische Konzepte anknüpfen ließen, die wiederum mit Sozialisationskonzepten und 'identitätssoziologischen' Überlegungen aus allgemeinen Entwicklungspsychologien vereinbar zu sein schienen.

So fanden sich endlich die Edelkonzepte der Entwicklungspsychologie Piagets und der Psychoanalyse – schon in den objekt-psychologischen, ich-psychologischen, kulturalistischen und mit Verhaltenspsychologien oder anderen Entwicklungskonzepten legierten Varianten, die alle wieder in den breiten Strom der einfacher gestrickten ordinären Bewusstseins- oder Verhaltenspsychologien, Behaviorismus oder Lernpsychologie (die am Konzept der Sprache zerschellen) einmünden, vermutlich aus einer Mischung aus intellektueller Impotenz und der Strategie, die Grenzen des eigenen Verstehensfähigkeit zur wissenschaftlichen Norm zu erheben – zusammen mit allem, was sich unter dem Titel Sozialisation mit dem Individuum befasste in einer Konzeption, die sich das Erwachsenwerden des Individuums nach Art einer bürokratischen Regelkarriere vorstellte, die sich bestenfalls im Fall von individuellen Defekten als vorübergehende Sache des Therapeuten betrachten ließ.

Damit war dem Betrüger, dem Scharlatan, der sinistren Nutzung der soziokulturellen Bestände – die inzwischen, wo sie beinahe restlos 'ausgegeben' sind, nicht zufällig als 'Sozialkapital' firmieren dürfen – der Verführung, jeder Form von unter vorgespielten Vorwänden Formen der Nutzung individueller Beeindruckbarkeit – bis hin zu den gerade jüngst vergangenen professionellen Formen der Professionalität, die als Berater bei Versicherungen und Banken und anderen mit Geldgeschäften befassten Typen mit dem zum professionellem gemachten Selbstverständnis des vorsätzlichen Betrügers auftreten konnten und daraus einen in hunderten von Milliarden oder in die Billionen reichenden Betrug machen konnten zu Lasten der Nutztiere und mit Unterstützung nicht nur der Politik, sondern auch ganzer Kohorten von Wissenschaftlern, die ihre Lizenzen von staatlichen Akademien erhielten.

In diesem Szenario ist der unmittelbare Plagiatsbetrug, der nun hin und wieder bekannt wird, vor allem auch in dieser leicht aufzudeckenden Form, die das Ausmaß des tatsächlichen Betrugs in keiner Weise erschöpft, nur eine Marginalie, aber durchaus symptomatisch für den typischen Karrieristen, der mit dem Typus des Hochstaplers psychologisch identisch ist, und sich dabei auf die Wissenschaft, zumal die Rollensoziologie der sozialen Hierarchien und der Positionseroberung stützen darf, um sich die Gewissenlosigkeit zu verschaffen, die der Schauspieler dann braucht, wenn er die Bühne verlässt ohne die Schau zu beenden, indem er sich seine Rollen zurechtmacht und seinen laufenden Script extemporiert.

Das hat sogar die Form von 'therapeutischen Produkten' made in USA angenommen, wo man sich früh daran gemacht hat, therapeutische Produkte oder auch 'Wissenschaften', also etwa 'Psychologien' sozusagen im Produktdesignverfahren zu entwickeln bzw. herzustellen, indem also das Konzept der Rollentheorie auch auf die Möglichkeit der Erfindung von 'wissenschaftlichen Produkten' übertragen wurde. Diese sind in der Form des Behaviorismus Watsons und der Lerntheorie Skinners exemplarisch bekannt geworden.

Sie stehen neben einer Reihe drittklassiger und nachklassiger anderer solcher Produkte, in die sich die freikirchliche 'Tradition' der USA recht kräftig einmengt, die keinerlei wissenschaftlich haltbare Grundlage haben, wie an dem prominenten Beispiel von 'Scientology' exemplarisch klar werden kann, und diese auch nicht brauchen angesichts eines durchschnittlichen Bildungsniveaus in den USA, die den zureichenden Grund bietet für den ungeachtet dieses Defekts garantierten Erfolg dieser Erfindungen, die im Wesentlichen auf ähnlichen 'Gründen' aufsetzt wie die Popmusikindustrie und die Freikirchen.

Von Watsons Konzeption an sind die Gründe für den Erfolg dieser Konzeptionen recht gut beschreiben in der Arbeit von Sigmund Freud mit dem Titel: 'Ich-Analyse und Massenpsychologie'. Das ist zurückhaltend ausgedrückt und setzt dem unmittelbaren Verständniszugang einen gewissen Widerstand entgegen, aus guten Gründen, über die sich jeder Leser selbst Rechenschaft ablegen kann, wenn es denn nötig ist.

