Romantische Landschaft mit Menschenopfer

Romantische Landschaft mit Menschenopfer
Weißt Du wieviel Wolken gehen weithin über alle Welt...

Sonntag, 29. November 2009

Der Zorn des Amokläufers I


Der Zorn des Achill, des Ajax oder des Orest, des Ödipus, der Medea oder der Hera? Oder einfach der von Hinz und Kunz, so wie Staatsagenten mit Viertelbildung ihn schematisieren?

Es gibt offenbar verschiedene Arten des Zorns. Welcher ist denn nun der Richtige?

Zunächst noch ein 'erster Satz':


„Weil das Wort 'Selbstmord' immer wieder in der Unterhaltung vorkommt, könnte man annehmen, seine Bedeutung sei allgemein bekannt und eine weitere Definition erübrige sich. In Wirklichkeit jedoch sind die Wörter der Umgangssprache immer mehrdeutig, ebenso wie die Vorstellungen die sie ausdrücken.“

Gut, fragen wir also nach der Wut, oder, weil das leichter ist, beschäftigen wir uns damit ein wenig.
Gerade habe ich ein Computerspiel erstanden, für 2.99 Euro, es war in einer Ramschkiste, freigegeben für Jugendliche ab 12 Jahren. Es ist ausgewiesen als „the official Game of the movie'. Der Hersteller ist recht erfolgreich auch mit anderen Spielen. Man kann zwei Monster spielen; unter der Abbildung der rasenden Riesen, um die herum sich gerade alles in Splitter und Trümmer auflöst, sind kurze Ermutigungen ausgesprochen.

Die eine lautet: „Setze Waffen, Fallen und dein Team weise ein um zu überleben“. Die andere Abbildung ist erläutert: „...breche Kiefer, zerschmettere Feinde und wirf mit riesigen Gegenständen.“ Das sind ermutigende Aufforderungen für Kinder von zwölf Jahren an aufwärts. Es ist nicht weiterführend, das mit Empörung zu quittieren. Es bedient einen offensichtlich schon vorhandenen Markt, selbst wenn man zugesteht, dass die Produktwerbung auch die Bedürfnisse weckt, die sie dann in der Form eines Bedarfs befriedigt. Man kann für die Zwecke der Diskussion durchaus von dieser sicherlich auch vorhandenen Beeinflussung absehen, wenn man einmal davon ausgeht, dass eine Verstärkung von Etwas dieses Etwas als weniger stark vorhanden schon voraussetzen muss.

Ich weiß nicht mehr wie lange es her ist, dass ich auf eine eigenartige Bemerkung stieß in einem der ersten Science Fiction-Romane, die mir in die Hand kamen und mich zu faszinieren begannen, weil sie Informationen enthielten, die in der in der Schule behandelten Literatur nirgendwo vorkamen und zunächst kaum glaubliche Phantasien darstellten, von denen sich erst viel später erfuhr, dass ihnen Erfahrungen zugrunde liegen mussten, die mir aus dem Kontext der Vorstellung von Kultur, Gesellschaft und menschlichem Leben nicht bekannt sein konnten, soweit mich dies alles unmittelbar alltäglich umgab.

Der Autor beschreibt eine Person, ich meine mich zu erinnern, dass es ein Mann ist, der auf einer belebten Straße wahllos mittels einer Schusswaffe oder einer Hieb‑ und Stichwaffe Menschen anfällt in der Absicht sie zu töten, und dies so lange fortsetzt, bis er von einem der Angegriffenen oder hinzu eilenden anderen Passanten niedergeschlagen oder getötet wird.