Man muss Jürgen Habermas hier nicht nur eine verantwortungslose Rezeptionswut bescheinigen, sondern auch einen Mangel an Bildung, der, wäre er hier nicht symptomatisch geworden, hier eine angemessene Hemmung hätte bewirken müssen. Wenn die Formulierung, wonach das Theater 'die Bretter, die die Welt bedeuten' repräsentiert, der Schauspieler also der Darsteller von Rollen ist, die paradigmatisch darauf zielen, in der Tradition von Schiller und seinen Vorgängern in der Diskussion um das Theater als moralische Anstalt Probleme zu exponieren, an denen sich etwas ersehen lässt über die Wechselfälle eines Lebens, das sich im Medium der Dialektik der sozialen Kommunikation abspielt, so ist daran schon ersichtlich, dass sich diese Übertragung nicht umkehren lässt.

Denn das so aufgefasste Theater, das auf Konzeptionen seiner Bedeutung für das Leben der Polis der griechischen Antike zurückgeht, und zunächst nicht auf die römischen Auffassungen der öffentlichen Belustigung, also als politische, auch als 'pädagogische' als Angelegenheit der Polis betrachtet wurde, sollte über wesentliche Aspekte eines unter dem Bann des Unvorhersehbaren oder des Unvorhergesehenen oder der Verstrickung stehenden Lebens eine Einsicht in kaum zugängliche Grundlagen des Handelns antizipativ und unter den Bedingungen einer Entlastung Wesentliches zur Darstellung bringen, das sich dem individuellen Bewusstsein integrieren ließ mindestens in der Form der Beobachtung einer gewissen 'Vorsicht', die den Einbruch des Kontingenten, in gewisser Weise die Voraussicht auf das Unvorhersehbare wenigstens in Betracht zog, und dem gemäß Abgründe vielleicht glücklich umgehen konnte oder die Überraschung des Einbruchs des Verhängnisses abmildern mochte.

Es ist von daher völlig klar, dass sich das nicht umkehren lässt, denn das wirkliche Leben ist dem gegenüber gerade der Ernstfall, in dessen fortlaufender Sequenz sich kein Ungeschehenmachen geltend machen konnte, während der Anblick des auf dem Theater Dargestellten sich unter den Bedingungen der Entlastung von dem Gewicht des nicht rückgängig zu machenden Ereigniszusammenhangs, in den man selbst verstrickt war, nachvollziehen lässt.

Während das Theater also paradigmatisch die Welt 'bedeuten' kann, ist umgekehrt die Umwandlung der Welt in ein Theater, auf dem die Individuen als Rollenspieler auftreten gänzlich unmöglich angesichts der Unwiderruflichkeit, der Irreversibilität der Geltung des je Geschehenen, seiner ehernen Faktizität.

Im Gegenteil, die Umkehrung der Metapher zu einer absoluten, die die Welt ergreift, ist eine Verdichtung, die den systematischen Betrug, die Täuschung als Bestand und Praxis entschuldigt und das Verbrechen entkriminalisiert. Die Einführung der 'Rollentheorie' in die Soziologie bzw. die Sozialwissenschaft – manche Leute unterscheiden das ja, und finden das auch gut so, weil man dann nicht mehr weiß, was hier Design und was hier Wissensform ist, der ein Gegenstand entspricht, dem wiederum ein Wissenschaftsverständnis und ein Wissenschaftsbegriff entsprechen – ist selbst eine der Scharlatanerien, eines der Betrugsmanöver, zu denen sie jedermann, und vor allem die Protagonisten des öffentlichen Lebens, die Führer und Vorbilder ausdrücklich ermächtigt. Es ist das Selbstbewusstsein des Betrügers und des Scharlatans, das sich hier eine 'wissenschaftliche Repräsentanz' zu verschaffen weiß und akademische Reputation.

Die Folgen, die es unter anderem gehabt hat, dass zum Beispiel diese Verwissenschaftlichung der hier umrissenen Mentalität niemals Gegenstand einer wissenschaftlichen Selbstkritik der davon betroffenen Wissensformen geworden ist, sind kaum abzusehen. Denn nichts an diesem aberwitzigen Manöver, das dem Sturm des Mobs auf die Bildungsinstitutionen als Symptom entspricht, der Entschlossenheit zu einer Eroberung, die die Anforderung an den Inhaber der unter Prestige- und Vorteilsgesichtspunkten begehrten Position unterläuft, indem sie an die Stelle der Erfüllung des Maßes, das ihr entspräche die Beutemacherei und die gewaltsame Eroberung setzt, am besten in Banden, und am unauffälligsten in Abwesenheit der vertriebenen Hüter einer soziokulturellen Erbschaft nach einem Zusammenbruch, also auch in Abwesenheit urteilsfähiger Beobachter, deren Heranwachsen sich unter Kontrolle nehmen lässt, so dass sie sich an die neuen, innovativen Standards als den selbstverständlichen gewöhnt haben wenn es so weit wäre, weil sie von denen eingewiesen wurden, die von den eroberten Positionen aus, von der Höhe der Festungsmauern der Akropolis, von Garnisonsbesatzungen kommandiert werden, deren faktischer Zustand die Norm definiert.

Die wissenschaftliche Implementation der Rollentheorie in die Sozialwissenschaft, mit ihr die 'Lerntheorie' und die 'Verhaltenstheorie' als 'wissenschaftliche Psychologien' trotz ihrer wissenschaftlichen Unhaltbarkeit (oder deswegen) entspricht dem Zustand einer unter den Folgen einer systematischen Dekompensation der soziokulturellen Zusammenhänge des Lebens und des intergenerationellen Verhältnisses stehenden Formation des Daseins.

Und darüber hinaus entspricht sie dem Selbstbewusstsein der Rollenspieler, die sich ihr Selbstverständnis, zu dem sie so oder so sich verurteilt sehen angesichts der 'beschleunigten sozialen Veränderung' ('social change'. Man muss das auch im Originalton hören um das Beliebige an diesen nichts sagenden 'wissenschaftlichen Begriffen' zu bemerken, die hemdsärmelige Machart der von Befehlshabern und ihren Unteroffizieren ad hoc zusammen gebastelten Pseudobegriffe, die schon den betriebswirtschaftlichen approach ankündigen, mit dem sich ganze Populationen nebst dem Territorium zum Tageswert berechnen und kapitalisieren lassen.

Auch das sind Nebenprodukte der Raumfahrt, erfunden von den Physikern und Mathematikern, die dort keine Beschäftigung mehr fanden und sich daher der Erde und ihren Bewohnern zuwandten. (Damit haben sich alle von der Science Fiction genährten Hoffnungen zerschlagen, dass wir diese 'wissenschaftlichen Experten' auf den Mond schießen könnten, mit einem one-way-ticket. Aber da gibt es ja noch den Mars als mögliches Ziel.)

Die Formen der so genannten 'Vergesellschaftung' haben sich, wenn man das soziokulturelle Problem betrachtet, das ihnen allen gleichermaßen zur Lösung aufgegeben ist, und das sie mehr oder weniger bewältigen, im Laufe der Zeit nicht so grundsätzlich verändert, dass es gerechtfertigt, so als verstünde sich das von selbst, wo nicht die Begriffe oder die Terminologie, so doch die Bedeutungen, die sie jeweils haben, einfach nach Maßgabe politischer Interessen oder einfach dem Bedarf der organisierten Gewalt abzuändern.

Wenn die Absicht dabei ist, die Kontinuität des Urteils über die Daseinsbedingungen zu zerstören, dann hat das jedenfalls den Preis der Selbstzerstörung der Wissenschaft bzw. des Wissenschaftsbegriffs, denn die je nach (als Paradigmenwechsel rationalisierter Laune bzw., was dasselbe ist, in Gehorsam gegenüber heterogenen Zwecksetzungen oder dem persönlichen Originalitätsdrang, den man besser einem 'modernen' Verständnis der Aufgabe des Literaten oder Bestsellerverfassers überlassen sollte) 'Bedarf' veränderten grundlegenden Bedeutungen oder auch nur der Terminologie der Beschreibungen, so faszinierend sie auch klingen oder sein mögen für den Studenten, werfen doch am Ende nur immer legitimer werdende Zweifel daran auf, ob man es hier überhaupt mit etwas anderem als persönlichem Karrierismus auf der Grundlage spezifisch moderner Opportunitäten im 'Wissenschaftsbereich' und oder Politik zu tun hat bzw. politischer Rhetorik.

Dabei ist sogar diese Vermutung noch weit oberhalb der ersichtlichen Willkür von ad hoc-Designs zu Zwecken, die sich einfach jedem beliebigen Zweck andienen – und dabei kommen immer nur die der organisierten Gewalt zum Zuge denn die formuliert die Interessen und kann den Design finanzieren oder durchsetzen, dass sie in ihrem Auftrag finanziert werden.