Die allgemeinen Voraussetzungen des Lebens, die der Autor konzipiert hat, um das für Science Fiction typische Befremdliche an den Lebensverhältnissen herauszustellen, schildern eine allgemeine Verurteilung aller zu einem Leben, das Menschen zeigt, die stumm auf überfüllten Straßen riesiger Städte, die sich nach allen Seiten wie eine Art Hautkrebs unabsehbar in die Landschaft hinein gefressen haben, auf die Betrachtung der Auslagen der Schaufenster oder die Spiegelung ihres eigenen, ständig zwanghaft kontrollierten Anblicks, die Beachtung der Verkehrsregeln unter den Augen einer allgegenwärtigen Kontrolle fixiert, im betäubenden Lärm einer ständig alle Sinne überflutenden Marktschreierei scheinbar planlos in alle Richtungen unterwegs sind, ohne dass der Sinn dieser Absorption durch eine manische Business bzw. Betriebsamkeit dem unvermittelt in diese Welt hinein versetzten Beobachter auf den ersten Blick verständlich würde. Warum die Menschen zu dieser Lebensweise verurteilt sind oder sich verurteilt haben, wird meines Wissens auch in der Erzählung nirgendwo wirklich deutlich.

Das hinterlässt den Leser ohnehin mit einem Rätsel. Ich erinnere mich daran, in diesem Kontext zum ersten Mal auf den Gebrauch des Wortes 'Amok' bzw. Amoklauf gestoßen zu sein. Denn der Autor findet seine Erzählung offenbar selbst für so bizarr und ungewöhnlich, dass er das geschilderte Geschehen in einem Autorenkommentar bzw. durch eine der handelnden Figuren erläutert bzw. erläutern lässt. Man erfährt also, dass das beschriebene Verhalten zu den kulturtypischen Praktiken von männlichen Personen in einer anderen Kultur gehört, der malaischen, ein Verhalten, zu dem Menschen dann Zuflucht nehmen, wenn sie in eine für ihr Ehrgefühl und ihre Existenz unerträgliche soziale Konfliktlage geraten, und dass die gewöhnlich benutzten Waffen Hieb‑ oder Stichwaffen sind, bevorzugt der malaische 'Kris', eine Dolch mit schlangenförmiger Klinge, die die Männer immer bei sich tragen. Man erfährt, dass der geschilderte Gebrauch der Schusswaffe untypisch ist und sie wird gerechtfertigt mit einem Hinweis auf veränderte Verhältnisse, die eben nun, in einem anderen sozialen Kontext und angesichts anderer verfügbarer Waffen.

Es ist also deutlich ein ursprünglicher kultureller Zusammenhang angesprochen, eine nicht‑christliche Kultur, die geographisch in Asien liegt, an den sich der Autor anlehnt, während die tatsächliche Handlung in einer zur Zeit der Abfassung des Romans jedenfalls zukünftigen Zeit in einer geographisch anderen Gegend liegt. Ich erinnere mich an keine sonstige Einzelheit der Erzählung mehr. Wie die Spitze eines Eisbergs ragt die bizarre Beschreibung dieses Verhaltens in meiner Erinnerung aus einem Meer bis zum Horizont in Dunst versinkenden Eismeer.

Die Erinnerung geht auf den Schock zurück, den ich angesichts der Erzählung empfand. Das Buch war eines jener schmalen in bunte Glanzpappe gebundenen Bändchen, die man dann auch in Bahnhofsbuchhandlungen bekam, die sich mit der Erfindung aberwitziger sozialer und gesellschaftlicher Szenarien befassten, und waren meist aus dem Amerikanischen übersetzt und von amerikanischen Autoren verfasst. Das nahm man nebenbei zur Kenntnis anhand der auf der Innenseite der Umschlagdecken gedruckten Informationen, denen auch ein mehrjähriger zwischen dem Erscheinungsdatum der ersten Ausgabe und dem der deutschen Übersetzung zu entnehmen war.

Science Fiction-stories hatten mich von Anfang an fasziniert. Erst viel später ging mir auf, warum das so war, als mir klar wurde, dass der Autor dieser und die vor allem amerikanischen Autoren offenbar das Genre nutzten, um Erfahrungen aus ihrem Lebensalltag mittels einer Verfremdungstechnik darzustellen, einer Darstellungsweise, die endlich grellste Formen annehmen sollte, ohne dass sie dem unfreiwilligen Dilemma entkam, dass selbst die lebhafteste Phantasie doch immer die von Menschen auf dieser Erde bleibt, und deshalb menschliche Verhältnisse auf dieser Erde niemals verlassen kann.