Die Masse der Isolierten kann keine gemeinsamen Interessen formulieren und institutionalisieren lassen, sie ist das ewige Objekt der organisierten Gewalt, der auch der postwissenschaftliche, aber wissenschaftsförmige Design dient und zuarbeitet, denn sie ist sein einziger Auftraggeber, wie die imperiale Gewalt zum einzigen Auftraggeber der 'Hochreligion' wurde selbst dort, wo sie einem gegen sie gerichteten Impuls entsprang, was in dieser Form wohl nur für das so genannte Christentum gelten dürfte, das im Hinblick auf die aus den Evangelien durchschimmernden Person des Zimmermannssohns und Wanderpredigers aus dem hellenisierten Galiläa hochtrabend ist, und schon den Einsatz der Propaganda verrät, die sich den sozialkritischen Überlegungen dieser Person überlagerten um sie zu absorbieren: Die paulinische imperiale Sozialtechnologie, die den Bewusstseinsverfassungen zunächst der aus dem Orient importierten Sklavenmassen entsprach.

Im Gegensatz zu den Üblichkeiten, die das Wunder der Wandlung des fanatischen Verfolgers in den fanatischen Propagandisten einer selbst erfundenen Religion wandelten, kann man eher davon ausgehen, dass hier ein Verfolger den Irrtum erkannte, der ihn eine ihm sich eröffnende Idee hätte unterdrücken müssen, während er ihre und seine historische Chance erkannte, eine Chance, die die Gottkaiseridee des Römischen Imperiums mittels einer bestimmten Wendung mit der Zurgeltungbringung der artikulierten Daseinslage der Menschenmassen in Übereinstimmung und zum sprachlichen Ausdruck brachte, der eine Welt auf anderen Grundlagen zu begründen imstande sein würde als mittels militärischer Gewalt und Versklavung, sondern diese vielmehr zur Grundlage eines Kampfes um die Zustimmung der heterogenen Bevölkerungen und Sprach- und der soziokulturellen Gruppen brachte, und dadurch zu einem Einfluss zu gelangen war, der dem gleicht, auf dessen Unterscheidung noch immer die Politik einerseits und die Popindustrie andererseits beruhen, denen in der klassischen Antike die des Unterschieds des Dionysischen und des Apollinischen in den Grundströmungen der Griechischen Welt entsprochen haben mögen, die in der Person Alexanders die Personifikation fanden, die der Erscheinung des Jesus von Nazareth um dreihundert Jahre vorausgingen und sie erst ermöglichten.

Dabei ist die in dieser Hinsicht, als Phänomen einer allgemeinen soziokulturellen Dekompensation und Diffusion ungemein informative und instruktive Gnosis nicht einmal in Betracht gezogen, und die Geistesgeschichte, insofern sie Kirchengeschichte ist, behandelt sie so, wie die Sozialwissenschaften und die Kulturwissenschaften gegenwärtig nicht nur Karl Marx behandeln, sondern alles, was irgendwie an ihn erinnern könnte und derart mit der Wiederkehr eines durch den Wissenschaftsfortschritt und die Fluchtbewegungen der endlosen Reihe der Verkündigung immer neuer Paradigmenwechsel erfolgreich (?) Verdrängten drohen, das schon einmal bekannt war, und angesichts der Verdrängung desto wirksamer nun einfach ausagiert wird, in einem Maßstab, der den Atem stocken lässt, wenn man nicht erblindet ist dadurch, dass die symbolische Repräsentation des Wissens um die Komposition der Erscheinungswelt, in der das Daseins seine Existenz fristet, auch aus der Wahrnehmungsfähigkeit verschwunden ist, und nicht nur aus dem Gedächtnis.

Niklas Luhmann gibt durchaus zu erkennen, welchen Respekt er hat vor dem, was er an den Parteigängern von Karl Marx – im Modus eines unerträglichen Echos – verabscheut, wenn er ein Bild wiedergibt, das ihn, den Theoretiker im Überflug über eine Landschaft zeigt, in der 'die erloschenen Vulkane des Marxismus' zu sehen sind, was noch nicht heißt, die Überlegungen und Analysen von Marx zu meinen, im Unterschied zum 'Marxismus'. Man muss das Imponierende an der Metapher nicht gleich derart in Anspruch nehmen, dass man sie derart wörtlich nimmt, dass sich der alsbaldige erneute Ausbruch der schlafenden Riesen scheinbar wie von selbst zu ergeben scheint. Im Gegensatz zu den politischen Parteigängern des derart Geehrten dürfte er gelesen haben, was diese verteidigen ohne es zu verstehen. Einen 'Systemtheorietismus' gibt es immerhin nicht.

Das Erstaunliche an der Systemtheorie ist nicht, dass sie eine terminologische Innovation auf der Grundlage der logischen Technologien und der allgemeinen, die Wissenschaftsfächer übergreifenden Systemtheorie ist, die sich mit sich selbst erzeugenden und regulierenden Systemen befasst, von der die Geschichte der Formen des kollektiven Lebens der Tiergattung Homo sapiens ein Beispiel gibt, das zugleich die komplexeste bekannte Form und Gestaltbildung in der Form eines autopoietischen Systems ist, sondern dass sie den Anschluss nach rückwärts in der Geistesgeschichte bis 'hinab' in die auch kontemporären 'primitiven Formen' problemlos hält, also die terminologische Innovation zugleich als begriffliche zu organisieren imstande ist, die den übergreifenden Kontext bilden kann, in den nicht nur die Wissenschaftsgeschichte, wenn auch mit verwandeltem, von den Engführungen der Überlegungen Thomas S. Kuhns abgelösten Einsatz, sondern die gesamte 'Geschichte der soziokulturellen Formen und die Geschichte der Wissensformen eingeschrieben werden kann.

Man kann das auch so ausdrücken: Die Systemtheorie integriert die Entwicklungsgeschichte der autopoietischen Systeme, indem sie die für den Strukturalismus und das soziologische Denken in französischer Sprache bedeutsame Unterscheidung Saussures, der die Diachronie und die Synchronie (der Entwicklung der Sprache) in einer theoretischen Innovation integriert, die die Geschichte des Systems in sich aufnimmt, und nicht, als durch den Fortschritt überwundene Vorstufe entlang eines an der Geistesgeschichte beobachtbaren 'Rationalisierungspfades' entwertet und ablegt.

Er erreicht damit ein Reflexionsniveau, das die Wissenschaft als Paradigma einer solchen Integration nicht absolut setzt, und ist damit in Übereinstimmung z. B. mit dem biologischen Begriff des Lebens, der in diesem systemtheoretischen Konzept ebenfalls einen systematischen Ort hat, der von der allgemeinen Theorie und ihrer Form der Begriffsbildung auf einem angemessenen Abstraktionsniveau integriert werden können muss, das zugleich die deskriptiven und explanatorischen Leistungen zu erbringen imstande ist, die auch die organisatorischen Formen der 'Integration' großer Populationen im intergenerationellen soziokulturellen und politischen Verband analytisch zu durchdringen imstande sein muss. Die begriffliche Innovation schneidet sich nicht von ihrer eigenen Geschichte ab, sondern integriert sie ohne Rücksicht auf ein angebliches mehr oder weniger an 'Rationalität' oder Irrationalität.

Es ist ein Unsinn, der verhindert, dass die Leistungen der Geistesgeschichte angemessen verstanden wird, davon auszugehen, dass eine Antwort auf eine Reihe von dem Dasein sich immer stellenden Fragen deshalb falsch sei, weil sie nicht wissenschaftlich nach den Vorstellungen einer Kreatur in einem modernen Wissenschaftsbunker ist, die sich, vor dem Computer sitzend, stellvertretend für alle Intelligenzen, die jemals auf diesem Planeten wandelten, abschließende Antworten auszudenken auf diese Fragen, und dabei darüber zu entscheiden, was wissenschaftlich ist und was nicht, und daher falsch, und alles nur, um die Antworten zugleich dem 'Wissenschaftsfortschritt' von morgen zur Disposition zu stellen, aber eben auch nur diesem.

Die Sätze aus Genesis sind alles in allem genial, und konvergieren mit den Sätzen, mit denen die avancierte Systemtheorie einsetzt, indem sie darauf abheben, dass eine Intelligenz nur dadurch zu einer von ihr geschaffenen Welt gelangt, indem sie Unterschiede setzt entsprechend einem Prinzip, das der Entwicklung der Potenzen über der Zahl Zwei entspricht, also einen Entscheidungsbaum entwickelt gemäß einer Bifurkation.

Die Replik darauf in dem entsprechenden Evangelium, die diesen Anfang durch die Sprache, den Logos hindurch verständlich macht, ist ebenfalls genial. Und kaum anders verfährt eine Theorie, die das Ur-Ei der Brahmanen durch einen unmöglichen Anfangszustand ersetzt, der sich aus keiner Empirie ableiten lässt, 'weil die Gesetze der Physik unterhalb der Dimension von 10-43 s (Planckzeit) bzw. ct = 1.6 * 10-35 (Plancklänge) kollabieren', aus dem sie es dann expandieren lässt, aus 'praktischen', aber eben unableitbaren Gründen oberhalb di Raum und Zeit, sondern darüber noch hinaus, der 'Raumzeit', die sich verstehen lässt (die zeitliche und räumliche Ausgedehntheit) als eine Zustandsform des Ganzen, dessen andere Selbstdarstellungsformen als Materie, Energie und Information erscheinen. Die erkenntnistheoretischen Bedenken gegen die Möglichkeit einer Reduktion dieser Art und der Ableitung des Kosmos aus dieser Reduktion mit Mitteln, die insgesamt beanspruchen müssen, empirisch zugänglich zu sein, die Differenz zwischen der empirischen Gegebenheit und ihrer Interpretation offen zu legen und und formal korrekt zu sein werden von dieser Kosmologie überhaupt nicht mehr zur Kenntnis genommen sondern mit der naiven Hemdsärmeligkeit eines Pragmatismus ignoriert, der meint, der Kosmos sei ein mögliches Objekt ihrer Wissenschaft, ein Gegenstand.