Und bei genauem Hinsehen stellen die Autoren – nicht nur in Science Fiction‑Büchern selbst mit der größten Anstrengung, ihren eigenen Lebensalltag zu verlassen, doch freiwillig oder unfreiwillig kaum mehr da als die spezifische soziale bzw. die Psychopathie der sie umgebenden Lebensverhältnisse und ihres eigenen seelischen Lebens. Und das ist jeweils die Gegenwart des Lebens der Autoren, das in dem von ihnen ersonnenen Personal ihrer Erzählungen handelt und leidet, ganz gleich in welchen Teil des Universums sie sie versetzen.

Und gerade die immer aberwitziger hypertrophierenden technischen, wissenschaftlichen und technologischen Artefaktkonglomerationen, der Aberwitz von technischen Phantasien, die Energieressourcen voraussetzen, die letzten Endes auf keine Weise realisiert werden könnten, sind eine kaum zu übersehende Auskunft darüber, was die Autoren charakterisiert, einmal abgesehen von den mehr und mehr verschwimmenden Absichten, die in solche Erzählungen investiert sind, eine zum blöden Stereotyp gerinnende ewige Wiederholung glorioser Siege einer Handvoll von Hartgummifiguren, die nach Art eines Comicstereotyps zusammengestellt sind, das die primitive Grundlage einer ganzen Industrie seit fast hundert Jahren darstellt, von ewigen Siegen, die auf die absurdeste Weise gegen aberwitzig bewaffnete, von primitiver und dummer Bosheit getriebene gewalttätige Feinde errungen werden, die in technologischer und wissenschaftlicher Hinsicht den Helden unendlich überlegen sind, aber angesichts der Möglichkeit, sie – immer wieder – mit einer kurz entschlossenen Aktion zu vernichten, immer wieder geradezu kläglich versagen, indem sie sie nicht kurz entschlossen niederschießen, nach Art des Vorbilds, das die Helden hier stets geben, sondern umständlich gefangen nehmen, um sie dann ebenso umständlich mit furchtbaren Qualen zu bedrohen, oder im entscheidenden Moment sich so lange hinhalten lassen durch irgendein sinnloses Bedürfnis zu plappern oder ich lange Erklärungen anzuhören, bis der Moment kommt, in dem unsere Helden dann so entschlossen und skrupellos aufräumen, wie man das von dem auf aberwitzige Weise überlegenen Gegner vergeblich erwartet.

Diese eigenartige Mixtur von gleichermaßen unverhältnismäßiger Überlegenheit der Mittel und primitiver, reiner Bosheit des Gegners steht in einem eigenartigen Kontrast zu dem ständigen Versagen im Handeln. Die überlegensten Waffen des Gegners verfehlen dennoch ihr Ziel, die furchtbarste Bedrohung, die aussichtsloseste Lage kehrt sich stets auf dieselbe Weise eigentlich unverständlich um, die technische Überlegenheit des Gegners korrespondiert eigenartig mit seiner strategischen Dummheit und derart siegen am Ende stets die vermeintlich Schwachen, den außerdem die ganze Sympathie des Zuschauers oder Lesers gehören muss, angesichts ihrer unendlichen Hilfsbereitschaft und opferbereiten Güte, die stets unendliche Leiden und Nachteile hinnimmt um Hilflose zu retten, die gemein missbraucht werden von zornigen Autokraten, die am Ende mit einem wohlgezielten Schuss aus einer automatischen oder einer exotischen Waffe, von deren Besitz man träumt und an deren Entwicklung in einer abgespeckten Form man bereits heimlich arbeitet, niedergestreckt werden, dank der überlegenen Intelligenz der eigentlich nur als Nachfolger Livingstone's und späterer Ethnomethodologen und Kulturanthropologen oder Missionare, letztlich als Forscher in die Weiten des Universums aufgebrochenen Teams, deren einziger Brillenträger ständig treuherzig mit dem Blick eines Dackels erklärt:



„Wir sind Forscher. Unsere Waffen dienen nur der Verteidigung“.