Darin steckt die Unbefangenheit eines Klempnerbewusstseins, das meint, mit der Rohzange an die Sache herangehen zu können. Die vorschwebende Vorstellung ist stets die eines handhabbaren Objekts, an dem sich herumschrauben lässt, wenn man die Sache nur angeht und die Bedenken beiseite schiebt, die diese Leute haben, die an einer merkwürdigen Handlungshemmung leiden, die nur den Effekt haben kann, den Erfolg zu vereiteln, den man zweifellos haben wird, wenn man frisch anpackt und sich nicht irre machen lässt. Dass diese Naivität im von Kant schon festgestellten Zeitalter des reflektierten Urteils einfach durchgeht, ist ein Symptom für das Missverständnis, das im Wissenschaftsbegriff selbst eingebaut ist, und das den Irrtum nach sich zieht, der aus diesem Missverständnis, einem falschen Verständnis von Wissenschaft, um es klar zu sagen, folgen muss.

Es ist unter diesen Umständen erstaunlich, dass gerade die an empiristisch orientierten Grundlagendiskussionen erkenntnistheoretischer Art ausgerichtete Kosmologie im Effekt nichts anderes sagt als die Neuplatonische, die sich trotz der Einwendungen Karl Poppers auf die Konsistenz und die Stringenz der mathematischen Formen zurückzieht, indem sie die interpretierten Daten als die Daten selbst nimmt und die kleinen Schwierigkeiten, die sich ergeben bei der Annäherung an den Zustand ct=r=0 als 'vorläufig noch nicht geklärte' Kleinigkeiten beiseite schiebt, um dann lustig einfach die Befunde zu referieren, die schon festgestanden haben als man sich dazu entschlossen hat, diese Kleinigkeiten vorerst zu ignorieren und einem unmöglichen Wissenschaftsfortschritt zu überlassen, der nicht einlösbare Wechsel auf eine endlos verschobene Zukunft zieht und sich damit legitimiert zu haben meint, zugleich aber dabei beobachtbar ist, dass er mehr oder weniger offensichtlich die erhobenen Daten stillschweigend in Richtung auf das als Vorurteil unterlegte Modell 'normalisiert'.

Man sieht diese Wissenschaft geradezu an dem Ding herumbasteln, das sie vor sich zu haben meinen. Das lässt sich nur machen, wenn man einem ausgesprochen naiven Materialismus aufgesessen ist, der sich durch die technischen Erfolge, die er wiederum naiv in einen Zusammenhang mit der Theorie als deren Grund rückt (Bombenbau, Tauchsiederbau und Kanonenbau) ebenso naiv bestätigt fühlt wie er ihn als richtig schon voraussetzt.

Es ist offensichtlich, dass dieses Klempner- und Mechatronikerbewusstsein sich die Befremdung gar nicht erklären kann, die man angesichts seiner unbekümmerten Einbildung empfindet, zumal mit einem Bewusstsein der Aporie der Grundfragen, es mit einem nach Belieben manipulierbaren Objekts zu tun zu haben, und nicht mit dem, was jenseits aller Objekte ist, und in diesem Sinne transzendent, nicht nur transzendental.

Während dessen kann man die sich ausbreitende Allgegenwart der Popularisierer bewundern, die sich damit brüsten, brav gelernt zu haben, was man ihnen vorgesagt hat, und dabei durchblicken zu lassen, wie 'intelligent' sie sind, während der ganze Troß dieser Hammelherde in einen Nebel hinein wandert, unter Führung seiner vom Wissenschaftsjournalismus ernannten Helden, in denen dann ganze Generationen von Studenten bereitwillig folgen, indem sie brav lernen, was ihnen vorgesagt wird, in dem festen Glauben, damit 'Wissenschaft gelernt zu haben'.

Quite the contrary! Kein erlerntes Wissen führt auf mehr als auf ein Verständnis des Wissens, des Gelernten, und das nur im besten Fall, besonders wenn und wo es intern zusammenhängend ist. Was Wissenschaft ist, hat man damit nicht automatisch mit verstanden. Und es ist schwierig zu sagen, ob und welchen Weg es vom einen, von Voraussetzungen zum Anderen gibt, denn das Verständnis dessen, was Wissenschaft als eine Praxis ist, ist 'eis allo genos', von anderer Art. Und hier ist die sonst als Fehler der Argumentation kritisierte 'metabasis eis allo genos', der Übergang von einer 'Art' zu einer anderen gefordert, und nicht nur korrekt.