Dieser Endzustand einer Science Fiction Produktion, die endlich zusammenschrumpft auf eine politische Ideologie der Rechtfertigung des kaum mehr in der Fiktion verhüllten Vorgehens bestimmter Formen der Politik, die diese einfach auf einem Niveau wiederholt, das an das Alter von fünfjährigen Kindern angepasst ist, gerade weil sie zugleich die Primitivität des Niveaus der ihr zugrunde liegenden Phantasmen preisgibt, ist zu einer Form der global erfolgreich verkauften und verbreiteten Massenunterhaltung geworden und ist tatsächlich das global erfolgreichste Produkt, das die darin gebetsmühlenartig wiederholte Politik in den wehrlosen Kinderseelen auf dem gesamten Globus versenkt, mit unabsehbaren Folgen vor allem deshalb, weil sich die darin enthaltenen Versprechen nicht einlösen lassen, und die erwartbare Enttäuschung, die einfordern will, was sie meint, dass ihr versprochen wurde, sich sagen lassen muss, dass das ja nur Unterhaltung war, und nichts sonst, also auch nichts versprochen wurde, also auf eine Weise dem späteren Erwachsenen gegenüber reagiert, die das missbrauchte und enttäuschte Kind noch einmal beschämt, indem es ihm die Naivität seines enttäuschten Kinderglaubens vorhält als Infantilismus, und die Aufklärung darüber als Beistand zum endlichen Erwachsenwerden, anders gesagt, zur Resignation angesichts des an ihm begangenen koordinierten, mit den Mitteln einer Bewusstseinsindustrie sehr bewusst begangenen vorsätzlichen Betrugs, den das Bewusstsein der nun um ihren Kinderglauben Gebrachten sich beschämt als Selbsttäuschung zurechnen soll, während er von weit überlegenen Erwachsenen, die wohl wissen was sie tun an Ahnungslosen und Wehrlosen begangen wird, die nicht wissen können worauf das alles hinausläuft, weil sie den Unterschied von politischen Nachrichten und 'Politikwissenschaften' und der Propaganda dieser Neomythologie einfach nicht kennen, während sie ihn, wenn sie ihn kennen gelernt haben, als eine Selbsttäuschung gewissermaßen noch einmal in der Form kennen lernen, die dieselbe Methode noch einmal auf sie anwendet, indem sie aus der Position nun nicht mehr des Erwachsenen, der Geschichten erfindet mit unbekannter Absicht, die Kinderseelen prägen, sondern des Experten gegenüber dem Erwachsenen, an dessen Einsicht appelliert wird, an dessen Urteilsvermögen gar, zur Vernunft mahnen, die der Experte einfordert um der Zurechnungsfähigkeit des immer wieder neu um sich selbst Betrogenen ewigen Schülers. Denn schließlich leben 'wir' in einer Gesellschaft des lebenslangen Lernens!

Gerade das schließlich als Kern des gesamten, pluralistisch in der vielfältigsten Weise omnipräsenten Stereotyps, das sich in den abwegigsten, den aus jedem realen Kontext herausphantasierten Erfindungen realisiert, stellt am reinsten endlich den primitiven Kern einer Psychopathie heraus, die ebenso gut die der Erfinder, Autoren und Akteure ist wie die der Adressaten, an die sie sich zunächst richtet, ein Kollektiv, das seine Psychopathie in eine globale, in eine universale, kosmologische Projektion umsetzt, in der sich entlang einer primitiven manichäistischen Form die Zuschauer dieses Schauspiels, das eine bestimmte seelische Verfassung zum kosmischen erhebt, auf dem Wege der projektiven Identifikation oder der Identifikation mit dem Aggressor so oder so einzuordnen gezwungen wird, mit der erwartbaren Folge, dass die mit diesen Mitteln angegriffenen Seelen sich endlich dem Angebot anbequemen sich mit den so oder so immer wieder eindeutig feststehenden Siegern und deren Ordnungsvorstellungen zu identifizieren, weil dies die infantilen Phantasien des Schutzbedürfnisses und der Todesängste der Wehrlosen und Ohnmächtigen ebenso befriedigt wie die aggressive Angriffswut des selbstgerechten mörderischen Angreifers, der, nachdem er zunächst schuldlos gelitten hat mit endloser Geduld und immer erneut bezeugter Verständigungsbereitschaft, sich endlich zu der ihm zustehenden Gegenwehr aufrafft, die dem unbelehrbar bösen und gewalttätigen überlegenen Widersacher die verdiente Niederlage und letztlich die Vernichtung einbringt, wenigstens bis zu seiner Wiederauferstehung in der nächsten Folge oder Erzählung, die diesem Stereotyp folgt.

Denn so unsterblich der letztlich immer siegreiche, gutmütige und entgegenkommende Gute ist, so unsterblich ist auch der unendlich überlegene, unbelehrbare und absolut herrschsüchtige Böse, einfach deshalb, weil sie ein Selbstverhältnis der Mentalität darstellen, das sich in der unendlichen Weite des kosmischen Raums zwar zum ebenso universalen, alles erfüllenden, wie primitiven Schema eines manichäischen Dualismus von Gut und Böse inflationär aufbläst, bis es den gesamten Kosmos erfüllt, indem jede Intelligenz auf die eine oder andere Seite des Schemas verteilt wird, und damit letztlich die Intelligenz, die dieses Universum konstruiert sichtbar wird als eine Seelen‑ und Geistesverfassung, in deren Spiegelung im Kosmos ein geisteskrankes Raubtier erkennbar wird, das seiner Verzweiflung nur Herr wird, indem es seine Aggression auf das Opfer projiziert, ohne dass sich dabei ein Gleichgewicht herstellen kann, insofern das Opfer die Artgenossen der eigenen Gattung sind, etwas abstrakter, auf der Ebene der Verteilung der seelischen Energien, nur ein anderer Teil des eigenen Selbst, das einfache Gegenbild des Selbst, das sich vor sich selbst vergeblich zu retten versucht, indem es sich in sich selbst spaltet und die Schuld auf die eine Seite des Selbstverhältnisses verschiebt, um sich mit dem guten Selbst zu identifizieren, das aber nun die unlösbare Aufgabe übernehmen muss, das böse Selbst unablässig zu bekämpfen und erneut mit der Schuld zu beladen, die diesen stets erneuten Kampf erzwingt. Und da dies eine innerseelische Lösung nicht wirklich zulässt, schwappt das Phantasma ständig erneut über in die Realität der wirklichen Lebensverhältnisse, aus denen heraus sich wiederum stets erneut die materiellen Konfigurationen der Voraussetzungen regenerieren, die ihrerseits diese innerseelischen Lösungen erzwingen, die ihrerseits keine anderen Lösungen zulassen als die, das sie übergreifen auf die Lebenswirklichkeit, endlich im Ausmaß der Lebensverhältnisse auf einer geschlossenen Kugeloberfläche, aus der die Phantasien, die die Lösungsversuche erzeugen, sie auf den dunklen Hintergrund gesamten Kosmos projizieren, gefolgt von den unvermeidlichen Versuchen, ihnen die Phantasien folgen zu lassen, die die materielle Realisierung imaginieren, die den sich aus diesem Ineinander von Phantasma und Praxis, Technik und Seelenverfassung, Lebensrealität und Sozialcharakter oder Seelenverfassung ergebenden dynamischen Zusammenhängen wiederum eine ihnen entsprechende universale, geschlossene Wirklichkeit zu schaffen versuchen müssen, so lange das gesamte Konzept als solches nicht in die Reflexion geht, die dieser vollständigen Unzurechnungsfähigkeit des Subjekts dieser Phantasmagorien auf den Weg zur Möglichkeit einer Vernunft (zurück‑)helfen könnte, indem diese Seelen‑ und Wirklichkeitsverfassung nicht immer nur nach vorn schaut und sich ausdrücklich dazu auffordert, sich derart auf den bloßen Anblick seiner selbst, der eigenen Imago zu fixieren, der ihm auf der opaken Projektionswand des auf die Zukunft ausgerichteten Blicks erscheint, sondern das Ganze ins Auge zu fassen, so wie es der sehen müsste, der nicht nur das Geschehen auf dem Bildschirm, sondern das Ganze unter Einbeziehung des 'Projektors' und des Ursprungs von Imago und Projektor, kurz: Des gesamten Arrangement, aus dem das Ganze hervorgeht, das den Apparat so gut umfasst wie die Mechanismen der Erzeugung der innerhalb des geschlossenen Gebildes, das er darstellt, erzeugten bloßen Bildes einer Wirklichkeit, an dem sich die Projektion ein ihr unkenntlich gewordenes Bild ihrer selbst bildet, das anstelle des Selbst als dessen Umgebungsrealität erscheint, innerhalb dessen es sich selbst dann unter falschen Vorzeichen erscheint als ein bloßes Moment des Geschehens im Bilde, aus dem die Herkunft gestrichen ist nicht nur, sondern auch das Unerträgliche, das Unakzeptierte, das Ohnmächtige, während ihm das Opfer hinzugefügt wird, das bestenfalls seine geduldig gezähmte, dann aber entschlossen exekutierte Gegenwehr gegen das ihm drohend entgegentretende Böse, das immer das ganz andere ist, angesichts dieses anderen als gerechtfertigt auszuweisen hat, was wiederum zunächst nicht sehr problematisch erscheint angesichts der Projektion des Bösen als des Anderen.