Lernen führt nie auf das Verständnis dessen, was Wissenschaft als Praxis ist, sondern bestenfalls auf die Fähigkeit zur Reproduktion des Inhalts von Lehrbüchern und die Lizenzierung der erreichten und abgefragten Lernziele als Qualifikation. Das ist, was immer es sonst ist, etwas anderes als ein angemessenes Wissenschaftsverständnis, obwohl man zustimmen muss, dass es sich um unvermeidbare Vorstufen auf dem Weg dorthin handelt, die nicht nach dem Muster verstanden werden können, nach denen der Weg das Ziel ist.

Das ist eine ohne Weiteres ersichtlich riskante Materialisierung dessen, was Genesis und Evangelium nach Johannes formalisiert darstellen, Genesis einfach mittels einer formalen Abstraktion, die die erste Setzung einer Differenz als Einsatz wählt, während Johannes dem die Reflexion hinzufügt, die daran erinnert, dass es 'das Wort'= der Logos ist, den er, entsprechend dem hellenistischen Verständnis, dem Hebräischen 'amr'=sprechen unterstellt, denn die Rede setzt die Sprache im Sinn des Logos voraus. Es ist die Sprache, die die imaginierte Welt als symbolisch repräsentierte ausdifferenziert.

Es ist offensichtlich, dass das angelernte Gefühl der vermeintlich für alle gleichermaßen geltenden wissenschaftlichen Überlegenheit, an der vermeintlich jeder als Zeitgenosse partizipiert, und die das angelernte Bewusstsein mit sich herumträgt, das die nunmehr wissenschaftlichen Formulierungen ebenso als Volksreligion mit sich herum schleppt wie die Zeitgenossen anderer Formen der sprachlichen Integration die Formeln der Magie oder der Theologie oder einer Götterlehre mit sich herumtragen, dazu verleitet, die Formulierungen weit zu unterschätzen, die hier in Rede stehen, einfach weil man sich nicht klar macht, dass man es womöglich mit einer sehr durchdachten sprachlichen Form zu tun haben könnte, die angesichts ihrer Einfachheit dazu verführt, dass man sie für das Produkt des unterlegenen Geistes einer intellektuellen Zurückgebliebenheit aus einer ganz unaufgeklärten Epoche hält, die man deshalb nicht als in sich selbst entdeckt, weil man sie sogleich auf den Text projiziert, damit man sie nicht als die eigene erkennen muss, der sich das Selbstbewusstsein dann sogleich als die überlegene Kenntnis entgegensetzt.

Es wird sich indessen zeigen, dass die zu unterstellende Vorsicht, die in diesen Formulierungen sich dokumentiert, auch diese Einschätzungen überstehen wird, im Gegensatz zu den einander ablösenden Theorien der Astrophysiker, die darüber im Übrigen auch niemals mehr sagen können werden als die in Rede stehenden Formulierungen, denn ihr Formalismus reduziert den Inhalt der Aussage auf deren Form und lenkt den Blick auf das formierende Prinzip, das auch jeder Physik unterliegt, die sich mit dem Problem des Anfangs befasst.

Und es ist die Form, über die sich etwas Haltbares aussagen lässt, während der Inhalt, die Materie so oder anders sein kann, angesichts ihrer Kontingenz. Es ist eine der typischen Selbstüberschätzung der Zwerge auf den Schultern der Riesen, Krüppeln aus den Katakomben der Bombenbauer, sich für größer zu halten als diese.

Und sie hat den Nachteil, dass sie sich weit über die formalen Fassungen von Genesis gemäß dem 'Wort', der Sprachhandlung vorwagt in einen Bereich, in dem ausgesprochen problematische Interpretationen von empirischen Erscheinungen eine Theorie begründen sollen, die sich empirisch jedenfalls nicht verteidigen lässt, sondern nur mittels einer sich immer weiter in die Erfindungen reiner Mathematik und eine mittels ihrer konstruierte Hinterwelt vor der Welt zurückziehenden Fluchtbewegung, die nicht verhindern kann, dass es einfachere Interpretationen der empirischen Befunde gibt, die dieser Fluchtbewegung nicht bedürfen, auch wenn sie Probleme noch offen lassen müssen, an denen es auch sonst nicht mangelt.