Ich will den Faden wieder aufnehmen, den ich um dieser Abschweifung willen zunächst fallen ließ. Der Autor des Buches, in dem mir zuerst die bizarre Beschreibung eines als Amoklauf beschriebenen Verhaltens begegnete, musste sich auf eine 'kulturelle Tradition' berufen, die mir bis dahin fremd gewesen war. Die Beschreibung und die kaum abweisbare 'Rechtfertigung' der Zumutung, die sie an den Leser darstellte, indem sie einen Schock erzeugte, hinterließ in meiner Erinnerung eine Spur, deren bemerkenswertester Aspekt der Kommentar des Autors war, so weit ich mich erinnere, der unvermittelt aus der Fiktion heraustrat indem er ausdrücklich betonte, dass er sicher ist, dass diese Art des 'Selbstmordes' mit Sicherheit in erwartbarer Zukunft gehäuft und häufiger mit steigender Tendenz faktisch vorkommen würde. Ich habe das Buch vergeblich unter meinen Büchern gesucht.

Ich kann nicht einmal sagen, es sei verloren gegangen, denn ich weiß einfach nicht mehr in welchem der vielen Science Fiction-Romane die Beschreibung bzw. die Feststellung des Autors zu finden wäre. Ich habe aber auch nicht ernsthaft und hartnäckig gesucht, denn es kam mir nichts darauf an, wo ich das gelesen hatte, sondern nur auf die Art, wie ich das Gelesene oder etwas Gelesenes erinnere. Allerdings habe ich gelegentlich festgestellt, dass etwas Erinnertes etwas anders war als ich es erinnerte oder auch einen anderen Ort hatte, und es war dann durchaus interessant, die offenbar einer Bearbeitung unterzogene Erinnerung mit der Grundlage zu vergleichen, die das Objekt der Bearbeitung geworden war.