Man kann in gewisser Weise sagen, dass die Systemtheorie an die methodische Überzeugung Rankes anknüpft, der diese so ausdrückte, dass er formulierte: „Alle Epochen sind gleich unmittelbar zu Gott.“ In der Erneuerung dieser Überzeugung der Systemtheorie wird zugleich die Möglichkeit zur Einbringung 'abstrakterer', generalisierter Einsichten der Gegenwart des Wissens genutzt, diese aber nicht derart hypostasiert, dass sich daraus zugleich die neue Verstellung ergibt, die in der sei es nur – in der Rede vom Fortschritt – impliziten Behauptung steckt, das Zeitalter der Industrie und der Wissenschaft und Technologie sei in irgend einer Weise 'rationaler' oder 'besser' oder 'fortschrittlicher' integriert als die ihm vorausgehenden Formationen der Organisation des Daseins der Gattung Homo sapiens.

Das mag 'die Wissenschaft' kränken und die Einbildungen einer höheren Rationalität der von ihr mit geschaffenen Formen. Aber es ist in bester Übereinstimmung mit der von der Systemtheorie stillschweigend in Anspruch genommenen Vernunft, die sich in einem geschichtlichen Kontinuum mit sich selbst weiß als die immer selbe, wenn auch nicht als die immer in derselben Weise informierte.

Denn es ist der Umfang des zur Verfügung stehenden Wissens, der die entscheidende Variable darstellt, nicht die Vernunft, die auf unterschiedlichen Stufen in derselben Weise mit dem Versuch befasst ist, sich die jeweils mögliche Übersicht über die Welt zu verschaffen, in der sie sich vorfindet. Anders ist nicht denkbar, dass sich eine Entwicklung der Art denken ließe, wie sie der Lebensform möglich bzw. beschieden war, der wir angehören, und auch die Entwicklung des Individuums ist anders nicht denkbar.

Und ebenso widerspricht dem nicht die an Kindern zu machende Beobachtung der Entfaltung ihres Weltverständnisses entsprechend der diesem Potential entgegen kommenden Nahrungszufuhr. Man kann das auch so sagen: es ist einfach ein größenwahnsinniger Blödsinn auch nur zu glauben den Gedanken fassen zu können – ich meine den Gedanken, nicht die Idee oder die Ansicht – der einen dazu ermächtigen könnte zu meinen, Archimedes oder Euklid, Platon oder Aristoteles, Pythagoras bzw. der Entdecker des nach ihm benannten 'Satzes' seien mit weniger Vernunft ausgestattet gewesen als etwa Galileo Galilei, Isaac Newton, Albert Einstein oder Roger Penrose oder Augustinus oder Nikolaus von Kues, Immanuel Kant, G.W.F. Hegel oder Schelling oder Marx müssten weniger Vernunft gehabt haben als Martin Heidegger oder Jürgen Habermas.

Dagegen kann man den Unterschied an praktisch operativer Vernunft, der die jeweilige Zeitgenossenschaft der jeweils Genannten von diesen unterscheidet, ohne Weiteres durch einen ohne Zweifel festzustellenden Hiatus kennzeichnen, ohne sich dabei auf einen beizubringenden Beweis stützen zu müssen, obwohl es 'Empiriker' geben mag, die auf diese Weise versuchen mögen, der formulierten Gegebenheit zu entgehen. Man kann sie getrost sich selbst und ihren Gründen für die Einforderung dieses Beweises überlassen. Man sollte sich bei der Selbsthypnose mit 'Fortschritt' und historischen Stufen der fortschreitenden Rationalisierung dennoch nicht jeder vernünftigen Einsicht entziehen, es sei denn man braucht das. Dann ist die Selbstmedikamentierung natürlich gerechtfertigt.

Dabei ist an die dunkle Bemerkung Sigmund Freuds in einem späten Aphorismus zu erinnern, der besagt, dass das Ende der Analyse nicht nur die Erinnerung an das zurückbringt, was wir vergessen haben, sondern auch an das, was wir nie vergessen haben können, weil wir es nicht wussten. Er gibt damit – in einer Replik auf die Anamnesislehre Platons – die exakten Koordinaten an, an denen der wirkliche Wissenschaftsfortschritt sich ereignet, als Gewinn an Wissen und Einsicht, nicht in das, was die Welt im Innersten zusammenhält, denn diese Formulierung Goethes artikuliert die Furcht, sie könne auseinander fallen, wenn man sich dessen nicht versichern kann.

Dabei hatte Newton schon eine Antwort gegeben: Die Gravitation. Die moderne Antwort darauf ist ja denn auch ironisch, denn sie lautet: Es handelt sich um die Explosionswolke einer unvorstellbaren Nuklearwaffe, also so, dass 'die Welt' bereits explodiert ist, so dass es jetzt nur darum gehen kann, ob sie endlos expandiert, oder implodiert oder in einen 'Endknall' übergeht ( wegen 'dunkler Energie' oder 'Materie', denn die sind ja ineinander konvertibel, die wohl gegenwärtig absurdeste 'neue Idee').

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