Das ist indessen in diesem Zusammenhang nicht von Bedeutung, jedenfalls bis ich entschieden, es nicht zu untersuchen. Von Bedeutung ist der Schock angesichts eines unvorbereiteten Bewusstseins, das auf ein derartiges literarisches Erlebnis nicht vorbereitet war, das Erstaunen angesichts der 'kulturellen Rechtfertigung', auf die der Autor zurückgriff, aber vor allem eine Zukunftsprognose, die auf einer Versetzung des beschriebenen Verhaltens aus einer fremden in eine gefühlsmäßig sehr viel 'nähere' soziale Umgebung beruhte, wie es die mir ansonsten nur aus Erzählungen bzw. aus der Anwesenheit von Amerikanern in dem Land, in dem ich aufgewachsen war. gewissermaßen mit ihnen, den Fremden, die mir dennoch alltäglich vertraut und endlich auch als Personen im einen oder anderen Fall bekannt waren, eben die amerikanische war, die mir als grundsätzlich von derselben Art erschien wie es die besondere europäische Westdeutschlands war.

Prinzipiell erschienen mir die Amerikaner in meiner Phantasie, die der Augenschein vorwiegend zu bestätigen schien, als im Wesentlichen Europäer, wenn man von den wenigen 'Negern' absah, deren Existenz an diesem Bild nichts zu ändern vermochte, das im Übrigen auch durch die sich verbreitenden beabsichtigten und unbeabsichtigten Informationen nicht verändert wurde, die dies zu bestätigen schienen. Ich meine im Nachhinein, dass die Mitteilungen des Autors, ob er das nun beabsichtigte oder nicht, den ersten Einbruch in dieses Amerikabild darstellten, das sich in meiner Erinnerung hat erhalten können, und dass es darauf beruht, dass der Autor ein Verhalten, das ungemein bizarr und fremdartig wirkte und als fremdartig auch beschrieben wird, in eine als 'europäisch' im Sinne meines Verständnisses meiner Alltagswirklichkeit (dessen, was üblich oder zu erwarten war) imaginierte zivilisatorische Umgebung eingeführt wird mit einer ungemein drohend klingenden Prognose, die indirekt die Möglichkeit ankündigte, dass, was derart den Übergang aus der malaischen Kultur hatte bewerkstelligen können, am Ende auch anderswo, also z. B. in meiner eigenen Lebensumgebung in Erscheinung treten könnte und ich meine, dass die Frage, wie alles dies eigentlich möglich ist, unter welchen Bedingungen usw. sich damals angesichts der rätselhaft erscheinenden Darstellung und dem dazu gegebenen Kommentar mehr oder weniger in der Form eines kaum artikulierten Fragezeichens als bleibendes Rätsel konfiguriert hat, um dann für lange Zeit dem Bewussten zu entsinken in eine Latenz, aus der erst sehr viel später angesichts der nun sichtbar gewordenen Veränderung des Lebens und angesichts auftretender Ereignisse der beschriebenen Art die Erinnerung an das 'irgendwo Gelesene' wieder auftauchte wie eine Fata Morgana, nur dass sich nun erwies, dass, was nach Art einer Erinnerung an eine Fata Morgana aufbewahrt worden war, sich nun angesichts eingetretener Lebensrealitäten als ganz und gar wirklich erwies.

Die als diffuse und eigentlich hinterlistig durch den Autor in mein Bewusstsein eingeführte Drohung, das Leben könnte eine Wendung nehmen, die derartiges Realität werden lassen würde, erwies sich nun als gutgemeinte Warnung, allerdings als solche auch als nutzlos, denn was hätte ich gegen eine Entwicklung der Lebensverhältnisse, von der ich ja selbst eher als Objekt betroffen war, tun können, um ihr eine andere Wendung zu geben, die Derartiges verhinderte?

Was hat das nun mit dem Zorn zu tun und mit Computerspielen und mit Computerspielern?

Kommentare:

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